Für ein Außerfern mit Zukunft

Philipp Zangerl, Sonja Ledl-Rossmann, Markus Eberle, Elisabeth Pfurtscheller und Pascal Winkler (v.l.) setzen sich für ein Außerfern mit Zukunft ein. RS-Foto: Schretter

Tiroler Volkspartei stellt Kandidaten für den Bezirk Reutte vor

Das neue Zukunftsprogramm der Tiroler Volkspartei heißt sehr plakativ „Vorsprung Tirol“. Gemeinsam mit der Bevölkerung und Experten wurde in den vergangenen Monaten über Antworten auf die großen Fragen der Zeit diskutiert. Die gesammelten Ideen und Konzepte bilden nun die Grundlage des VP-Zukunftsprogramms. Ziel ist es, für die nachfolgenden Generationen ein Land zu schaffen, in dem sie alle Möglichkeiten vorfinden. Bei einem Pressegespräch wurden auch im Bezirk Reutte die Kandidaten für die bevorstehende Landtagswahl (25. Februar) vorgestellt.

Bundesrätin Sonja Ledl-Rossmann stellte neben den Kandidaten auch die von der VP-Liste fokussierten Kernthemen vor. „Wir sind im Bezirk gut aufgestellt. Die Zusammensetzung im Team passt, wir ziehen an einem Strang und wollen das Beste für das Außerfern rausholen“, gibt sie die Devise aus.
Sonja Ledl-Rossmann führt die Bezirksliste an und steht auf der Landesliste an zweiter Stelle. Diesen Landeslistenplatz sieht sie als Zeichen gegenüber dem Außerfern: „Das ist ein Außerferner Mandat.“
An zweiter Stelle der Bezirksliste ist der Tannheimer Bürgermeister Markus Eberle gereiht. Außerferner auf der Landesliste sind auf Platz 23 Philipp Zangerl aus Steeg, auf Platz 32 Elisabeth Pfurtscheller aus Reutte und auf Platz 65 Pascal Winkler aus Lechaschau.

Drei Themen im Fokus. Sonja Ledl-Rossmann stellte drei Themen in den Fokus. Bezüglich der Ansiedelung einer HTL mit Schwerpunkt „Digitale Technologien“ dürfe keine Zeit mehr verloren werden. Eine Bedarfsstudie – beauftragt von Wirtschaftskammer, Land Tirol und Industriellenvereinigung – zeigte, dass Gewerbebetriebe in Westtirol bis zu 80 Absolventen einer solchen HTL aufnehmen könnten. Zur Zeit laufen Eruierungsarbeiten, es wird am Lehrplan gefeilt, Räumlichkeiten werden gesucht und überprüft und es wird abgeklärt, wie eine Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft (z.B. Nutzung von Werkstätten und Laboratorien) aussehen könnte. Laut LH Günther Platter soll eine Entscheidung definitiv bis Juni fallen. „Wenn wir diese HTL nicht im Bezirk Reutte bauen, wird sie woanders gebaut. Das heißt, dass Außerferner Schüler zum Schulbesuch in einen anderen Tiroler Bezirk  gehen müssten. Die fehlen dann bei uns“, gibt Sonja Ledl-Rossmann zu bedenken.
Als zweites Thema nannte die Bundesrätin die Zukunft der Pflege im Außerfern. Wohl sei man im Pflegebereich gut aufgestellt, sowohl Betroffene als auch deren Angehörige würden gute Unterstützung erfahren, aber, man müsse sich für die Herausforderungen der Zukunft rüsten.
In einer Zusammenführung der beiden Außerferner Pflegeheime, „Haus Ehrenberg” und „Haus zum Guten Hirten” unter einer einheitliche Verwaltung – wie von Reuttes Bgm. Luis Oberer gefordert – sieht sie keinen zukunftsweisenden Ansatz. Beide Heime, die hochwertige Arbeit leisten und auch die Synergien mit dem Bezirkskrankenhaus und der Marktgemeinde Reutte gut nutzen, verfügen bereits über eine sehr schlanke Verwaltung. Um diesen Stadnard halten zu können, braucht es aber unbedingt Leitungspersonen vor Ort.
Gedanken muss man sich nicht nur über die fehlenden stationären Betten machen, sondern auch über die Strukturen in den Regionen. „Wir möchten erreichen, dass die Menschen so lange wie möglich in ihren Regionen bleiben können. Betreutes Wohnen oder Tagespflege sind hier wichtige Schlagworte“, so BR Ledl-Rossmann.
Besonders heftig unter den Nägeln brennt die Debatte um die Maßnahmen für die Fernpassstrecke. Für Sonja Ledl-Rossmann und ihre Mitstreiter ist die einzige ehrliche, realistische und machbare Variante die Umsetzung der Fernpassstrategie –  Bau des Fernpassscheiteltunnels und des Tschirganttunnels. Nur mit der Umsetzung der Fernpassstrategie würde auch das Fahrverbot für Lkw über 7,5 t aufrecht erhalten, da Charakteristik der Straße, Verkehrszusammensetzung und Verkehrsbelastung es gar nicht anders zulassen. „Wenn das Tonnage-Limit fällt, bekommen wir die Lkw-Blockabfertigung wie in Kufstein“, ist sich Ledl-Rossmann sicher, außerdem brauche es eine Erleichterung, aber keine neue Transitroute durch das Außerfern.
Einigkeit. Die Kandidaten des Bezirkes Reutte zeigen Einigkeit bei den angesprochenen Themen. Sie stehen hinter der Ansiedelung einer HTL für digitale Technologien, befürworten, dass Pflegebedürftige so lange wie möglich in ihrer Region bleiben können und eine Entlastung für die Pflegeheime erreicht werden soll. Und in der Umsetzung der Fernpassstrategie sehen sie die einzig wahre und sinnvolle Maßnahme am Fernpass.