Erfolgreicher erster Praxistag Demenz in Reutte

Der „Marktplatz“ bot hilfreiche Stationen für Betroffene und Interessierte an und gab Tipps zur Alltagsgestaltung sowie zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten. RS-Fotos: Claus

Betroffene und Interessierte informierten sich 

In der vergangenen Woche fand in der Pflegeschule Reutte der erste „Praxistag Demenz – den Alltag meistern“ statt. „Reutte leistet damit wichtige Pionierarbeit“, freute sich Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann über die besondere Veranstaltung. Dem konnte Verbandsobmann Aurel Schmidhofer nur beipflichten: „Es ist sehr erfreulich, dass wir uns mit dieser Veranstaltung zum Thema Demenz austauschen. Dabei ist besonders wichtig, dass wir bei allen unseren Bemühungen, besonders in unseren Gemeinden, den Menschen im Mittelpunkt sehen.“

Von Uwe Claus

In ihren Händen lag die Koordination der Veranstaltung: Alois Gratl (ehem. Pflegedienstleiter Haus Ehrenberg), Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann, Verbandsobmann Aurel Schmidhofer,  Angelika Faccinelli (Projektleitung Koordinationsstelle Demenz Tirol), Verena Bramböck (Leiterin der Koordinationsstelle Demenz Tirol), Prof. Dr. Josef Marksteiner (Ärztlicher Leiter der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie A, LKH Hall), Elisabeth Schuster (Gemeindevorstand Marktgemeinde Reutte), Direktor Peter Mittermayr (Pflegeschule Reutte).

Anlässlich des ersten Praxistages in Reutte konnten sich Betroffene und Interessierte beim ersten „Praxistag Demenz“ in Reutte austauschen, Experten befragen und sich vernetzen. Alois Gratl, der für die Organisation zuständig war, sah das Ziel der Veranstaltung erreicht: „Über 50 Teilnehmer zeigten, wie groß das Interesse am Thema ist – wie viele Menschen betroffen sind und sich in der Folge damit auseinandersetzen.“ In seinem Impulsvortrag sagte Prof. Dr. Josef Marksteiner, dass rund 11.000 Menschen in Tirol an Demenz leiden: „Je früher Demenz diagnostiziert werden kann, umso besser und schneller kann darauf reagiert werden.“ Er appellierte an seine Zuhörer, frühzeitig Informations- und Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen.

Gut besucht waren die Workshops, in denen sehr differenzierte Fragen im Umgang mit Demenzkranken angesprochen und von Fachleuten beantwortet wurden. Hier wurde deutlich, welche Bandbreite an Themen für die interessierten Teilnehmer wichtig war. „Darf ich meine alzheimerkranke Mutter anlügen – eine Frage der Ethik?“ oder „Wie gestaltet sich der gemeinsame Alltag – zur Sicherheit und zur eigenen Entlastung?“ und „Wie verhält es sich mit finanziellen, rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen?“ waren nur einige Aspekte, die besprochen wurden.

Auf dem Marktplatz konnten sich die Teilnehmer unter anderem bei den Infoständen von Caritas, Volkshilfe Pflegedienste, Buchhandlung Tyrolia, Pflegeberatung Außerfern, Alltags- und Tagesgestaltung, eingehend informieren. „Es ist sehr erfreulich, dass wir mit den regionalen Partnern in Reutte eine so erfolgreiche Veranstaltung ausrichten durften. Danke an alle Mitwirkenden für ihr großartiges Engagement“, zog Dr. Angelika Faccinelli, Projektleitung der Koordinationsstelle Demenz Tirol, ein durchwegs positives Fazit.

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