Feuer und Flamme für Menschen

Gründungsobmann Hermann Tschiderer (2. v.l.) schildert die Anfänge der Lebenshilfe Reutte. RS-Fotos: Schretter

Lebenshilfe Reutte feiert 40. Geburtstag

Am Freitag, dem 9. November, feierte die Lebenshilfe Reutte im VZ Breitenwang ihr 40-jähriges Bestehen. Mitarbeiter, Klienten, Familien und Freunde waren gekommen und ließen vier bewegte und erfolgreiche Jahrzehnte Revue passieren. 

Sie leiteten gekonnt durch den Abend: die Moderatoren Wolfgang Winkler und Helga Steinlechner (linkes Bild). Vereinsobmann Peter Müller lobt die Arbeit des gesamten Teams.

Wolfgang Winkler und Helga Steinlechner, selbst Klientin der Lebenshilfe Reutte, führten als Moderatoren durch den Abend. Gründungsobmann Hermann Tschiderer schilderte die Anfänge der großartigen Idee, die ganz im Dienste der Menschen mit besonderen Bedürfnissen steht. Tief in sein Gedächtnis hat sich der Besuch von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger eingebrannt. „Er kann durchaus als Mentor der Lebenshilfe bezeichnet werden. Er ging ausgeprochen herzlich auf die Klienten zu.“ Vereinsobmann Peter Müller lobte das gesamte Team. „Gemeinsam können wir im Verein Dinge bewegen, die für Familien, Klienten und Sachwalter sonst oft nicht möglich wären. Franz Peter Witting, der Leiter Lebenshilfe Reutte, führt das Team der Mitarbeiter umsichtig und engagiert. Wir alle wollen weiter beherzte Wegbegleiter für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sein.“
In einer Experten-Gesprächsrunde wurde das Thema Inklusion angesprochen. Kdg-Geschäftsführer Dominik Friedle ist überzeugt von der Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe. Inklusion könne jedem Unternehmen nur empfohlen werden. „Wendelin Prantl ist jeden Mittwoch bei uns und entlastet uns in unserer Arbeit (die RUNDSCHAU berichtete).“ Auch Bgm. Helmut Schönherr aus Pflach kann diesen Ansatz nur bestätigen. „Schon seit einigen Jahren ist die Lebenshilfe auch bei uns im Innovationszentrum in Pflach. Ganz am Anfang gab es wohl Reibungspunkte. Wir haben uns aber schnell aneinander gewöhnt und jetz läuft alles reibungslos. Der gute Wille zählt und wenn man miteinander redet, bekommt man alles in den Griff.“ Robert Mages, Behindertensprecher im Vereinsvorstand, wünscht sich, dass der eingeschlagene Weg weitergeführt wird. „Ich kann meine Wünsche äußern, aber viele meiner Kollegen können das nicht. Für sie alle möchte ich Sprachrohr sein und mich dafür einsetzen, dass auf die Wünsche der Klienten weiter eingegangen wird. Persönliche Assistenz ist wichtig. Ohne diese wertvolle Beziehung geht es nicht. Mein Appell an die Arbeitgeber: ,Habt Mut und gebt Klienten eine Chance’. Ich habe bei Plansee diese Chance erhalten und dort 30 Dienstjahre verbracht, mit meiner Erfahrung versuche ich jetzt, anderen Klienten zu helfen.“ Cordula Müller, ehemalige Mitarbeiterin der Lebenshilfe Reutte und ebenfalls im Vorstand, stimmt dem zu. Auch sie kann aus 30 Berufsjahren viel Input bringen. „Wer sich auf ein Abenteuer einlassen möchte, wird bei der Mitarbeit in der Lebneshilfe sehr glücklich werden. Man muss diesen Beruf finden, ihn leben. Für mich war es Berufung.“

Wendelin Prantl spielt mit Hingabe „Musik von Wendelin“.

Für den feierlichen Rahmen des Abends zeichneten neben den virtuosen Márton und Bence Bubreg auch Klient Wendelin Prantl und die Cirilo School of Dance verantwortlich. Als Duo Clari-Sax holten Márton und Bence Bubreg den Bundessieg beim Wettbewerb ,Musik in kleinen Gruppen’ (die RUNDSCHAU berichtet auf Seite 30). Wendelin Prantl gab mit seiner Ziehharmonika ,Musik von Wendelin’ zum Besten.

Musikpädagogin Maria Luise Witting (2. v.r.) und Gründungsobmann Hermann Tschiderer lauschen dem Spiel von wendelin Prantl.

Wendelin ist sehr musikalisch und wird von Musikpädagogin Maria Luise Witting unterstützt.

Als besonderes Highligt des Abends traten die verschiedenen Gruppen der Cirilo School of Dance, unter der Leitung von Alberto Cirilo, auf. „Wir haben in der Lebenshilfe beste Voraussetzungen zum Üben und sind sehr dankbar, dass wir schon viele Jahre kommen dürfen“, bedankt sich der quirlige Mann aus Brooklyn und brachte mit seinen Tänzern die Bühne zum Beben. Bei einem gemeinsamen Essen klang der Abend gemütlich aus.