EU-Abgeordnete Barbara Thaler zu Besuch im Außerfern

Der Vertreter im „Ausschuss der Regionen“, Bgm. Hanspeter Wagner (l.) und VP-Bezirksgeschäftsführer Klaus Schimana (r.) begleiteten Barbara Thaler bei ihrer Visite im Bezirk Reutte. RS-Foto: Schretter

Sie löst damit eines ihrer Wahlversprechen ein

 

Die einzige Tiroler EU-Abgeordnete wurde bei der Europawahl am 26. Mai mit 38.285 Vorzugsstimmen ins EU-Parlament gewählt. Am 2. Juli wurde Barbara Thaler in Straßburg als Abgeordnete zum Europäischen Parlament angelobt. Sie ist stellvertretende Verkehrssprecherin der Europäischen Volkspartei.

„Es ist mir ein großes Anliegen, mich zum einen für das tolle Wahlergebnis zu bedanken. Ich habe ja allein in Tirol 37.690 Vorzugsstimmen erhalten – das ist überwältigend“, lässt Barbara Thaler wissen und führt weiter aus: „Ich schöpfe sehr viel Kraft daraus. Dieses Vertrauen stärkt den Rücken für die Arbeit in den Ausschüssen.“ Manchmal könne sie es noch gar nicht glauben, so die gebürtige Thierseeerin.

„Mein Besuch im Bezirk Reutte gibt mir auch die Gelegenheit, mich persönlich bei Bgm. Hanspeter Wagner, Bezirksgeschäftsführer Klaus Schimana, LTP Sonja Ledl-Rossmann und NR Liesi Pfurtscheller zu bedanken. Die Arbeit, die sie geleistet haben, ist unschätzbar. Ein gutes Team hinter sich zu wissen, tut sehr gut“, sagt Barbara Thaler. Bgm. Hanspeter Wagner kann hier eine kleine Anekdote beisteuern. „Als Barbara vor der Europawahl hier in Reutte war, hat sie es sich nicht nehmen lassen, den ,Hirschen-Stammtisch’ zu besuchen und dort gleich eine Runde Karten mitzuspielen. Ich denke, das hat ihr bestimmt einige Vorzugsstimmen eingebracht.“

Es ging Barbara Thaler aber auch darum, ein Wahlversprechen einzulösen. „Ich habe gesagt, dass ich zu den Leuten gehen und mit ihnen sprechen werde. Die Anliegen der Bürger nehme ich ernst, ich werde mich um alle kümmern“, untermauert die EU-Abgeordnete. „Auf dem Weg nach Straßburg fahren wir auch immer durch das Außerfern. Diese Tatsache werde ich nutzen und hier immer wieder haltmachen. Ich plane, dann Betriebe zu besuchen und mit den Bürgermeistern der Gemeinden zu sprechen.“

Die EU-Abgeordnete hat sich vorgenommen, zweimal im Jahr jeden Tiroler Bezirk zu besuchen. Sie ist überzeugt, dass eine EU-Abgordnete nicht nur in Straßburg und Brüssel präsent sein sollte, sondern auch vor Ort in den Regionen Tirols. Um für Veranstaltungen in den Bezirken auch EU-Bezug herzustellen, bietet Barbara Thaler Videobotschaften an. Hanspeter Wagner und Klaus Schimana sind sich einig, dieses Angebot auf jeden Fall zu nutzen.

Außerferner Anliegen.

besuchte Barbara Thaler die Gemeinde Jungholz. Die „Tiroler Exklave” ist deutsches Zollausschlussgebiet, ist also österreichisches Hoheitsgebiet und gehört zur Zollhoheit Deutschland. So hat Jungholz auch zwei Postleitzahlen – eine österreichische und eine deutsche.

„Die Jungholzer Bürgermeisterin, Carina Konrad,  hat mir eine ganze Mappe voller Anliegen mitgegeben. Es handelt sich vor allem um Anliegen, die Grenzgänger betreffen, etwa, dass an einigen Stellen immer noch nicht bekannt ist, dass es in Jungholz zwei Postleitzahlen gibt. Oft geht es auch um bürokratische Probleme. 60 Prozent der Jungholzer Bevölkerung besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Warum darf dann jemand mit deutscher Staatsbürgerschaft nicht Jungholzer Vizebürgermeis-ter werden?“

Diese besondere Situation verdient Gehör, darum wird sich Barbara Thaler kümmern.

Auf der Besuchsliste standen noch das Vilser Unternehmen IBF, das sich mit effizienter CE-Kennzeichnung befasst, sowie ein Zusammentreffen mit VP-Frauen-Bezirksleiterin Carmen Strigl-Petz, WKO-Bezirksobmann Christian Strigl und WKO-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler.

Viele Bürger fragen bei Barbara Thaler an, ob sie das EU-Parlament einmal besuchen können. „Das begrüße ich sehr. Denn so ein Blick hinter die Kulissen vermittelt ein ganz anderes Bild über unsere Arbeit in Straßburg und Brüssel. Die Hauptarbeit passiert nämlich nicht in dem Saal, den man auch bei TV-Übertragungen sehen kann, sondern in den Ausschüssen.“

Angelobung.

Am 2. Juli ist Barbara Thaler angelobt worden. Mit der Verteilung der Ausschüsse, die im Anschluss folgte, ist sie sehr zufrieden. „Gerade, dass ich im Verkehrsausschuss bin, ist wichtig. Ich kann mich so viel besser für die Tiroler Anliegen einsetzen. Unser Bundesland  ist ja vom internationalen Transit und den damit verbundenen Belastungen direkt betroffen. Ab September verhandle ich dann die Wegekostenrichtlinien, die die Gebührenerhebung für die Benutzung von Straßen durch Nutzfahrzeuge regeln.“ Zusätzlich ist Barbara Thaler noch im Wirtschaftsausschuss.

Bis 2. September ist die Zeit mit konstituierender Arbeit gefüllt, etwa mit Treffen verschiedener Verkehrsminister. Ab dem 2. September beginnt für die Tiroler EU-Abgeordnete die inhaltliche Arbeit.

Geplant.

Wie wichtig Barbara Thaler ihre Anwesenheit in den Regionen ist, zeigt ihr straffes Besuchprogramm, das sie vom Außerfern weiter in die Oberländer Bezirke Imst und Landeck führte. Kommunikation muss von Tirol/den Bürgern zur EU und umgekehrt – in beide Richtungen –  stattfinden.  „Ich verspreche, immer zuzuhören, die Anliegen und Wünsche der Bürger ernst zu nehmen. Ich werde jede Bürgeranfrage beantworten. Wenn ich einmal nicht die passende Ansprechpartnerin bin, suche ich denjenigen, der mit der Thematik vertraut ist“, so Barbara Thaler.

Weiters plane sie ein regelmäßiges (alle sechs bis acht Wochen) Ausschuss-Jourfix zwischen der EU und den Regionen und offene EU-Stammtische. Ab 2020 möchte Barbara Thaler auch regelmäßig Journalisten nach Brüssel oder Straßburg einladen. Nicht nur, um ihren Arbeitsplatz zu zeigen, sondern eben auch, um einen transparenten Austausch zwischen der EU und Tirol zu gewährleisten.

„Im EU-Parlament geht es sehr bürgernah zu, es ist sehr belebt dort. Dieses positive Umfeld macht die Arbeit dort sehr angenehm. Wer sich vor Ort ein Bild davon machen kann, entwickelt einen anderen Blick auf die EU – das sind wertvolle Erfahrungen, die ich gerne vielen Menschen ermöglichen möchte“, schließt EU-Abgeordnete Barbara Thaler ab.