Feierliche Angelobung

Einer der Höhepunkte: Mit der Hand an der Fahne wurde durch die Rekruten, stellvertretend für ihre Kameraden, mit der Formel „Ich gelobe“ das Gelöbnis gesprochen. RS-Fotos: Claus

197 Männer und eine Frau gelobten der Heimat die Treue

Nicht gerade wohlgesonnen war der Wettergott den Rekruten des Militärkommandos Tirol und des Stabsbataillons 6 anlässlich ihrer Angelobung auf dem Sportplatz von Breitenwang. Im strömenden Regen mussten die jungen Soldaten des Einrückungstermins April 2019 ebenso wie die Männer der Militärmusik Tirol, der Traditionsverbände der Kaiserjäger sowie des Bataillons Ehrenberg ausharren, um ihr Gelöbnis auf die Republik Österreich abzulegen.

Von Uwe Claus

Unter den Ehrengästen waren, neben den Angehörigen der Rekruten, Landtagsvizepräsident Anton Mattle, Breitenwangs Bürgermeister Hanspeter Wagner und Generalmajor Herbert Bauer, als höchster militärischer Vertreter, auf dem Sportplatz von Breitenwang.

Einsatz im Ernstfall.

Als besondere Ehre und Auszeichnung für den Bezirk und die Gemeinde empfand Bürgermeister Wagner die Angelobung in Breitenwang. „Es ist noch gar nicht so lange her, da glaubte man, das österreichische Bundesheer brauche man nicht mehr. Die Katastropheneinsätze der letzten Jahre, im Besonderen der Hilfseinsatz nach der Hochwasserkatastrophe 2005 im Außerfern, haben bewiesen, wie notwendig wir diese Hilfe brauchen.“ Es sei wichtig, auch für solche Situationen gerüstet zu sein und einen kompetenten Partner zu haben. Als österreichischer Staatsbürger, als Bürgermeister und als Mitglied im Ausschuss der Regionen in Europa wies er darauf hin, dass wir beinahe 80 Jahre in einem Land leben dürfen, in dem Freiheit, Solidarität, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Frieden von größter Bedeutung sind. Dazu leiste die Existenz des österreichischen Bundesheeres einen wesentlichen Beitrag, der auch ein Verdienst der europäischen Friedenspolitik sei. „Sie erbringen damit einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit Österreichs, für unser Bundesland Tirol und für die Allgemeinheit“, stellte er fest.
GenMjr Herbert Bauer erörterte in seiner Ansprache: „Angelobt werden heute junge österreichische Staatsbürger, die in Erfüllung ihrer Wehrpflicht nun Waffen tragen und damit das Recht und die Pflicht haben, diese Waffen im Falle des Falles auch einzusetzen. Sie müssen auf alles vorbereitet sein und im Falle des Falles alles anwenden zu können, was man ihnen in der Ausbildung beigebracht hat.“ Weiter betonte er: „Von Ihnen, sehr geehrte Anzugelobende, erwarten wir jetzt Treue zu unserer Heimat, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Umsicht, Wachsamkeit – aber auch Tapferkeit und Klugheit, als unverzichtbare Forderungen an den Soldaten und den Menschen“, so der Militärkommandant von Tirol. Die Anzugelobenden wies Landtagsvizepräsident Anton Mattle darauf hin, dass sie sowohl beim Schutz des Heimatlandes, der kritischen Infrastruktur oder der Grenzen vor illegaler Migration als auch bei der Verteidigung der Unabhängigkeit und Souveränität Österreichs der Republik zu dienen haben. Er richtete den Appell an die Rekruten, die Staatsbürgerpflichten ernst zu nehmen, das Wort zu ergreifen, wenn es zu Fehlentwicklungen komme und sich zu freuen, Bürger eines der schönsten Länder sein zu dürfen.

Festakt.

Im Anschluss an die Ansprachen folgte der Höhepunkt des Festaktes, die feierliche Angelobung der Soldaten und Soldatinnen, die ihr Gelöbnis mit einem lautstarken „Ich gelobe“ kundtaten. Der besinnliche Teil des Festaktes wurde vom katholischen Militärseelsorger beider christlicher Konfessionen sowie des muslimischen Militärseelsorgers gestaltet. Den feierlichen Rahmen unter den Klängen der Militärmusik Tirol, unter Leitung von Oberst Hannes Abfolterer, bildete zu dieser Zeremonie eine Ehrenkompanie des Stabsbataillons 6, die Schützenkompanie Reutte, die eine Ehrensalve abfeuerte und zahlreiche Fahnenabordnungen der Traditionsverbände.

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