Erfolgreiche Ära endete

Der scheidende WK-Bezirksobmann Toni Prantauer (M.) übergibt Michael Gitterle symbolisch den Wirtschaftskammer-Schlüssel. Otmar Ladner (r.) assistiert. RS-Foto: Tiefenbacher

Toni Prantauer legte Funktion als Bezirksobmann der WK Landeck zurück – ihm folgte Michael Gitterle nach

 

Der diesjährige Neujahrsempfang der Landecker Bezirksstelle der Wirtschaftskammer Tirol am Montag der Vorwoche im Stadtsaal Landeck stand ganz im Zeichen des scheidenden Bezirksobmannes Toni Prantauer.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Aus diesem Anlass sind neben vielen ehemaligen und aktiven, führenden Kammerfunktionären des Landes (Präsident Christoph Walser) und der Nachbarregionen Südtirol und Samnaun auch zahlreiche Entscheidungsträger aus Politik (darunter LH Günther Platter und LR Bernhard Tilg) und des öffentlichen Lebens sowie Vertreter namhafter Unternehmen in den Stadtsaal gekommen. Sie nutzten die Gelegenheit, um seine jahrzehntelange Tätigkeit entsprechend zu würdigen. Prantauer war 30 Jahre als Funktionär tätig, davon acht Jahre als WK-Bezirksobmann und neun Jahre übte er die Obmannschaft des ÖVP-Wirtschaftsbundes aus. In sehr persönlich gehaltenen Worten sprach Wirtschaftskammer-Tirol-Präsident Christoph Walser dem Scheidenden seine Anerkennung aus: „Du warst mir ein großes Vorbild. Deine offene und recht direkte Art, Dinge auszudrücken und anzusprechen, war niemals beleidigend, aber du hast damit immer alles durchgebracht.“ Der beste Beweis für die Wertschätzung, die Prantauer genießt, sind die an diesem Abend gezeigten Video-Interviews mit den Kammermitarbeitern. „Wir schätzen deine bodenständige, aufrechte und gleichzeitig sachliche, kompetente Art“, sagte etwa Bezirksstellenleiter Otmar Ladner.

 

BERÜHRENDER ABSCHIED. „Es ist Zeit auch diese Spitzenfunktion in jüngere Hände zu legen. Es ist schon etwas Wehmut dabei, weil wir ein gutes Team waren und ich an dieser Tätigkeit viel Freude gehabt habe. Trotz alledem fällt es mir leicht, aufzuhören, ist das doch mit einer Entlastung verbunden und ich kann mich jetzt voll auf andere Dinge wie etwa die Betriebsübergabe an die bereits zehnte Generation konzentrieren“, erklärte Prantauer. Es sei spannend gewesen, in wichtige Themen des Bezirkes einzutauchen. Es sei auch bereichernd gewesen, Unternehmen zu besuchen und von deren Problemen, aber auch Erfolgen zu hören. Besonders stolz ist er auf einige Highlights wie die Einführung der Lehre mit Matura, die Mitgestaltung des Sonderprogramms Oberes Gericht, die Mitinitiierung und Beteiligung am Projekt „Ja! Hier arbeite ich gern!“ oder die Mitentwicklung des Universitätslehrganges Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus in Landeck. „Wir haben in meiner Amtszeit viel erreicht, aber natürlich ist uns nicht alles gelungen. Der Talkessel-Manager wäre ein zukunftsweisendes Projekt gewesen. Das wollte aber die Stadtgemeinde Landeck nicht“, bedauerte Prantauer. Seine Leistungsbilanz brachte ihm lange und anhaltende Ovationen des Publikums ein. Prantauer zeigte sich sichtlich gerührt. Für Maria Prantauer, Gattin des scheidenden Bezirksobmannes, gab es zum Abschluss einen Blumenstrauß als Dankeschön für ihre Geduld und das aufgebrachte Verständnis.

 

Für Maria Prantauer gibt es einen Blumenstrauß als Dankeschön. RS-Foto: Tiefenbacher
Seine Leistungsbilanz bringt Toni Prantauer lange und anhaltende Ovationen. RS-Foto: Tiefenbacher

 

Ambitionierter Nachfolger

(aktiefi) Die symbolische Wirtschaftskammer-Schlüsselübergabe erfolgte an den 41-jährigen Michael Gitterle, der Prantauer nachfolgt. Der Innungsmeister-Stellvertreter im Bauhilfsgewerbe und Raumausstatter in Urgen übernahm von Prantauer bereits im November 2019 das Obmannamt des ÖVP-Wirtschaftsbundes. Gitterle zollte der Leistung seines Vorgängers Anerkennung: „Toni Prantauer hinterlässt große Fußstapfen. Sein Einsatz und Fleiß werden mir immer ein Beispiel sein“, so Gitterle. Ihm sei bewusst, dass er sich einer schwierigen Aufgabe stelle. Es gebe viel zu tun. „Ich bin stolz, das Sprachrohr der vielen guten Mitgliedsunternehmen nach außen zu sein“, betonte Gitterle, der seine Arbeit unter das Motto „Miar heba’s zamm“ stellen will. Kernpunkte seines Arbeitsprogramms sind: die Tourismusgesinnung der Bevölkerung und die Rahmenbedingungen für den Tourismus verbessern sowie den Sommertourismus verstärkt ankurbeln und sich für die Aufstockung der Drittstaatenkontingente stark machen. Gitterle will auch dem bestehenden Facharbeitermangel entgegentreten und die Digitalisierung vorantreiben. Regionsbezogene Zielsetzungen sind: Visionen für eine „attraktive“ Stadt Landeck zusammen mit der Stadtgemeinde Landeck, dem TVB und der Leistungsgemeinschaft neu entwickeln und umsetzen und während der Bauabwicklung der Schlossgalerie darauf achten, dass die Erreichbarkeit der Stadt Landeck gewährleistet bleibt. Angestrebt wird auch eine „visionäre“ Standortentwicklung im Haus der Wirtschaftskammer am Schenten.

 

Der neue WK-Bezirksobmann Michael Gitterle präsentiert sein Arbeitsprogramm. RS-Foto: Tiefenbacher

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