Es bleibt ungerecht

Liebe Freunde guter Vorsätze zum neuen Jahr!

Viele von euch haben jetzt einen Neustart gewagt. Mit dem Rauchen aufgehört. Den Alkoholkonsum fast auf null reduziert. Und die Ernährung umgestellt. Bald schaut ihr fit und schlank besseren Zeiten entgegen. Und dieser lästige Husten am frühen Morgen ist auch demnächst Geschichte. Ab sofort kann also dem großen Glück nichts mehr im Wege stehen. Außer man bleibt trotzdem weiterhin unzufrieden. Weil der Kollege am Arbeitsplatz mehr verdient. Obwohl er gefühlt weniger leistet. Und die Freundin meiner Frau ein teureres Auto fährt. Obwohl sie selbst nicht arbeitet. So wie die vielen Ausländer, die zu uns kommen, um unseren Sozialstaat auszubeuten. Jetzt scheint irgendwie der Film zu reißen. Wir, die alles dafür tun, damit es uns gut geht, werden von den Sozialschmarotzern und Arbeitsunwilligen jäh aus unseren Träumen gerissen. Es sind eben leider immer die anderen, die für unser Unglück verantwortlich sind. Was, um Himmels willen, kann ich dagegen tun? Jetzt haben wir bei der jüngsten Wahl eh schon die Partei gewechselt. Und trotzdem nervt mich der Nachbar. Und seine Frau, die frisst und säuft, ist trotzdem schlanker als meine. Obwohl ich und die Meinen immer alles richtig machen, geht in Sachen Wohlbefinden nicht wirklich etwas weiter. Das ist schwer zu ertragen. Wie die Wahrheit insgesamt. Denn die Realität ist nicht mein subjektives Empfinden. Die Welt ist grundsätzlich ungerecht. Und das wird so bleiben. Die Starken werden weiter die Schwachen beherrschen. Die Schönen begehrter sein. Und die Reichen sich mehr leisten können. Selbst die Tatsache, wo in dieser Welt wir hinein geboren worden sind, basiert nicht auf Gerechtigkeit. Doch überall auf diesem Erdball haben wir die Chance, das Erreichte wertzuschätzen. Die Ungerechtigkeit wird bleiben. Wir haben nur ein einziges Gegengift – die Zufriedenheit. Ich wünsche allen Freude und Glück fürs neue Jahr!

Meinhard Eiter

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