„Er quatscht jeden an“

Alexander Ehrhart (hinter „Pepper“) mit Gattin Elisabeth Ehrhart-Schöpf und einem Teil des restlichen „Casablanca“-Teams RS-Foto: Haueis

Schönwies: „Casablanca“ programmiert Rezeptions-Roboter

 

Der Schönwieser Hotelsoftware-Entwickler Casablanca arbeitet am Roboter-Einsatz im Tourismus. Alexander Ehrhart & Co. programmieren „Pepper“, den „digitalen Rezeptionisten“.

 

Von Daniel Haueis

 

Alexander Ehrharts „Casablanca Hotelsoftware GmbH“ gibt es seit fast 30 Jahren. Neben eigentlicher Hotelsoftware werden Seminarraum- oder Gutscheinverwaltung, Wellnessplan-Software u.ä. angeboten. Dank Offenheit für neue Entwicklungen war das Schönwieser Unternehmen stets Vorreiter und damit erfolgreich: Es hat mittlerweile über 2000 Kunden in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz und 25 Mitarbeiter. Und diese Offenheit hat sich Alexan-der Ehrhart bewahrt – er sagt: „Der nächste logische Schritt ist die Robotertechnologie.“ Daher hat er „Pepper“ angeschafft, einen 19.000 Euro teuren Roboter mit Tablet zur Dateneingabe, der nun von seinen Mitarbeitern programmiert wird. „Der Sinn ist nicht, Personal zu ersetzen, sondern zu unterstützen“, sagt Ehrhart. Er erwartet von „Pepper“, dass er der (menschlichen) Rezeptionistin mehr Zeit gibt, auf den Gast einzugehen.

 

INFORMIEREN, VERKAUFEN, TANZEN. „Pepper“ wird Check-in- und -out-Vorgänge abwickeln, man soll über ihn Wellness-Termine buchen können, und er soll aktiv verkaufen: „Er quatscht jeden an“, sagt Ehrhart, nachdem er „Pepper“ bereits auf Messen im Einsatz hatte. Natürlich sind auch Infos über das Hotel oder die Region abrufbar, und er kann sogar tanzen und pfeifen. Bei der Präsentation in Schönwies zeigte sich „Pepper“ als aufmerksamer Zuhörer: Als ein Handy läutete, bat er darum, die Mobiltelefone auszuschalten. Nun werden zwei Casablanca-Mitarbeiter in Paris geschult („Pepper“ ist ein Franzose), um dem Android-basierten Roboter die Software auf den Leib schneidern zu können. „In zwei Jahren sollte Verwertbares rauskommen“, sagt Ehrhart, dessen Entwicklung via regioL gefördert wird (Projektvolumen: 44.000 Euro; Förderhöhe: 40 %). In einem Blog wird er berichten, was „Pepper“ inzwischen so alles gelernt hat.

 

 

Unter Strom und neuem Dach

Die „Casablanca Hotelsoftware GmbH“ wächst – es wurde ein Grund in Schönwies gekauft, auf dem das neue Firmengebäude errichtet wird. Modern waren Alexander Ehrhart & Co. immer schon. So gehört natürlich ein E-Auto zum Betrieb, und es wird der benötigte Strom selbst erzeugt. Ebenfalls mit einer EU-Förderung wird nun ein Batteriespeicher installiert.

 

„Pepper“ soll der Rezeptionistin mehr Zeit geben, sich dem Gast zu widmen. RS-Foto: Haueis