Es kam zur Enteignung

Die Kreuzung in Prutz soll in einen Kreisverkehr mit Unterführung der Reschenstraße B180 umgebaut werden. RS-Foto: Tiefenbacher

Kreuzungsprojekt in Prutz biegt jetzt auf Zielgerade ein

 

Das Grundeinlöseverfahren für das Kreuzungsprojekt in Prutz ist nun abgeschlossen: Die Landesstraßenverwaltung Tirol einigte sich wie berichtet im Dezember 2017 mit fast allen Grundeigentümern – nur bei einem Teilgrundstück spießte es sich. Folglich kam es nun zur Enteignung.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Bei einer Verkehrszählung wurde festgestellt, dass an Spitzentagen rund 26000 Fahrzeuge über die Reschenstraße B180 bei Prutz rollen. Verschärft wird das Problem durch die dortige Kreuzung. Die gebetsmühlenartig vorgetragene Forderung nach einer besseren Lösung fand beim Land Tirol Gehör. Ein neues Kreuzungsprojekt soll Entlastung und Verbesserung bringen. Umgesetzt wird der Gemeinderats-Mehrheitswunsch, die „Variante 4“. Diese sieht einen Kreisverkehr (er verbindet Entbruck mit dem Dorfkern und soll dafür sorgen, dass der Verkehr Richtung Kaunertal sowie in den Ort hinein und heraus flüssig läuft) mit Unterführung der Reschenstraße vor. Dieser Entwurf wurde von einigen angrenzenden privaten Grundeigentümern heftig kritisiert und bekämpft.

 

ENTEIGNUNG. Es kam zu einem mühsamen Tauziehen um die benötigten Grundstücke. Kurz vor Weihnachten 2017 einigte sich die Landesstraßenverwaltung mit fast allen Grundeigentümern – nur bei einem Grundstück spießte es sich. Hier geht es um ein Grundstück mit einer Größe von 87 Quadratmetern, das drei Personen zu jeweils einem Drittel (das sind 29 Quadratmeter) gehört. Zwei Grundeigentümer waren bereit, Grund für das Kreuzungsprojekt abzutreten. Die „Dritte im Bunde“ allerdings versagte wiederholt ihre Zustimmung. „Wir versuchten mehrmals eine einvernehmliche Lösung zu erreichen. Dies klappte leider nicht, deshalb mussten wir bei der Straßenrechtsbehörde einen Antrag auf Enteignung stellen“, schilderte Projektleiter DI Robert Zach von der Landesstraßenverwaltung. Diese Enteignung wurde jetzt durchgeführt. Damit ist das Grundeinlöseverfahren abgeschlossen.

 

NÄCHSTER SCHRITT. Nächs-ter Schritt zur Umsetzung des Projektes sind die Behördenverfahren. Laut DI Zach sind die erforderlichen Unterlagen zur Erlangung einer wasserrechtlichen sowie einer naturschutzrechtlichen Bewilligung schon in Ausarbeitung. „Diese wollen wir in den nächsten Monaten einreichen“, so Zach. In der Niederwasserperiode 2020/21 will die Landesstraßenverwaltung mit dem Bau beginnen. Als Bauzeit sind rund zwei bis drei Jahre veranschlagt. Die ursprünglich geschätzten Kosten werden in die Höhe gehen: Zach rechnet mit Baukosten von 15 Millionen Euro – anstelle der bisher geplanten 13,5 Millionen Euro. Er nennt auch Gründe für die Mehrkos-ten: „Dies hängt mit der Steigerung der Baukosten zusammen, die der Auftragsboom in der Baubranche bewirkt.“

 

WEISSE WANNE“. Ein wichtiges Detailthema beim Kreisverkehrsprojekt ist die Unterführung. Wegen des naheliegenden Inn und des Grundwassers ist diese als sogenannte „Weiße Wanne“ ausgeführt. Dabei handelt es sich um eine Konstruktion, die praktisch wasserdicht ist, was bedeutet, dass andrückendes Innwasser und Grundwasser nicht eindringen können. Umgekehrt kommt kein Wasser (z.B. Niederschlagswasser) hinaus. Die Entwässerung des Bauwerks erfolgt über das im Zuge des Umbaus errichtete Pumpwerk. Dieses vor allem mit Ölen und Kraftstoffen sowie Reifen- und Straßenabrieb verschmutzte Wasser wird gereinigt und danach ordnungsgemäß einer Versickerung (Versickerungsbecken) zugeführt.

Projektleiter DI Robert Zach: „Die Bauarbeiten sollen wie geplant in der Niederwasserperiode 2020/21 beginnen.“ RS-Foto: Tiefenbacher

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