Erfolgreiche Marketingkooperation mit Breitenwirkung

Armin Walch, Waltraud Heinrich, Anette Kestler und Heiner Ginther (v.l.) blicken auf zwei erfolgreiche Kooperationsjahre zurück. RS-Fotos: Schretter

Burgenwelt Ehrenberg und Naturpark Tiroler Lech nutzen Synergien und Ressourcen

Die Burgenwelt Ehrenberg und der Naturpark Tiroler Lech sind zwei erfolgreiche Projekte im Außerfern, die schon seit einigen Jahren durch eine Marketingkooperation miteinander verbunden sind. Am Dienstag, dem 13. Juni, wurde diese bei einer Pressekonferenz vorgestellt.

Heiner Ginther, Obmann des Vereins Naturpark Tiroler Lech, gab einen Überblick über die wichtigsten Eckdaten auf dem Weg zu dieser Kooperation. Im Jahr 2000 erfolgte die Ernennung zum Natura 2000 Gebiet, 2004 die Ernennung zum Naturpark Tiroler Lech durch die Abteilung für Umweltschutz des Landes Tirol. 2006 wurde der Verein Naturpark Tiroler Lech gegründet und 2008 fiel der Startschuss für marketingkooperative Zusammenarbeit des Vereins mit der Burgenwelt Ehrenberg.

Der richtige Weg. Der Vereinsobmann betont: „Diese Kooperation ins Leben zu rufen, hat sich von Anfang an als erfolgreich und fruchtbar für beide Partner erwiesen. Unser erster gemeinsamer Auftritt als Kooperation war die gemeinsame Eröffnung des Aussichtsturmes auf dem Schlosskopf.“
Ins selbe Horn stößt Armin Walch, der Geschäftsführer der Burgenwelt Ehrenberg. „Im Jahr 2011 ereilte uns eine Hiobsbotschaft. Die Republik Österreich zog damals ihre Finanzierungshilfe für den Bau des Naturparkhauses mit Ausstellungsbereich in Höhe von 3,2 Millonen Euro zurück. Eine Neuorientierung war notwendig und die Idee einer Zweiteilung in Verwaltungs- und Ausstellungsbereich verfolgt.“

Zweiteilung beschlossen. Gemeinsam wurde der Entschluss gefasst, die Ressourcen auf der Klause zu nutzen und den Ausstellungsbereich nach Ehrenberg zu verlegen, die Verwaltung aber im Naturparkhaus im Lechtal zu belassen. Armin Walch dazu: „Die Burgenwelt Ehrenberg verfügt über ein großes Besucherpotential und die entsprechende Infrastruktur. Wir haben einen modernen Kassenbereich samt Besucherzentrum. Personal und qualifizierte Kultur- und Naturführer sind vor Ort. Die unmittelbare Lage an der B179 macht uns für den Ausflugsverkehr sehr interessant. Diese Synergien müssen genutzt und ausgebaut werden!“
2014 konnte die Naturausstellung „Der letzte Wilde“ in der Burgenwelt Ehrenberg eröffnet werden. „Wir haben das bestehende Gebäude im Stil einer Kasematte erweitert und dort die Ausstellung eingerichtet“, erläutert der Burgenwelt-Geschäftsführer. Im selben Jahr konnte das Naturparkhaus auf der Klimmbrücke in Elmen seiner Bestimmung übergeben werden. Dieses Plusenergiehaus ist Sitz der Verwaltung des Naturparks Tiroler Lech, Ort verschiedener Veranstaltungen und Ausgangspunkt für Natur- und Themenführungen im Naturpark und am Lech.  Naturpark-Geschäftsführerin Anette Kestler arbeitet mit ihrem Team vor Ort und ist Ansprechpartnerin für alle Naturparkbelange.

Verbindung eingegangen. Beide Teile – Verwaltung in Elmen und Ausstellung auf Ehrenberg – wurden 2014 in einer Marketingkooperation zusammengeführt.
Anette Kestler ist sich überzeugt von dieser Verbindung: „Gemeinsam mit Burgenweltleiterin Waltraud Heinrich stellte ich die Kooperation in Innsbruck vor. Wir wurden für Marketingmaßnahmen mit insgesamt 30 000 Euro unterstützt und haben diese Mittel bestmöglich eingesetzt. Wir verfassten einen Ausstellungsführer, ließen Faltkarten und Flyer drucken. Die Naturausstellung wird gut angenommen, 2016 konnten wir 15 700 Besucher verbuchen. Was besonders erfreulich und wichtig ist, ist die Präsenz vieler Schulklassen, die Führungen durch die Ausstellung mitmachen. Manche Schulen verbringen bei uns im Naturpark Projekttage, besuchen unsere Ausstellung und das Museum ,Dem Ritter auf der Spur’.”
Waltraud Heinrich, Leiterin der Burgenwelt Ehrenberg schließt sich  diesen Ausführungen an: „Ich habe mein Büro hier im Gebäude und bin sehr oft mit Museums- und Ausstellungsbesuchern in Kontakt. Die allermeisten kommen aus der Ausstellung mit einem breiten Lächeln raus. Die Ausstellung ist interaktiv und spricht alle Altersgruppen gleichermaßen an. Dieses interaktive Konzept beweist sich in unserem Musem ,Dem Ritter auf der Spur’ schon seit mehreren Jahren. Das merkt man dann auch in der Naturausstellung. Wenn wir die Ausfüllbögen sichten, die bei uns abgegeben werden, lesen wir sehr oft, dass der Ausstellungsbesuch einen Besuch im Naturpark Tiroler Lech oder in Elmen nach sich zieht. Wir arbeiten eng zusammen, sind beide in engem und gutem Kontakt mit vielen Tourismusverbänden, Hotels und Vermietern.“

Besucherzahl verdoppelt. Armin Walch lässt mit beeindruckenden Zahlen aufhorchen. „2014 war für uns ein wichtiges Impulsjahr. Die Burgenwelt Ehrenberg hatte damals schon einen guten Ruf und wurde in diesem Jahr um drei Attraktionen reicher. Zu den beiden schon Beschriebenen – Naturausstellung und Kooperation mit dem Naturpark Tiroler Lech – kam die Eröffnung der Fußgängerhängebrücke Highline 179 dazu. Von ursprünglich 150 000 Besuchern in der Burgenwelt Ehrenberg im Jahr konnte diese Zahl mittlerweile auf 300 000 Besucher jährlich verdoppelt werden. Diese Zahlen sind mehr als erfreulich und bestätigen, dass wir mit der  Zweiteilung und dem Kooperationsvertrag den richtigen Weg eingeschlagen haben.“

Blick in die Zukunft. Heiner Ginther wagt einen sehr positiven Blick in die gemeinsame Zukunft: „Die Skepsis gegenüber dem Naturpark verschwindet langsam immer mehr aus den Köpfen der Menschen. Das Projekt hat einen Wirtschaftsfaktor ausgelöst, die Marketingkooperation wird sicher nicht abgespeckt, sondern wahrscheinlich erweitert werden.“