Entscheidung vertagt

Bgm. Wilfried Fink lädt nun Experten von „GemNova“ zur nächsten Gemeinderatssitzung ein. RS-Foto: Tiefenbacher

Schönwies: Kontroverse Debatte im Gemeinderat zum Angebot der NHT für neues soziales Wohnbauprojekt

 

Neue Heimat Tirol unterbreitete dem Schönwieser Gemeinderat ein Angebot für ein soziales Wohnbauprojekt auf dem Konrad-Areal – die Entscheidung wurde nach kontroverser -Debatte vertagt.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Es steht außer Zweifel, dass in Schönwies hoher Wohnbedarf besteht, der vor allem durch den Bau von sozialen Wohnungen zu befriedigen ist. Dies zeigt sich insbesondere an der Anzahl der Anfragen beim Wohnbauprojekt der Neuen Heimat Tirol in den Bichlifeldern in Starkenbach. Für die 17 Wohnungen gab es 45 Bewerber. Derzeit sind laut Bgm. Wilfried Fink in Schönwies über 50 Wohnungssuchende vorgemerkt. Daher wäre das Vorhaben in den Bichlifeldern eine willkommene Sache für die Gemeinde Schönwies, woraus so schnell aber nichts werden wird. Denn bis zu einer endgültigen Klärung der Streitfrage, ob das Grundstück bebaubar ist, dürfte noch einige Zeit verstreichen. Deshalb heißt das Gebot der Stunde, nicht zu warten bis die Bebauungsfrage in den Bichlifeldern gerichtlich entschieden ist, sondern möglichst rasch ein neues soziales Wohnbauprojekt auf Schiene zu bringen. Bgm. Fink entschied sich ein solches auf dem gemeindeeigenen Konrad-Areal zuerst anzugehen, weil sich dieses aus seiner Sicht am schnellsten und problemlosesten realisieren lässt.

 

ZWEI ANGEBOTSVARIANTEN. Fink hat auch bereits eine Interessentin gefunden – die Neue Heimat Tirol. Das gemeinnützige Wohnungsunternehmen machte ein Angebot, das Bgm. Fink dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung unterbreitete. Die NHT würde auf dem 3414 Quadratmeter großen Grundstück 29 wohnbaugeförderte Wohnungen und 35 Autoabstellplätze errichten. Dies ist auch ein sogenanntes soziales Wohnbauprojekt, wo es höchst zulässige Grundkosten, aber auch Mieten gibt. Das Angebot der NHT wurde auf dieser Basis erstellt und enthält zwei Varianten: Verkauf oder Baurecht auf 50 Jahre. Nach Ablauf dieser Zeit würde das errichtete Gebäude in das Eigentum der Gemeinde übergehen. Die NHT bietet an, den Baurechtszins für die ersten 15 Jahre im Vorhinein an die Gemeinde Schönwies zu bezahlen. Die Debatte im Gemeinderat über das Angebot nahm einen kontroversen Verlauf. Es bildeten sich zwei Lager. In vielen Fragen war kein Konsens zu erzielen. Ein Ausweg war, die Entscheidung zu vertagen. Das wurde getan: Die drei Gemeinderatsfraktionen einigten sich darauf, das Gemeindebetreuungsunternehmen „GemNova“ zur Entscheidungshilfe zur nächsten Gemeinderatssitzung einzuladen. „GemNova hat Experten mit Erfahrung auf diesem Gebiet“, meinte Bgm. Wilfried Fink.

 

 

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.