Folgt der ÖFB der ÖVP?

Liebe Freunde der wichtigsten Nebensache der Welt!

Der Fußball ist bunt. Die Farben der Dressen unserer Kicker am grünen Rasen stiften Identität zwischen Athleten und Fans. Die Bayern sind rot. Auch der FC Liverpool firmiert unter dieser Signalfarbe. Die Borussia aus Dortmund trägt gelb-schwarz. Wacker Innsbruck grün-schwarz. Rapid grün-weiß. Die Wiener Austria violett. Das hat Tradition. Und ist längst auch ein Riesengeschäft. Neben Geldern von Sponsoren, Einnahmen aus Fernsehrechten und dem Verkauf von Eintrittskarten sind Werbeartikel wie Leiberln des Lieblingsklubs eine wichtige Finanzquelle für Vereine. Besonders stark wirken Farben bei Nationalteams. In Österreich hat Rot-Weiß-Rot jahrzehntelang das Bild im Stadion geprägt. Die Anhänger zeigten Flagge, in dem sie die Fahnen ihres Landes hochgehalten haben. Jetzt ist alles anders. Zumindest bei Auswärtsspielen. Da betreten unsere Ballkünstler ab sofort in schwarz-türkis das Spielfeld. Laut der Sportfirma Puma sei das der neue Jugendstil, der die Frische und Schnelligkeit der für die Europameisterschaft qualifizierten Fußballer symbolisiert. Doch es gibt auch eine andere Vermutung. Die neue Farbmischung sei eine Anbiederung an die stärkste politische Kraft im Lande. Kritiker betonen, es handle sich dabei um eine Huldigung der ÖVP. Eine klassische Form der politischen Umfärbung. Während einst im ÖFB Präsidenten wie der legendäre „Tschick-Peppo“ Josef Mauhart, Chef der Tabakregie, das rote Sozi-Zepter schwangen, gilt Neo-ÖVP-Chef Leo Windtner als Schwarzer. Wie auch immer. David Alaba erscheint im neuen Trikot klassisch-elegant. Die mintgrünen Hosen scheiden die Geschmäcker. Was bei Siegen wurscht ist. Bei Niederlagen freilich geht türkis kräftig in die Hose!

Meinhard Eiter