Endspurt um Standort

Bgm. Wilfried Fink, FF-Ortskommandant Herbert Traxl und GV Harald Peham (v.l.) besichtigen gemeinsam den neu ins Spiel gekommenen Standort für das neue Einsatzgebäude. RS-Foto: Tiefenbacher

Schönwies: Gemeinderat muss sich jetzt zwischen zwei Standorten für Einsatzgebäude entscheiden

 

Die Entscheidungsträger (Gemeinderat, Feuerwehr) in Schönwies sind der einhelligen Meinung, dass insbesondere der Bau einer neuen Heimstätte für die Feuerwehr absolut notwendig ist.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Der Stand der Umsetzung war vor zwei Jahren bereits soweit fortgeschritten, dass die Gemeinde ein passendes Grundstück (östlich des M-Preis) um 130.000 Euro angekauft hat. Man setzte sich sogar umfassendere Ziele: Dort sollten in einem neuen Einsatzgebäude Feuerwehr und Bergrettung unter einem Dach vereint werden, aber die neuen Berechnungen für das Inn-Hochwasser machten diesen Überlegungen einen Strich durch die Rechnung: Das Grundstück ist derzeit nicht bebaubar.

 

STANDORTSUCHE. Die Intention des Gemeinderates ist es, alles zu unternehmen, um das Einsatzgebäude baldigst zu realisieren. Deshalb machte man sich umgehend auf die Suche nach neuen Standorten. Mittlerweile wurden drei weitere Grundstücke auf ihre Tauglichkeit hin geprüft. Dabei kristallisieren sich zwei mögliche Standorte heraus. Fallen gelassen wurde das Grundstück östlich des Bauhofs, da die Wildbach- und Lawinenverbauung in ihrem Gutachten feststellte, dass dieser Standort „nicht ideal“ ist. Eine Möglichkeit wäre das sogenannte „Konrad“-Areal im Ortsteil Oberhäuser, das die Gemeinde um 850.000 Euro (samt Nebenkosten) erwarb. Neuerdings steht auch ein Teil eines Grundstückes der Familie Richard Stadler in Oberhäuser (unterhalb der Innbrücke südlich der Bundesstraße) als Möglichkeit zur Verfügung.

 

NEUEN STANDORT GEFUNDEN. Kürzlich fand diesbezüglich zwischen der Gemeinde und der Familie Stadler ein Gespräch statt, bei dem eine Einigung (die in einer Punktation festgehalten wurde) über einen flächengleichen Grundtausch erzielt werden konnte. Dieser zufolge erhält die Gemeinde eine Teil-fläche des Stadler-Grundstückes im Ausmaß von 2580 m2. Die Familie Stadler erhält im Gegenzug die von der Gemeinde angekaufte Grundstücksfläche unterhalb vom M-Preis, ebenfalls mit 2580 m2. Als Gegenleistung möchte die Familie Stadler den südlichen Teil ihres Gründstückes (1100 m2) von Freiland in Bauland gewidmet bekommen. In diesem Zuge wäre die Familie Stadler auch bereit, das neu gebildete und in das Öffentliche Gut übernommene Wegstück weiterzuführen und den entsprechenden Grund gratis zur Verfügung zu stellen, damit auch dieser Teil in das Öffentliche Gut übernommen werden könnte. Der Grundstücks-deal bedarf noch der Zustimmung des Gemeinderates.

 

MEINUNGSUNTERSCHIEDE. Die Meinungen im Schönwieser Gemeindevorstand in Bezug auf die Standortwahl gehen noch auseinander. VBgm. Reinhard Raggl (Liste „Für Schönwies“) meinte im Gespräch mit der RUNDSCHAU, dass man in der komfortablen Situation sei, zwei Standorte zur Auswahl zu haben. Er will, dass ein objektiver Experte (der Raumplaner), eine Vor-und-Nachteil-Analyse für den Gemeinderat als Entscheidungshilfe zu beiden Standorten erstellt. Eine solche braucht Gemeindevorstand und Bauexperte Harald Peham (Bürgermeisterliste) nicht. Von ihm wird das neuerdings ins Spiel gekommene Stadler-Grundstück präferiert, weil dieses für ihn geeigneter ist als das „Konrad“-Areal. Peham betonte nachdrücklich auch die Bedeutung dieses Areals für die Zukunft. Peham: „Es ist eines unserer wertvollsten Grundstücke und stellt eine wichtige Zukunftsreserve der Gemeinde dar.“ Derselben Meinung ist auch Bgm. Wilfried Fink: „Aus Sicht der Gemeinde kommt für den Bau des Einsatzgebäudes nur der Stadler-Grund in Frage, weil alle Rahmenbedingungen wie etwa Gefahrenzonenplan, Zusage der ÖBB und Einklang mit den Feuerwehrrichtlinien vorhanden sind, die erforderlich sind. Was noch dafür spricht, ist wohl, dass hier nur Freiland für den Einsatzgebäudebau hergenommen wird und nicht hochwertiges Bauland mitten im Dorf, das der Gemeinde zukünftig andere Perspektiven eröffnet“, so Fink.

 

STELLUNGNAHMEN. Die Feuerwehr kann mit beiden Möglichkeiten gut leben. Ortskommandant Herbert Traxl bezeichnete die beiden möglichen Standorte als „gut und gleichwertig“. Bezirksfeuerwehrinspektor Thomas Greuter sagte auf Nachfrage der RUNDSCHAU, dass beide Standorte prinzipiell geeignet seien, wobei aber das Stadler-Grundstück Vorteile gegenüber dem Konrad-Areal biete.

 

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