Entschleunigung erwünscht

Gut zweieinhalb Stunden widmete sich der Imster Gemeinderat seiner Tagesordnung, die neben Rechnungsabschluss vor allem Verkehrsthemen beinhaltete. RS-Foto: Matt

Gemeinderat Imst: Rechnungsabschluss und Thema Verkehr

Das Rechnungsjahr 2018 beschließt die Stadtgemeinde Imst mit einem Überschuss von rund einer Million Euro im ordentlichen Haushalt. Neben den Zahlen war aber vor allem ein Thema durchwegs beherrschend – nämlich der Verkehr.

Von Manuel Matt

Steigende Summen bei Kommunal- und Grundsteuer sowie Abgabenertragsanteilen hinterlassen der Stadtgemeinde Imst im etwa 32 Millionen Euro schweren ordentlichen Haushalt ein gesundes Plus. Exakt 960.641 Euro sind es, freut sich Finanzreferent und Vizebürgermeister Gebhard „Gebi“ Mantl: „Das lässt sich schön in die Stadt investieren!“

Danke an Sparer

Zurückzuführen sei der Überschuss aber nicht nur auf gestiegene Einnahmen. „Bei den Ausgaben wurde in allen Bereichen gespart“, lobt Mantl, der sich eben auch für diese Sparbereitschaft in den verschiedenen Abteilungen herzlich bedankt. Unter den Erwartungen geblieben sind auch die Personalkosten (-1,28 Prozent), die mit fast neun Millionen Euro dennoch 28,50 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen. Leicht angestiegen sind derweil die Schulden, wobei der Verschuldungsgrad dennoch auf 58,88 Prozent sinkt (2017: 62,35 Prozent). Der im außerordentlichen Haushalt verzeichnete Abgang von fast zwei Millionen Euro soll heuer ausgeglichen werden.

Unter 50 Prozent als Ziel

„Auftrag erfüllt“, lobte Gemeinderat Helmut Gstrein als Obmann des Überprüfungsausschusses, der ebenso das Sinken des Schuldenstandes begrüßte, wenn auch das Ziel bleibe, unter 50 Prozent zu kommen. Nicht unangesprochen ließ Gstrein aber unvorhergesehene Kostenüberschreitungen – wie etwa beim Bau der Leichenhalle (359.000 statt 260.000 Euro). In der damaligen Kostenschätzung seien Elektrik und Lüftung unberücksichtigt geblieben, klärt Bürgermeister Stefan Weirather auf, der die Stadtgemeinde finanziell „gut unterwegs“ sieht.

Verkehr

Kein schlechtes Stichwort, dieses „unterwegs“, drehte sich doch anschließend alles um das Verkehrsthema. Den Anfang machte ein Schreiben eines Mitbürgers an Gemeinderätin Barbara Hauser. Entlang der Imster Umfahrungsstraße vom Lärm geplagt, regt er eine Temporeduzierung von bisher 80 auf 50 Stundenkilometer an. Keine schlechte Idee, befanden die Anwesenden, die das Bürgerschreiben überdies als konstruktiv werteten. Dass mit geringerem Tempo die Lärmbelastung abnehme, habe sich bereits beim Bau der Kugelgasse-Brücke gezeigt, führt der Verfasser des Schreibens an. Daran glaubt auch der Bürgermeister, der dennoch über eine Testphase über zwei bis drei Monate nachdenken möchte. Der Zeitverlust würde sich bei 50 Stundenkilometern in Grenzen halten, rechnet Gemeinderat Christian Linser vor: „Das wären gerade einmal 40 Sekunden länger“. Etwaiges Sparpotential ortet der Finanzreferent. Sollten die Anrainer mit der Maßnahme zufrieden sein, könne sich die Stadt eventuell eine kostspielige Lärmschutzwand ersparen, hofft Mantl. Die letztliche Entscheidung über eine Tempobeschränkung liege aber nicht bei der Stadtgemeinde, sondern bei der Landesstraßenverwaltung, erinnert Weirather, der Verkehrs- und Umweltausschuss um die Vorbereitung eines entsprechenden Antrages bittet – denn ein Gemeinderatsbeschluss würde den Druck durchaus erhöhen, vermutet Gemeinderat Christian Linser. In der Zuständigkeit der Stadtgemeinde und so bereits verordnet ist währenddessen ein „30er“ in der schmalen Gafialgasse, ebenso wie ein Halte- und Parkverbot in der unteren Meraner Straße, wo oftmals riskante Situationen entstehen, wenn Schüler aus den Autos der Eltern aussteigen. Das soll künftig in der oberen Meraner Straße erleichtert werden. Einige hundert Meter an Schulweg seien aber definitiv zumutbar, appelliert Verkehrsausschuss-Obmann Heinrich Gstrein, der sich an seine eigene Schulzeit erinnert. Wieder sicherer soll die Langgasse im Bereich der ehemaligen „Esso“-Tankstelle dank wiederhergestelltem Schutzweg werden, besonders für HTL-Schüler und Lebenshilfe-Klienten. Zukünftig freie Fahrt für umweltschonende Mobilität auf zwei Rädern soll auf der erwähnten Kugelgasse-Brücke herrschen: Das Fahrverbot auf der Fußgängerbrücke wird für Radfahrer aufgehoben.