Freunde im Netz

Liebe Freunde von Freundschaften im Internet!

Neben Essen und Trinken gehört die Anerkennung zu den wichtigsten Grundbedürfnissen von uns Menschen. Alles, was wir täglich brauchen, ist letztlich auch ein Riesenmarkt für Geschäftsideen. So sind auch die sogenannten sozialen Medien entstanden. Facebook, Twitter, Instagram & Co. erleichtern uns scheinbar den Kontakt zur Außenwelt. Wer sich einsam fühlt, ist per Mausklick rasch nicht mehr allein. Doch nicht nur Leute, die Partner suchen, kommunizieren im Netz. Auch Firmen bewerben ihre Produkte. Und Politiker ihre Ideen. Das ist jedoch nicht frei von Gefahren. Aktuelles Opfer dieses Hangs zum Schnellschuss ist der neue Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer. Der politische Senkrechtstarter, der erst vor ein paar Monaten mit seinem Horizontal-Sager in Richtung grüne Landesrätin Gabi Fischer in die Sexismus-Falle tappte, trat dieser Tage in den nächsten Fettnapf. Ein halbprivates Treffen mit dem blauen Walter Meischberger stellte der Schorsch amikal mit dem Titel „Mein Freund Walter“ ins Netz. Was fatale Auswirkungen hat. Denn der Ex-FPÖ-Lobbyist steht vor Gericht in Verdacht, beim Verkauf von Bundeswohnungen kräftig mitgeschnitten zu haben. In einer Zeit, in der Wohnungen für den Otto Normalbürger nahezu unerschwinglich werden, sich als „Sozi“ mit einem neoliberalen „Allgemeingut-Verscherbler“ zu verbandeln. So etwas nennt man auf gut Deutsch einen Schuss ins Knie. Dabei gilt Dornauer als eines der größten politischen Talente im Lande. Gebildet, offenherzig, fleißig und fesch ist der Sellrainer Bürgermeister und Landtagsabgeordnete mit Doktortitel. Aber auch eitel und unbelehrbar. Mit überhöhtem Drang zur medialen Präsenz.  Selbst beim Essen greift er neben Messer und Gabel ständig zum Handy. Da steigt die Gefahr, irgendwann den Löffel abgeben zu müssen. Ich empfehle ein Intensiv-Coaching-Programm. Themen: Der Feind im Freund. Und: Mund halten auf Knopfdruck!

Meinhard Eiter