Freie Fahrt

Josef Geisler die Arbeiten an den Straßenverbindungen auf das Sonnenplateau. Foto: Land Tirol

Alle Straßenverbindungen im Bezirk Landeck befahrbar

 

Auch die L19 Serfauser Straße ist wieder offen – sie -wurde am 30. Mai wieder in Betrieb genommen und war die letzte der Landesstraßen im Bezirk, die seit Jahresbeginn von 16 Hang-rutschungen und Felsstürzen betroffen war.

 

Von Daniel Haueis

 

Am 30. Mai um 15.30 Uhr konnte mit der Serfauser Straße auch die letzte in Mitleidenschaft gezogene Straßenverbindung im Bezirk Landeck wieder für den Verkehr freigegeben werden. „Bei jedem einzelnen Ereignis ist es gelungen, die Erreichbarkeit der Orte in kürzester Zeit wieder herzustellen – zwischenzeitlich wenn notwendig über Notwege. In Summe haben wir bislang allein im Bezirk Landeck sieben Millionen Euro aufgrund von Katastrophenschadensereignissen aufgewendet“, zieht Straßenbaureferent LH-Stv. Josef Geisler Zwischenbilanz. Auch wenn alle Straßenverbindungen befahrbar sind, sind die Arbeiten noch nicht gänzlich abgeschlossen. Auf der L286 Ladiser Straße bleibt die einspurige Verkehrsführung nach wie vor aufrecht. Dieser Bereich wird weiterhin mit einer Ampelanlage geregelt. Mit der Öffnung der Serfauser Straße wird die Ersatzstraße für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Bereits seit Mitte Mai sind die Sicherungsarbeiten an der B180 Reschenstraße abgeschlossen. Die L76 Landecker Straße, die L17 Piller Straße und die L313 Fendler Straße konnten zeitnah nach den Ereignissen wieder freigegeben werden.

 

 

 

Josef Geisler über Felsstürze und Hangrutschungen auf Landesstraßen im Bezirk

 

16 Hangrutschungen und Felsstürze auf Landesstraßen hat es allein heuer im Bezirk Landeck gegeben. Laut LH-Stv. Josef Geisler wurden allein für die Behebung dieser Katastrophenschäden sieben Millionen Euro aufgewendet. Die Gutachten zur Landecker Straße L76 und die B180 Kajetansbrücke-Nauders stehen noch aus.

 

RUNDSCHAU: Das bislang letzte Todesopfer im Bezirk Landeck aufgrund von Felsstürzen o.ä. war Mitte 2017 auf der Reschenstraße zu verzeichnen. Ein Jahr zuvor, bei der Eröffnung der Niklasgalerie, war die Rede davon, dass die B180 nun vor Steinschlag sicher sei. Die Natur hält sich nicht an Prognosen von Fachleuten – was bedeutet das für Sie als Landespolitiker?

LH-Stv. Josef Geisler: Wir haben in den vergangenen fünf Jahren mit der Tschinglsgalerie, der Niklasgalerie und einer Reihe lokaler Maßnahmen zwölf Millionen Euro in die Sicherheit der Reschenstraße inves-tiert. Wir sind davon ausgegangen, dass die Straße nach menschlichem Ermessen sicher ist, weil wir alle Maßnahmen nach dem Stand der Technik und des Wissens durchgeführt haben und das auch weiterhin tun. Wir haben hier nichts verabsäumt. Naturereignisse sind eben nicht zu 100 Prozent vorherzusagen und abzuschätzen. Das weiß gerade auch die Bevölkerung in unseren Tälern. Damit müssen wir alle – nicht nur ich als Politiker – leben.

RS: Heuer gab’s im Bezirk Landeck rund 20 Hangrutsche und Felsstürze auf Landesstraßen. Wissen Sie schon, wie viel das Land deshalb investieren muss?

JG: 16 Hangrutschungen und Felsstürze auf Landesstraßen hat es im Bezirk Landeck im heurigen Jahr gegeben. Ende Mai konnte mit der Serfauser Straße auch die letzte in Mitleidenschaft gezogene Straßenverbindung wieder für den Verkehr freigegeben werden. In Summe haben wir bislang im Bezirk Landeck sieben Millionen Euro aufgrund von Katastrophenschadensereignissen aufgewendet.

RS: Akutmaßnahmen wurden rasch umgesetzt. Damit wird es aber wohl nicht überall getan sein: Immer wieder gibt es z.B. Felsstürze auf die Landecker Straße L76, die heuer glücklicherweise ohne Verletzte oder gar Todesopfer vonstatten gingen. Wissen Sie bereits, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen?

JG: Die Untersuchungen stehen kurz vor dem Abschluss und werden in den nächsten Wochen vorliegen. Dann können wir entscheiden, welche Maßnahmen getroffen werden.

RS: Auch der Bereich Kajetansbrücke-Nauders der B180 wurde begutachtet. Kennen Sie das Ergebnis bzw. die Empfehlungen?

JG: Hier liegt der Abteilung Verkehr und Straße das beauftragte Gutachten noch nicht vor.

RS: Vor einigen Jahren wurde mit dem Gfölltunnel eine sichere Zufahrt ins Paznaun realisiert. Orte wie Serfaus, Fiss und Ladis (Serfauser Straße, Ladiser Straße), Nauders (B180) oder auch Fließ (L76) dürften sich ähnlichen Einsatz für ihre Bürger und Gäste erwarten, oder?

JG: Sicherheit hat in Tirol einen hohen Stellenwert, und wir investieren gerade im Bezirk Landeck jedes Jahr mehrere Millionen in möglichst sichere Verkehrsverbindungen. Ich darf daran erinnern, dass das Paznaun keine alternative Zufahrt hat. Wenn die B188 nicht befahrbar ist, ist das gesamte Tal abgeschnitten. Sowohl das Sonnenplateau, Nauders und Fließ sind über alternative Straßenverbindungen – wenn auch mit einem Zeitverlust – auch dann erreichbar, wenn eine Zufahrt über die B180 oder die L76 nicht möglich sein sollte. Nichtsdestotrotz bemühen wir uns überall um sichere Straßenverbindungen.

RS: Abschließend: Fachleute haben nach diesem schneereichen Winter mit Hangrutschen und Steinschlag gerechnet. Was wird sein, wenn der nächste Winter ähnlich wird?

JG: Wir leben und wirtschaften im alpinen Raum. Dieser Winter hat uns gefordert. In einem Land wie Tirol müssen wir trotz aller Vorkehrungen mit Naturgefahren leben. Aber wir können damit umgehen und sind dankbar, dass niemand verletzt oder getötet wurde. Hundertprozentige Sicherheit können wir nicht garantieren. Ein Restrisiko wird es immer geben. Was ich aber garantieren kann: Im Ernstfall tun wir alles, um Verkehrsverbindungen schnellstmöglich wieder herzustellen. Die Verbindung auf das Sonnenplateau ist dafür ein gutes Beispiel. Bei allen, die das ermöglicht haben, darf ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken.

RS: Danke.