„Entlastung für Luft und Brieftasche!“

Immer mehr Menschen sollen auch in Tirol die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Das Tirolticket“ ist ein Anreiz dazu. Symbolfoto: pixabay.com

Ab 1. Juni können mit 490-Euro-„Tirolticket“ tirolweit sämtliche öffentliche Verkehrsmittel genützt werden

„Angekündigt wurde die große Tarifreform im öffentlichen Verkehr schon lange, vergangene Woche wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Die von der grünen Landeshauptmann-Stellvertreterin   Ingrid Felipe verhandelten und präsentierten Tickets stellen das Mobilitätsangebot in Tirol nun auf neue Beine“. freut sich der Telfer Grünen-Sprecher Hubert Weiler-Auer.  Während bisher vorwiegend Einzeltickets und teure Zeitkarten von A nach B gekauft wurden, gibt es ab 1. Juni das preiswerte landesweit gültige „Tirolticket“, mit dem um 490 Euro sämtliche öffentliche Verkehrsmittel das ganze Jahr über benutzt werden können. 

Wer vorwiegend in den Bezirken Innsbruck-Land und Innsbruck unterwegs ist, dem bietet sich künftig als Alternative ein Regioticket um 380 Euro. Und jene Menschen, die aufgrund einer zu geringen Pension die sogenannte Ausgleichszulage bekommen, erhalten das Ganzjahresticket um 270 Euro. Für SchülerInnen hingegen bleibt alles wie gehabt. Sie kommen weiterhin in den Genuss des Schul-Plus Tickets um 96 Euro. Mobilitätslandesrätin Ingrid Felipe zeigt sich hocherfreut über den Durchbruch bei den Verhandlungen: „Mit dem Tirolticket schaffen wir für alle ein unschlagbares Öffi-Angebot. Ab 1. Juni können die TirolerInnen um 490 Euro das ganze Jahr mit Bus und Bahn unterwegs sein. Einfach einsteigen und losfahren, so lange, so oft und wohin sie wollen. Egal ob nach Innsbruck, nach Landeck oder nach Lienz. Und der Innsbrucker Stadtverkehr ist natürlich auch inkludiert!“ Der Grüne Landessprecher Hubert Weiler-Auer aus Telfs rechnet vor, was das für die Menschen im Oberland konkret bedeutet. „Ein Jahresticket für die Strecke Telfs- Innsbruck inklusive Stadtverkehr kostet bisher 1.112 Euro. Künftig sind nur mehr 490 Euro zu zahlen und man kann nicht mehr nur nach Innsbruck pendeln, sondern in ganz Tirol in jedes öffentliche Verkehrsmittel einsteigen. Das sind über 50 Prozent Ersparnis bei einem viel größeren Angebot. Auch für Menschen, die zum Beispiel ausschließlich von Seefeld nach Telfs pendeln, rentiert sich das Ticket.“ Mussten auf dieser Strecke bisher 634 Euro für das Jahresticket bezahlt werden, fallen künftig entweder 380 Euro an, wenn das Regioticket gewählt wird, oder 490 Euro für ganz Tirol. Die Tiroler Grünen sind überzeugt: „Alle in Innsbruck-Land können sich auf das Tirolticket freuen. Mit dem Tirolticket und dem Regioticket schließen wir jetzt die letzte Lücke: Jung und Alt können zu unschlagbaren Preisen alle Öffis in Tirol nützen.“

QUANTENSPRUNG. VP-Landesrat Johannes Tratter spricht von einer Entlastung für Luft und Brieftasche: „Die neue Tarifordnung, die mit 1. Juni in Kraft treten wird, macht den öffentlichen Nahverkehr in Tirol so attraktiv wie noch nie und stellt einen Quantensprung für Pendlerinnen und Pendler dar. Wir möchten den öffentlichen Nahverkehr in den nächsten Jahren noch günstiger, schneller und bequemer machen. Das entlastet nicht nur die Brieftasche, sondern auch die Tiroler Luft!“ Bereits erworbene Tickets können übrigens mit der Einführung des neuen Systems kostenlos umgestellt werden.

KRITIK VON SP-DORNAUER. SPÖ-Landtagsabgeordneter Georg Dornauer kann dem Tirolticket nur wenig abgewinnen. Ihm wäre lieber  das 365-Euro-Jahresticket gewesen.  „Was die SPÖ schon lange befürchtet hat, ist jetzt eingetreten. Die Grünen haben ihr Wahlversprechen über Bord geworfen. Das 365-Euro-Jahresticket für die öffentlichen Verkehrsmittel in Tirol kommt leider nicht“, sieht SPÖ-Verkehrssprecher Georg Dornauer ein Scheitern des kleinen Koalitionspartners. Das neue Tirolticket sowie das Regionsticket seien zwar Vergünstigungen und Schritte in die richtige Richtung, aber kein Grund sich mit dieser Lösung zufrieden zu geben. „Der von der SPÖ eingebrachte Antrag im Landtag verstaubt seit mehr als drei Jahren in der Schublade. Das Jugendticket für alle bis 24 Jahre ist auch schon längst von der Agenda der Regierung verschwunden“, bedauert Dornauer und er betont weiters: „Speziell am Land muss der öffentliche Verkehr noch attraktiver werden. Das hilft, Standortnachteile auszugleichen und wirkt der Landflucht entgegen. Dazu sind aber noch viele Maßnahmen notwendig. Zum Beispiel ein dichterer Takt, Zubringerbusse zur Bahn oder eine Nachtschiene fürs Oberland!“ Letztere wurde auf SPÖ-Antrag im Landtag einstimmig beschlossen und wird heuer eingeführt. „Unser Antrag für einen Nightliner ins Zillertal und ins Achental wurde leider ausgesetzt. Auch die Bevölkerung der Seitentäler muss ein vernünftiges Angebot vorfinden“, fordert Dornauer. LA Haselwanter-Schneider (Liste Fritz – Bürgerforum Tirol) zeigt sich über die Tarifreform erfreut: „Wir begrüßen die Vergünstigung für die Tiroler Öffi-Fahrer!“

Grünen-Sprecher Hubert Weiler-Auer begrüßt das „Tirolticket“, SPÖ-LA Georg Dornauer fordert das günstigere 365-Euro-Ticket. Fotos: Grüne Tirol/SPÖ Tirol