Elektro-Mobilität soll attraktiver werden

Steuerberater Martin Frötscher und Rechtsanwalt Christian Schöffthaler (v.l.) haben sich über drei Jahren lang für das IGL-Aus bei E-Autos eingesetzt – nun scheint sich ihr Einsatz gelohnt zu haben. RS-Fotos: Heiss

Neurregelungen für E-Autobesitzer sollen schon 2019 kommen

Was von vielen schon lange gefordert und von zwei Imstern ins Rollen gebracht wurde, soll nun 2019 tatsächlich Realität werden: Die Tempolimits auf Österreichs Autobahnen werden in Zukunft für E-Auto-Besitzer nicht mehr gelten. Schon bald dürfen elektrisch betriebene Autos schneller fahren als jene mit einem Verbrennungsmotor.

Von Barbara Heiss

Das Thema Elektromobilität ist nun endgültig im Programm der aktuellen Regierung angekommen. Lange schon forderte man mehr Vorteile für Elektroautos, um den Anreiz für den Umstieg zu erhöhen und den Anteil von E-Autos in Österreich zu steigern.

Volle Fahrt voraus.

Die Fahrzeuge mit dem charakteristischen grünen Kennzeichen dürfen voraussichtlich ab 2019 auf den Autobahnen wieder Gas geben. Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Toursimus gab nun bekannt: „Die Ausnahme für E-Fahrzeuge beim IG-L-Hunderter ist ein Vorteil, den wir Besitzern von E-Fahrzeugen gegenüber Verbrennungsmotoren geben wollen. Künftig kann man mit einem Elektrofahrzeug in einer IG-L-Hunderter-Zone auch 130 km/h fahren. Das betrifft Strecken von insgesamt 440 Kilometer Länge.“

Weitere Vorteile.

Die aufgehobenen Tempolimits bleiben aber nicht die einzigen Vorteile, die E-Auto-Besitzer in Zukunft genießen können. Zusätzlich dürfen sie die Busspuren nutzen. Die Straßenverkehrsordnung soll hier angepasst werden, damit in Städten die Mitbenützung der Busspuren möglich wird und E-Autos schneller voran kommen. Auch das gratis Parken, das in vielen Gemeinden jetzt schon möglich ist, wird weiter ausgebaut.

Geblitzt.

Maßgeblich daran beteiligt waren der Steuerberater Martin Frötscher und Rechtsanwalt Christian Schöffthaler aus Tirol, die sich durch das Fahren mit E-Autos kennenlernten. Beide fuhren im Jahr 2015 in ein IGL-Radar und weigerten sich anschließend die Strafen für das Luftschutzgesetz zu bezahlen. Gemeinsam gingen sie gegen die Behörden vor und haben die Debatte um Tempolimits für E-Autos so ins Rollen gebracht. Durch die mediale Aufmerksamkeit wurde der Elektromobilität in Österreich aus den Kinderschuhen geholfen und mehr in den Fokus der Österreichischen Bevölkerung gerückt. Nun ist ein Ende in Sicht: „Es freut mich natürlich ganz besonders, dass nun genau das, wofür wir seit Jahren kämpfen, endlich eintreten wird. Dadurch kann man wieder sehen, was kleine Schritte am Ende bewegen können. Unser wesentliches Ziel war es immer die Luftqualität für alle zu verbessern. Durch die Vorteile, die die Regierung für E-Auto-Besitzer nun schafft, entscheiden sich hoffentlich mehr Menschen für ein Elektroauto.“

Umfrage.

„Wir begrüßen die Maßnahmen, die den Umstieg auf E-Autos nun attraktiver machen Wenn genügend emissionsfreie Fahrzeuge unterwegs sind, beeinflussen die übrigen Verbrenner die Luftqualität nicht mehr so stark und IG-L-Beschränkungen können aufgehoben werden“, erklärt Bernhard Wiesinger, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Im Jänner 2018 führte der ÖAMTC online eine Studie zum Thema Tempolimits in Österreich unter repräsentativen Mitgliedern durch. Demnach wären mehr als die Hälfte der Befragten dafür, dass „Luft-Tempolimits“ nach dem Verursacher-Prinzip gelten – E-Autos also ausgenommen wären. „Das ändert freilich nichts an der grundsätzlichen Ablehnung der IGL-Tempolimits“, hält Wiesinger fest. „Nur jeder Fünfte findet die abschnittsweisen Geschwindigkeitsbeschränkungen gut, rund die Hälfte der Befragten lehnt sie ab.“ 1977 ÖAMTC-Mitglieder wurden für diese Studie befragt.

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