„Ganz ehrlich? Mir fehlen die Worte!“

Sladi Pejic konnte es nicht fassen – Ausgleich in der Nachspielzeit. RS-Foto: Unterpirker

Pejic nach zweitem Gegentreffer in Kirchbichl richtig fertig

Es gibt Momente im Fußball-Leben, da würde man das Leder am liebsten in den Orbit jagen, vor allem, wenn das eigene Team eine Führung maximal leichtfertig in der Nachspielzeit aus der Hand gibt. Sladi Pejic musste nach dem Kirchbichl-Match mit so einer Gefühlslage zu Rande kommen. Schwierig, jedenfalls war dem Imster Coach nicht mehr danach zumute, in dieser Stimmungslage die Spieler-Kabine aufzusuchen.

Von Albert Unterpirker

SV Kirchbichl – SC Sparkasse Imst, 2:2 (1:1)

Tore: Rene Prantl (31.), Peter Dilitz (82.). SC Sparkasse Imst – WSG Wattens, 1:1 (1:1) Tor für Imst: Ronald Gercaliu (40.). Nächstes Spiel: SC Sparkasse Imst – FC Söll, Samstag, 11. Mai, 18 Uhr. Das kann noch mal richtig eng werden im Kampf um einen Eliteliga-Platz, denn in den vergangenen drei Spielen gab es für Imst zwar keine Niederlage, aber auch keinen Sieg. Drei Unentschieden stehen gegen Natters, Wattens und zuletzt gegen Kirchbichl zu Buche, nur zu einem Drittel konnte das theoretische Zählermaxium von neun Punkten erfüllt werden. Immerhin rittern sechs Teams um einen Eliteliga-Platz mit – und es sind noch sieben Runden zu bestreiten. „Ich muss ganz ehrlich sagen: Eigentlich stehe ich immer hinter der Mannschaft, aber heute fehlen mir die Worte“, blickt Sladi Pejic auf das Match im Unterland zurück. Was war geschehen? Nichts wirklich Grobes, möchte man fast sagen, zumindest über beinahe das gesamte Spiel hinweg. Mittermair und Co. gerieten zwar schon früh in Rückstand, Rene Prantl konnte diesen aber noch vor Seitenwechsel egalisieren. Und als Peter Diliz in der Schlussphase zur Führung für die Gurgltaler einnetzte, schien das Imster Schiff bereits im sicheren Sieges-Hafen anlegen zu können. Aber der Eindruck trügte, in der 92. Minute trafen die Heimischen noch zum Ausgleich. Etwas, bei dem Sladi quasi einen trockenen Mund bekommt, vor Negativ-Staunem. „Das war naiv angestellt und unnötig! So darf man sich nicht anstellen, so ein Tor darf man nicht kassieren“, ist der Imster Coach nach Abpfiff ziemlich fertig.

Keine Ausrede

Dabei war das Spiel ein recht gutes auf Imster Seite. Neben seinem Ausgleichstreffer verpasste Prantl in der ersten Halbzeit der Latte noch eine Tåchtl mit dem runden Leder, wobei man zusätzlich ziemlich dominierend auftrat. „Die Angriffe wurden über die Seiten gut herausgespielt“, blickt Sladi zurück, „aber die Chancen wurden nicht verwertet.“ Nicht herausreden wolle er sich auf den Umstand, dass sechs (!) Stammspieler fehlten. „Da wird es einfach schwierig.“ Nachsatz: „Trotzdem war einiges drin!“ Wie nach dem 2:1-Führungstreffer, als die Oberländer noch Konterchancen vorfanden. Dann aber der (herausfordernde) Tiefschlag in der Nachspielzeit. „Einige Spieler waren weit weg von der Normalform!“ Haben die Spieler die G’schicht mit dem späten Ausgleich gecheckt? „Ich gehe davon aus“, so Sladi, der so enttäuscht war, dass er nach dem Match nicht mehr in die Spielerkabine ging. Wird man diese Causa nun im Training ansprechen? „Es wäre traurig, wenn ich das nochmal extra ansprechen müsste“, fordert der Trainer die Grundtugenden des Fußballspielens ein. Außerdem brauche es einfach „ein bisschen Spielintelligenz“. War es da gegen Wattens besser? „Viel besser! Das war ein richtiges Klassespiel!“ Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft kneisst: Es braucht Punkte für die Eliteliga. „Wenn man als Ziel den Aufstieg hat und vorne mitspielen will – die Mannschaft muss das wissen!“ Söll (wurde von Sladi beobachtet)? „Ein Spiel auf Sieg – alles andere wäre eine Ausrede!“

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