Es ist geschafft!

Guinness-Weltrekord im Badminton-Marathon geht nach Reutte

Nach 25 Stunden, 25 Minuten und 44 Sekunden fallen die Schläger – die Brüder Mario Langmann (28) und Thomas Paulweber (30) liegen sich, über das Netz gestreckt, in den Armen und tosender Beifall der Zuschauer umgibt sie. „Wir haben’s geschafft und unseren Körper und Geist besiegt“, so die Beiden. Auf die erste Frage an Mario, wie es ihm gehe, meint er „besch …“, was ihm bestimmt jeder nachvollziehen konnte. Und trotzdem – Beide können noch lachen, sich zu Fotos mit Mutter, Vater, der Freundin und dem Trainer Pauli Paulweber zusammentun, damit auch die Fotografen noch zu ihrem Recht kommen.

Seit 15 Uhr, am Samstagnachmittag, standen die Sportler des Sportvereins Reutte, Abteilung Badminton, auf dem Boden der Sporthalle. Ja, es hätte verschiedentlich Zeiten gegeben, in denen der innere Schweinehund hart bekämpft werden musste, der Rücken, die Arme, Füße, Beine und Hände durch Physiotherapeut Achim Höllein versorgt und massiert werden mussten, doch immer wieder ging es weiter. Sie hatten die Zeit von 25:25:25 im Kopf. Denn sie wollten den – derzeit von zwei Augsburgern gehaltenen Weltrekord – von 24 Stunden 18 Minuten gut überschreiten. Der Beistand und die Unterstützung kam auch vom Spielfeldrand her, durch die Familie, die Freundin und Freunde und die Mitglieder des Vereins, die sicherlich eine riesige Motivation waren. Die Meisten von ihnen waren ebenfalls seit Samstagmittag vor Ort und als Schiedsrichter, Spielleiter, Techniker, Computerfachmann oder Augenzeugen (vom Guinness-Komitee vorgeschrieben) tätig. Eine Schicht dauerte jedes Mal vier Stunden, dann musste gewechselt werden. Die Sportler hatten jeweils ein einstündiges Match zu spielen, dann konnten sie eine fünfminütige Pause einlegen. Diese Pausen konnten durch ein „Aufsparen“ auch verlängert werden, doch in einem solchen Fall mussten sich die Beiden über zwei oder drei Stunden am Stück „malträtieren“, um in den Genuss von zehn oder 15 Minuten Pause zu kommen.
Auf die Frage, wie eine solche Anstrengung durchgehalten werden kann und wie die Spieler versorgt werden, gab es folgende Antwort: Nicht zu viel zum Essen, sondern spezielle Sachen wie Nüsse, Trockenfrüchte, Elektrolytgetränke, Magnesium, Weintrauben, Bananen und Semmel – natürlich auch Wasser, Schwarztee und Kaffee. All das stand am Rand des Feldes für die kurzen Pausen bereit.
Auch in den letzten Stunden und sogar Minuten des Weltrekordversuchs gab es noch Badminton auf hohem Niveau zu sehen, mit fantastischen Ballwechseln, kraftvollen Aufschlägen und großartigen Täuschungsmanövern – gespielt wurden insgesamt über 160 Sätze. Und der Beifall aus den Zuschauerreihen kam jedes Mal sofort. Jede volle Stunde wurde durch rhythmisches Klatschen angezeigt, um so die Spieler zum Durchhalten zu motivieren.
Herzliche Glückwünsche kamen nach dem Spiel vom Bürgermeister Luis Oberer, der sich freute, dass nun schon der dritte Weltrekord nach Reutte gehen wird, nach der längsten Autokolonne (Modellautos wohlgemerkt und ohne Abgase!) durch die Marktgemeinde im Jahr 2010, die längsten Hängebrücke 2014 kommt jetzt der Badminton-Marathon dazu. Auch die RUNDSCHAU gratuliert Mario und Thomas ganz herzlich!

Von Claudia Chauvin

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