Fusionen durch Wechsel möglich

Strengen tritt dem Gemeindeverband Soziale Dienste Stanzertal bei – damit werden mobile und stationäre Pflege der Strenger künftig von Flirsch aus organisiert. Foto: MEV

Fusion von Sozialsprengel und Altersheimverband im Stanzertal und in „St. Josef“ geplant

 

Sozialsprengel und Altersheimverband zu „verschmelzen“ bringt einige Vorteile. Im Stanzertal bzw. „St. Josef“ (Paznaun u.a.) wird dies möglich, weil Strengen nun in puncto Altersheim zu Stanzertal wechselt.

 

Von Daniel Haueis

 

Am 3. Oktober wurde vom -Ischgler Gemeinderat einstimmig beschlossen, eine Vereinbarung für den Gemeindeverband „Soziale Dienste St. Josef – Grins“ zu erlassen. Sie enthält u.a. die Aufgaben, die denen des bisherigen Sozialsprengels und des Altersheimverbandes entsprechen – mit anderen Worten: Es kommt zur Fusion der beiden bisher getrennten Institutionen. Dem Verband gehören Galtür, Grins, Ischgl, Kappl, Pians, See, Stanz und Tobadill an. Strengen ist nicht dabei – bisher war die Gemeinde Mitglied des Sozial- und Gesundheitssprengels Oberes Stanzertal mit Sitz in Flirsch und Mitglied des Wohn- und Pflegeheimverbands St. Josef mit Sitz in Grins: Hauskrankenpfleger reisten also von Flirsch an, wenn jemand ins Altersheim musste, war aber Grins zuständig.

 

VORTEILE. „Der Gemeinderat hat beschlossen, dass Strengen dem neuen Gemeindeverband Soziale Dienste Stanzertal beitritt, wenn alle Gemeinden zustimmen“, berichtet Bgm. Ing. Harald Sieß aus Strengen (und er hat positive Rückmeldungen von seinen Bürgermeisterkollegen). Damit macht Strengen den Weg frei für die beiden Fusionen von Sprengel und Heim, die Erleichterungen (etwa bei der Personalplanung) und wohl auch wirtschaftliche Vorteile bringen sollen. Dass Strengen den Altersheimverband und nicht den Sozialsprengel wechselt, erklärt Sieß mit: „Ausschlaggebend war sicher der Sprengel, im Stanzertal wurde in den letzten 30 Jahren ein sehr gut funktionierender Sprengel aufgebaut.“ Er sieht auch einen generellen Vorteil im Wechsel: „Jetzt gibt es eine durchgehende Betreuung im gleichen Verband, vom Sozialsprengel bis zum Heim.“

 

ZAHLUNGEN. In der in Ischgl politisch abgesegneten Vereinbarung ist übrigens die Rede von einem „von der Verbandsversammlung festzusetzenden einmaligen Beitrittsbetrag“ – wer also nachträglich beitritt, muss zahlen. Wer austritt, hat aber keinen Anspruch auf Rückerstattung der eingebrachten Leistungen. Im aktuellen Fall von Strengen ist es anders: Es wird eine Zahlung von „Grins“ an Strengen geben, und Strengen wird in „Flirsch“ eine Art „Eintrittsgeld“ bezahlen. Die Abgeltung sei etwas höher als das „Eintrittsgeld“, sagt Bgm. Harald Sieß.

Bgm. Harald Sieß: Grundsatzbeschluss, dass Strengen dem Gemeindeverband Soziale Dienste Stanzertal beitritt, wenn alle betroffenen Gemeinden einverstanden sind RS-Foto: Archiv