Extra Verren 2018

Der Obmann des Museumsvereins, Ernst Hornstein und Schriftleiter Klaus Wankmiller (1. und 2. v.l.) präsentierten – gemeinsam mit den Autoren Margarethe Kirchmayr, Thomas Pfundner, Sonja Kofelenz und Peter Linser (3., 4., 5. und 6. v.l. ) – die Ausgabe 2017 des Jahrbuches „Extra Verren“. RS-Foto: Schretter

Museumsverein präsentierte neues Jahrbuch

Bereits seit 11 Jahren gibt der Museumsverein Außerfern seine Jahresschrift unter dem Titel „Extra Verren“ erfolgreich heraus. Jedes Jahr veröffentlichen ausgewählte Autoren Beiträge zu Themen mit lokalhistorischem Bezug.

Dass der Bezirk Reutte – obwohl „extra verren“ – also außerhalb des Fern(-passes) gelegen, eine durchaus interessante und bewegte Geschichte zu bieten hat, zeigt sich einmal mehr im hellgrün „gekleideten“ Jahrbuch des Museumsvereins „Extra Verren 2017“.
Wieder ist es dem Schriftleiter und Obmann-Stellvertreter des Museumsvereins Reutte, Klaus Wankmiller,  gelungen, mit interessanten Beiträgen eine 178 Seiten starke Ausgabe zusammenzustellen.
Mit diesen Beiträgen werden einerseits unbekannte, außerfernspezifische Forschungsergebnisse dargestellt, andererseits auch die Lücke in bereits bearbeiteten Themen geschlossen.
„Extra Verren 2017“ wurde im Rahmen der Generalversammlung des Museumsvereins präsentiert.
Sammeln, bewahren, ausstellen und vermitteln sind die Säulen, denen sich der Museumsverein Außerfern verpflichtet hat. Mit der umfassenden Dauerausstellung und den jährlichen Sonderausstellungen ergänzt das Museum im „Grünen Haus“ die Arbeit des Autorenteams rund um Klaus Wankmiller.
Nicht nur die Farbgebung macht die Bände des Jahrbuches besonders, in jedem Jahr gelingt es Klaus Wankmiller auch, ein ganz besonderes Titelbild zu finden und zum Kennzeichen der jeweiligen „Extra Verren“-Ausgabe zu machen.
„Dieses Jahr haben wir uns für eine Ansicht der Stadtpfarrkirche zu Sankt Jakob in Innsbruck (heute Dom zu Sankt Jakob), nach den Plänen Johann Jakob Herkommers entschieden. Diese Ansicht zeigt den Plan von 1725/30 und ist als Deckengemälde eines unbekannten Künstlers im Schloss Fernstein zu sehen“, leitet Schriftleiter Wankmiller seien Ausführungen ein.
Der erste Beitrag beschäftigt sich mit der Archäologie des Bezirkes Reutte. Die einheimische Archäologin Margarethe Kirchmayr berichtet über den aktuellen Forschungsstand und Projekte, so etwa über Altwege bei Musau und Ehrwald, deren Erforschung teilweise völlig neue Erkenntnisse zur Geschichte des Außerfern liefern könnte. Thomas Pfundner, Pfarrer von Holzschwang, widmete sich einmal mehr den Grenzmarkierungen zwischen Tirol und dem Allgäu. Diemal stand der Sorgschrofen im Fokus. Es gibt wohl kaum eine Grenzmarkierung, die Thomas Pfundner nicht schon gesichtet und genau untersucht hat. Wer mehr über den „Pfrontener Rechtler“ erfahren will, ist mit dem Beitrag Pfundners gut beraten.
Ein sehr fleißiger Extra Verren-Autor ist Herbert Wittmann, ehemaliger Realschuldirektor, der sich zwei Bildhauern aus Füssen verschrieben hat. Wittmann beschäftigte sich mit Georg Bayerhoff (1614 bis 1681), der Bildhauer und Braumeister war. Von der Kunst allein konnte er während des Dreißigjährigen Krieges nicht leben, als Bierbrauer konnte er aber sein Auskommen finden. Anders sein Sohn, Hans Adam Bayerhoff {1650 bis 1722), der, nach den Kriegswirren geboren, sich ganz der Bildhauerei hingeben konnte. Mit diesem Beitrag wird die letzte Lücke in der Reihe der Füssener Bildhauer, die im Außerfern bedeutende Spuren hinterließen, geschlossen.
Klaus Wankmiller lieferte einen Beitrag über Johann Jakob Herkommer (1652 bis 1717) und sein Wirken in Tirol. Diesem ist auch das Titelbild gewidmet. In einem zweiten Beitrag berichtet Wankmiller über Ignaz Falbesoner, den Letzten aus der Bildhauerdynastie der Falbesoner aus Nassereith. Viele seiner Werke und wertvollen Aufzeichnungen gingen leider bei den beiden großen Nassereither Dorfbränden (1893 und 1928) verloren, umso wertvoller ist daher dieser Beitrag im Extra Verren 2017.
Josef Mair, Experte für barocke Kunst, schrieb über Nicolaus Uelses, Priester in Elmen. Er veranlasste die Innenausstattung der Pfarrkirche in Elmen.
Der Historiker Richard Lipp beschreibt Bauwerke im Außerfern, die auf Vorhaben König Ludwigs II von Bayern zurückgehen. Der König war dem Außerfern stets verbunden, hielt sich gerne hier auf und hatte große Pläne. Viele seiner Bauten existieren heute nicht mehr, sind aber im Jahrbuch festgehalten.
Peter Linser stellt die Musikerfamilie Weirather im Jahrbuch vor.
Abgerundet wird die Ausgabe 2017 mit einer Buchbesprechung des Ausstellungskataloges „Mit Pinsel und Palette“, die Bibliothekarin Sonja Kofelenz verfasst hat.