Erste Feuerwehrfrau in Mieming

Raphaela Schöpf ist nicht nur die erste Feuerwehrfrau in Mieming, sondern bewährt sich auch im männerdominierten Lehrberuf Spengler als Lehrling im familieneigenen Betrieb. RS-Foto: Bundschuh

Als Feuerwehrfrau und Spenglerin bewährt sich Rafaela Schöpf in zwei Männerdomänen

Anlässlich ihrer Jahreshauptversammlung nahmen die Mieminger „Florianis“ die erste Frau in die Wehr auf. Außerdem erlernt Raphaela Schöpf im Meisterbetrieb ihres Vaters den Beruf der Spenglerin derzeit im ersten Lehrjahr.

Von Peter Bundschuh

Mit einer höchst zufriedenstellenden Bilanz von über 12000 Stunden und mit 126 Einsätzen konnte die Freiwillige Feuerwehr Mieming das Einsatzjahr 2017 abschließen. Das „i-Tüpfchen“ der 141. Jahreshauptversammlung dürfte dann wohl mit Raphaela Schöpf die Aufnahme der ersten Frau in die Reihen der Ortsfeuerwehr gewesen sein.

„Weil es zu mir passt“.

Dass das Wirken der Freiwilligen Feuerwehren grundsätzlich hoch im Ansehen steht, wird kaum jemand bestreiten. Dazu kam aber noch die Anregung ihres Bruders Simon, sich gleichzeitig mit ihm um Aufnahme zu bewerben und „da dachte ich mir, dass das genau zu mir passen würde“. Ähnlich zielstrebig und mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein ausgestattet hat sich die Spengler-Tochter auch nach jahrelanger Ausbildung an einer Innsbrucker Schule für den Lehrberuf entschieden. Warum – ja weil es zu ihr passt. „Bei den Kollegen musste ich als Mädchen schon einiges an Überzeugungsarbeit in diesem Beruf leisten, die haben aber bald erkannt, dass ich mich nicht davor scheue, mir die Hände schmutzig zu machen. Auch meine Eltern haben meinen Wunsch nach dem Wechsel von der Schule zur Lehre akzeptiert und ich fühle mich im Betrieb wohl“, meint Raphaela im RUNDSCHAU-Gespräch.

Der Kommandant am Wort.

Markus Dullnig war für die Mieminger Dorfzeitung unterwegs und sprach mit Kommandant Alexander Sagmeister und dessen Stellvertreter Stefan Weber: „Grundsätzlich haben wir schon lange zuvor über das Thema Frauen bei der Feuerwehr gesprochen, es sind ja bei anderen Wehren in Österreich schon lange Frauen bei der Feuerwehr und mittlerweile auch schon in Führungspositionen tätig. Für uns war es weder überraschend noch war es ein Tabuthema. Wir waren sehr offen gegenüber dem Thema, ich glaube auch, dass die Mannschaft sie gut aufgenommen hat.“ Kommandant-Stellvertreter Stefan Weber ergänzt: „In der heutigen Zeit ist es ja auch ganz normal und gut so, vor allem untertags ist man ja aus Sicht der Feuerwehr froh, wenn jemand zu den Einsätzen ausrücken kann und da ist es egal ob Frau oder Mann, Hauptsache es wird geholfen.“ Die RUNDSCHAU wünscht Raphaela Schöpf alles Gute in den „Männerwelten“ von Feuerwehr und Spengler/Dachdecker.

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