Ernst Meier trat als Kaufleute-Obmann zurück

Florian Meier, Ernst Meier und Neo-Obmann Alexander Schmid nach der Amts-übergabe in der Seefelder Fußgängerzone. Foto: Rangger

Alexander Schmid und ein „junges Team“ führen die Markttage und die Seefelder Kaufmannschaft in die Zukunft

Wegen Unstimmigkeiten mit TVB und Gemeinde legte Seefelds Kaufmannschaftsobmann Ernst Meier kürzlich sein Amt in jüngere Hände: „Ich bin zutiefst enttäuscht, vor allem über die Art und Weise, wie man nach 22 Jahren guter Zusammenarbeit die Kaufleute-Veranstaltungen abgewürgt hat!“ Neuer Obmann wird Alexander Schmid, ihm stehen künftig Florian und Sabrina Meier, Jürgen Armbruster und Paulo Sailer zur Seite.

Als TVB-Aufsichtsratsvorsitzender erfuhr Alexander Schmid als erster die geänderte Strategie des Vorstands und informierte bereits im Herbst Meier von den bevorstehenden Änderungen. Dieser wollte sie zunächst gar nicht wahr haben: „Ich dachte, die werden doch nicht 35 bis 40 bestens organisierte Eventtage in Frage stellen, in dem sie uns eine Arbeit zuschieben, die wir nicht zu leisten im Stande sind!“ Konkret lautete der Vorschlag: Die Kaufleute sollten künftig für Material und Arbeitsleistungen, die die Olympiaregion bisher kostenlos für die Markttage und Bauernmärkte leistete, bezahlen. Schmid: „Unter anderem ging es um die Verrechnung der Marktstandln, die eine Idee der Kaufleute sind. Sie wurden vor Jahren bei der Gemeinde beantragte und der Gemeindebauhof hat sie dann hergestellt. In der Folge wurden diese dem Tourismusverband geschenkt und nunmehr sollten die Kaufleute eine Gebühr dafür zahlen!“ 

ZU WENIG AKTIVE. Schmid weiter: „Auch mit den Bauhofleistungen hat man uns auf unserer Achillessehne erwischt. Die Kaufleute bestehen nämlich aus fünf, sechs Aktiven, von denen Ernst, ich und Florian Meier für die Veranstaltungen verantwortlich waren. Wir mussten teilweise unsere Geschäfte verlassen und unsere Freizeit- und Urlaubsplanung auf die insgesamt 40 Veranstaltungstage zwischen März und Oktober abstimmen, damit wir ehrenamtlich das Veranstaltungsprogramm abwickeln konnten.“ Meier ergänzt: „Und alles, was wir für Seefeld organisiert haben, wurde auf eigene Verantwortung gemacht. Bei Events mit 120 Teilnehmern und mehr als 10.000 Besuchern, wie das Alte Handwerk, ist das ein hohes Risiko!“

DANK BLIEB AUS. Als Dankeschön meinten die Verantwortlichen des TVB: „Sie stehen nur noch hinter Premiumveranstaltungen. Die Markttage passen nicht in dieses Konzept!“ Schmid: „Meier hat in den vergangenen 22 Jahren als Obmann der Seefelder Kaufmannschaft 500 Veranstaltungstage kostenlos und ehrenamtlich organisiert. Ohne Organisationszeiten, Sitzungen sowie die Auf- und Abbauten entspricht das eineinhalb Jahren oder im Vergleich der Urlaubszeit eines Normalbürgers im besagten Zeitraum. Anstatt ihm dafür zu danken, hat man ihn so vor den Kopf gestoßen, dass er jetzt gar nichts mehr tun will!“  Meier: „Da nach mehreren Sitzungen mit den Geschäftsführern und Vorständen die angekündigten weiteren Gespräche nicht stattfanden, ziehe ich mich als Obmann der Kaufleute zurück und lege mein Amt in jüngere Hände. Alexander Schmid wird gemeinsam mit mehreren jungen Kaufleuten die Interssensgemeinschaft fortführen. Ich bleibe Mitglied und werde zur einen oder anderen Zusammenkunft kommen. Risiko für Seefeld gehe ich keines mehr ein!“ TVB-Obmann Alois Seyrling will die Vorwürfe der Kaufleute so jedenfalls nicht im Raum stehen lassen: „Ich bedauere den Rücktritt von Ernst Meier, sehe es aber nicht in Zusammenhang mit den Entscheidungen des TVB. Bei keinem der gemeinsamen Gespräche, bei denen es um die Fortführung der Events ging, wurde sein Rücktritt jemals zur Sprache gebracht. Lediglich, dass die Kaufmannschaft sich auf Ihre Kernaufgaben und auf die Veranstaltungen konzentrieren möchte, welche auch direkt für den Handel wertschöpfend sind, und dass die Hauptarbeit innerhalb der Kaufmannschaft auf sehr wenige Personen verteilt war.“

TVB FÜHRT EVENTS FORT. Geschäftsführer Elias Walser: „Um Ernst Meier als Obmann der Kaufleute ist es sehr schade. Wir haben in mehreren Sitzungen besprochen, dass die Kaufleute-Veranstaltungen weitgehend fortgeführt werden. Die Organisation des Handwerksfestes, der White Night und der Bauernmärkte übernimmt der TVB, bei den Markttagen, bei Shopping und Wein und haben wir angeboten, die Kaufleute weiter zu unterstützen.“ Auch Bürgermeister Werner Frießer bedauert die Entscheidung des langjährigen Kaufleute-Obmanns: „Als Skiclubobmann weiß ich, was für ein Aufwand hinter Großveranstaltungen wie jenen der Kaufleute steckt und verstehe daher die Enttäuschung von Ernst Meier. Da man bei der Kaufmannschaft künftig nur schwer Mitglieder finden wird, die soviel Zeit finden, ihre Geschäfte für einen Event zu verlassen, wird es auch schwer, Meiers ehrenamtlichen Einsatz zu kompensieren. Das wird auch für den TVB eine große Herausforderung. Ernst hinterlässt ein Vakuum!“

Von Bernhard Rangger

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