„Facelifting“ soll zu altem Glanz verhelfen

Mit dem Gastspiel in Kundl starten Manuel Praty und seine „Gunners“ in eine hoffentlich erfolgreiche Saison. Foto: Alex Dosch

Zirl startet stark verändert in Eliteliga-Saison – Auftakt beim Vizemeister – Das Play-Off als großes Ziel

Die Wochen der harten Vorbereitungszeit sind endlich vorbei. Ab kommendem Wochenende wird in den heimischen Eisstadien wieder scharf geschossen. Waren die Kanoniere des EC Zirl in den vorangegangenen Spielzeiten zumeist mit Platzpatronen „bewaffnet“, deutet heuer vieles auf eine reelle Play-Off-Chance hin. Ein Umstand, der auch den Aktivitäten am Transfermarkt geschuldet ist.

Sechs Neue (siehe unten) und mit Ben Payne, Dominik Simperl (beide Wattens), Philipp Draxl, (Kundl), Gebhard Leitner, Stefan Niedrist und Matthias Haller (allesamt Pause) ebenso viele Abgänge: in Zirl blieb kein Stein auf dem anderen. Ganz abgeschlossen ist das Transferprogramm dennoch nicht. In der Defensive besteht nach den Abgängen von Simperl und Draxl noch Handlungsbedarf. „Mit den beiden haben uns unsere zwei stärksten Verteidiger verlassen. Dementsprechend sind wir noch auf der Suche nach Ersatz. Aber der Markt ist sehr dünn“, will sich Trainer Georg Walpoth „keinen Stress“ bei der Suche machen. Die war im Grunde genommen auch schon abgeschlossen. „Wir waren uns mit Benny Schennach eigentlich schon einig. Er hat uns dann aber leider kurzfristig abgesagt und sich für Wattens entschieden.“

Ebenfalls den Weg Richtung Kristallstadt bestritt Ben Payne. Jener Mann, der es in den drei vorangegangenen Spielzeiten auf nicht wenig als 117 Scorerpunkte brachte. Die Quote seines Ersatzmannes ist noch eine Spur beeindruckender. Herbert Steiner war in den letzten zwei Saisonen stets die Nummer Eins in der Scorer-Wertung, brachte es in drei Jahren auf 122 Punkte. „Die beiden sind nicht wirklich vergleichbar. Herbie ist ein richtiger Führungsspieler, ein Scheibenverteiler. Ben agiert mehr in Einzelaktionen“, weiß Zirls Headcoach.

Der gibt sich, was die Vorbereitungszeit betrifft – Martin Gerstbauer zeigte sich für das Trockentraining verantwortlich – durchaus zufrieden. „Wir haben Ende Mai  begonnen. Dabei bewusst auf monotones Krafttraining verzichtet. Und seit August stehen wir am Eis. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Alle ziehen an einem Strang.“

In Sachen Saisonziel will sich Walpoth nicht festlegen. „Wir geben keine Platzierung vor, wollen uns dadurch nicht unnötigen Druck auflegen. Diesen Fehler haben wir letztes Jahr gemacht. Aber natürlich möchten wir ins Play-Off. Viel hängt davon ab, wie schnell wir uns in der Defensive festigen. Vorne sind wir immer für Tore gut.“ Und wer hat die größten Chancen auf den Titel bzw. das Play-Off? „Auf jeden Fall Hohenems. Was die an Spielern holen können. Solche Möglichkeiten hat kein Verein in Tirol. Wattens hat sich letzte Saison unter Wert verkauft, war am Transfermarkt sehr aktiv. Und Kundl muss man auch auf der Rechnung haben.“

Jenes Kundl, das zum Saisonstart – Spielbeginn ist am Samstag um 18.30 Uhr – wartet. Trotz des Overtime-Erfolgs im bislang letzten Duell (5:4), spricht die Bilanz eindeutig gegen die „Gunners“. Drei Siegen stehen gleich sieben Niederlagen gegenüber. „Das erste Match ist immer so ein „Schau-ma-mal-was-passiert-Spiel“, weil keiner genau weiß, wo er steht. Aber der Druck liegt sicher bei Kundl.“

Wer gegen die „Crocodiles“ den Zirler Kasten hütet und somit die Nachfolge von Matthias Haller antritt, steht noch nicht fest. „Die letzten Trainingseindrücke entscheiden. Aber Sowohl Rene (Huber, Anmerk.) als auch Manuel (Draxl, Anmerk.) werden ihre Einsatzzeiten bekommen.“

Die neuen Kanoniere

Herbert Steiner – Mit dem ehemaligen Kufsteiner kommt der Topscorer (elf Tore, 33 Assists) der abgelaufenen Elite-Liga-Saison nach Zirl. Zudem bringt Steiner auch viel Erfahrung mit. Der zweimalige Elite-Liga-Meister absolvierte 219 Bundes- und Nationalligaspiele für den HCI.

Maximilian Steinacher – Mit Steinacher tauscht ein weiterer Ex-Kufsteiner das „Dragons“-Trikot gegen das der „Gunners“. Der Verteidiger lief 345 Mal für die Innsbrucker Haie auf und kürte sich unter anderem zum Nationalliga-Meister.

Curtis Lamp – Mit dem US-Amerikaner kommt ein echter Wandervogel nach Zirl. 2012/12 spielte Lamp bei den Juniors der Vienna Capitals. 2012/13 zog es ihn nach Schweden zu den Lidingö Vikings. Von 2013 bis 2016 trug Lamp das Trikot von Slovan Bratislava bzw. Kapfenberg ehe es ihn in der Vorsaison nach Silz verschlug.

Klemens Plössl – Plössl schnürte seine Schlittschuhe ebenfalls für die Silz Bulls. Zuvor ging der 28jährige unter anderem für Kundl und den HC Innsbruck auf Torejagd. Für die Haie erzielte der erfahrene Stürmer in fünf Saison 50 Tore und leistete zu 65 den Assist.

Christoph Höhn – Höhn ist ein alter Bekannter in Zirl. Er spielte bereits in den „goldenen Zeiten“ von 2007 bis 2010  für die „Gunners“, wurde dabei zweimal Meister. Nach Gastspielen in Wattens und Mils kehrt der 27-Jährige wieder an alte Wirkungsstätte zurück.

Rene Huber – Der 21-Jährige kommt vom HCI und soll in die Fußstapfen von Matthias Haller treten. Huber trug fünf Jahre lang das Haie-Trikot, stand in der EBYSL-U20 69 Mal zwischen den Pfosten und war zudem 2. Back-Up des Bundesligisten.

Von Alex Dosch

Ben Payne (links) geht künftig für Wattens auf Torejagd. Mit Herbert Steiner (rechts), dem Topscorer der zwei abgelaufenen Saisonen, gelang Zirl aber ein echter Transfercoup. Foto: Alex Dosch
Auch Dominik Simperl schnürt künftig für Wattens die Schlittschuhe. Foto: Alex Dosch

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