Entscheidung verschoben

GKI-Geschäftsführer Johann Herdina: „Am schönsten wäre es, wenn sich die Quellen im Rieder Weiler Freitzberg erholen würden.“ RS-Fotos: Tiefenbacher

Weiler Freitzberg: Nun wird im Sommer Neubewertung hinsichtlich des Versiegens der Quellen vorgenommen

 

Seit Anfang September 2018 werden die drei Höfe des Weilers Freitzberg der Gemeinde Ried mittels Tankwagen mit Nutzwasser versorgt. Im Frühjahr 2019 sollte die weitere Vor-gehensweise festgelegt werden. Dafür ist es noch zu früh – die diesbezüglichen Entscheidungen wurden bis zum Sommer 2019 verschoben.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Die zwei genutzten Quellen lieferten im Herbst des Vorjahres nicht mehr die nötige Menge, um den Wasserbedarf in Freitzberg decken zu können. Da sich die Gründe dafür nicht eindeutig zuordnen lassen, leistete das Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) der im UVP-Bewilligungsbescheid aufgetragenen Verpflichtung Folge und richtete Anfang September 2019 eine Ersatzwasserversorgung ein. Seither erhält der Weiler Freitzberg wöchentlich einmal 6000 Liter Wasser mit dem Tankwagen geliefert. Das Wasser wird in den Hochbehälter gepumpt und von dort über das Leitungs-system verteilt. Dass dies keine Dauerlösung sein kann, darüber sind sich alle einig.

 

ERSATZPROJEKT. Die Gemeinde Ried wurde parallel dazu umgehend aktiv und initiierte ein Ersatzwasserversorgungs-Projekt. Die Kernteile der baulichen Maßnahme sind eine neue, über einen Kilometer lange Verbindungsleitung vom öffentlichen Wassernetz der Gemeinde Ried im Tal nach Freitzberg und eine Druckstation. Der Genehmigungsantrag für dieses Vorhaben liegt bereits bei der Wasserrechtsbehörde. Seitens der Bewohnerschaft wird dieses Projekt allerdings nicht gerade mit Freude betrachtet. Ihr Wunsch ist es, das Wasser nicht vom Tal hinaufzupumpen, sondern Quellen der näheren Umgebung von Freitzberg zu nutzen.

 

VERFAHREN AUSGESETZT. Mag. Gerhard Moser von der Wasserrechtsbehörde bestätigte, dass ein Antrag für das Ersatzwasserversorgungs-Projekt eingebracht wurde. Das betreffende Verfahren wurde laut Moser allerdings zwischenzeitlich ausgesetzt. Als Grund nannte er, dass es der Wunsch des Weilers sei, mit der öffentlichen Leitung abzuwarten. Diesem Wunsch wird nachgekommen – und zwar wird das Verfahren solange ausgesetzt, bis das GKI eine Neubewertung der Situation vorgenommen und ein entsprechendes Angebot unterbereitet hat. „Es können neue Quellen von der GKI gefasst werden. Es können aber auch die bisher genutzten Quellen wieder anspringen und genügend Wasser schütten“, erklärte Moser. Stellt sich auf diesem Weg kein Lösungsergebnis ein, wird das ausgesetzte Verfahren wieder fortgesetzt. Dann wird die Wasserrechtsbehörde das Ersatzwasserversorgungs-Projekt nochmals prüfen und abklären, in welcher Form dieses ausgeführt werden soll. „Es können nicht Leitungen gegen den Willen von Grundeigentümern verlegt werden“, betonte Gerhard Moser.

 

GKI-Geschäftsführer Johann Herdina glaubt, dass es noch zu früh für eine Neubewertung ist. „Der Vortrieb für den Triebwasserstollen für das GKI wird diese Woche abgeschlossen. Dann wird es bis zum Sommer dauern, bis man etwas genauer abschätzen kann wie sich die bisher genutzten Quellen entwickeln werden und ob sie wieder über viele Jahre zuverlässig Wasser liefern werden. Momentan schütten sie ein bisschen. Am schönsten wäre es, wenn sie sich erholen würden. Wenn nicht, dann müssen wir schauen, wie wir weiter vorgehen, um die Problematik in den Griff zu bekommen“, erklärte GKI-GF Herdina.

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