Facettenreiches Jazz-Wochenende

Das Kulturforum lud bereits zum neunten Mal nach Breitenwang

Es waren zwei Festtage, die vom Kulturforum Breitenwang zum neunten Mal für Jazzfreunde organisiert wurden. Leider verloren sich besonders am ersten Tag die Zuhörer im großen Tauernsaal, aber die bekamen feinsten Jazz in vielen Variationen zu Gehör. Facettenreich brachten die Protagonisten der beiden Abende die verschiedenen Stilrichtungen des Jazz in vielen Variationen zu Gehör.

Man nehme fünf Herren im fortgeschrittenen Alter, gebe ihnen Saxophon, Klarinette, Schlagzeug, Flügelhorn, einen Bass und ein Piano und sie zelebrieren als Quintett „Südlich von Helsinki“ Jazz in feinster Manier! So auch beim „9th weekend for Jazz“ im Veranstaltungszentrum Breitenwang. Jeder für sich ein Solist, verstanden es Fritz Schweiger, Tiny Schmauch, Stefan Sigg, Andreas Kopeinig und als Stargast Harald Rüschenbaum im Handumdrehen, das Publikum für sich und ihre Eigenkompositionen zu gewinnen. Titel wie „Made in Austria“, „Du sollst nicht Trübsal blasen“ oder „Der Tempel des Herkules“ zeigten die ganze Bandbreite dieses Quintetts.
Nach diesen „Local Heroes“, wie sie Martin Gasselsberger nannte, war es ihm und seinen beiden Partnern, Roland Kramer (Bass) und Gerald Endstrasser (Drums), „exklusiv“ vorbehalten, von Anfang an – zusammen mit der faszinierenden Sängerin Petra Linecker – einen Auftritt der Sonderklasse auf die Bühne zu bringen. Im Duo, im Trio oder im Quartett – es war ein Ohrenschmaus. Petra Linecker, mal mit schmeichelnder Stimme, mal sinnlich und „verführend“, war ein Synonym für Schönheit, Ruhe und Gelassenheit. Begleitet wurde sie dabei behutsam und aufmerksam vom Pianisten Martin Gasselsberger und seinen Mannen.
Am Samstag eröffnete die „Young Dixieland Band“ der Landesmusikschule Reutte den Abend. Unter der Leitung von Andrei Ene servierten sie einen frischen und temporeichen Auftritt. Wie vor zwei Jahren begeisterte die Band um die „Bubreg-Brüder“ mit vielen gängigen Titeln vom „Tiger Rag“ über „Down by the Riverside“ bis hin zum „Black Bottom Song“.
Den „Schlussakkord“ setzte das „Stefan Costa Trio“ mit Andy Mayerl (Bass) und Wolfgang Rainer (Schlagzeug) – zusammen mit Sängerin Alexandra „Aja“ Eberle-Zischg. Ein beeindruckendes Quartett, das einige seiner Darbietungen, nach den Worten von Costa, mit einem Augenzwinkern Prominenten wie Donald Trump, Hillary Clinton und „Mörtel“ Lugner widmete. Ajas kristallklarer wie gefühlvoller Soul-Gesang beeindruckte das Publikum und fein abgestimmt mit dem Trio war der Auftritt des Quartetts beeindruckend.

Von Uwe Claus

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