„Ganz wesentlich“

DI Thomas Rieder: Wenn der Umspannwerk-Baustart im März erfolgt und die Genehmigungen für die Leitungsanbindung bis etwa Mai vorliegen, kann die Inbetriebnahme bis Ende 2020 erfolgen. RS-Foto: Archiv

Die Tinetz investiert heuer 18 Millionen Euro im Bezirk

 

Mehr als 18 Millionen investiert die Tinetz heuer allein im Bezirk Landeck. Großprojekt ist das Umspannwerk Fiss samt Hochspannungsleitung, das vor Start der Wintersaison ans Netz gehen sollte.

 

Von Daniel Haueis

 

Die Tinetz Tiroler Netze GmbH hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als eine Dreiviertelmilliarde Euro in die Versorgungssicherheit investiert. Heuer steckt sie 104 Millionen Euro in Neubauten und Instandsetzungen, in den Bezirk Landeck fließen mehr als 18 Millionen Euro. Die überdurchschnittlich hohe Summe ist wohl mit der Neuerrichtung des Umspannwerkes in Fiss inklusive Leitungsanbindung zu erklären. Nach dem Einspruch der Gemeinde Ried im Naturschutzverfahren hat es im letzten halben Jahr intensive Gespräche mit allen betroffenen Grundeigentümern und Gemeinden gegeben. „Es konnte die Verschiebung von zwei Maststandorten abgestimmt werden, sodass die Leitung nun oberhalb der Ladiser Landesstraße im Wald und nicht mehr über eine Wiese verlaufen soll. Dazu muss auch ein Forstweg neu errichtet werden. Zu Weihnachten lagen schlussendlich alle Zustimmungserklärungen der betroffenen Grundeigentümer und Agrargemeinschaften vor, sodass die Tinetz Anfang Jänner den abgeänderten Leitungsverlauf bei den Behörden einreicht“, berichtet Tinetz-Chef DI Thomas Rieder, MBA. Für das Umspannwerk liegen alle Genehmigungen rechtskräftig vor, daher wurde vor Weihnachten noch die Ausschreibung für die Baumeisterarbeiten gestartet. Wenn der Umspannwerk-Baustart im März erfolgt und die Genehmigungen für die Leitungsanbindung bis etwa Mai vorliegen, könne die Inbetriebnahme bis Ende 2020 noch umgesetzt werden. Der Leitungsbau soll im dritten Quartal 2020 stattfinden. „Für die Tinetz ist dies ganz wesentlich, damit die Entwicklung am Sonnenplateau nicht weiter eingeschränkt ist. Neubauten und Leistungserhöhungen bei Erweiterungen werden in den betroffenen Gebieten damit wieder möglich sein“, sagt Rieder.

 

WEITERE INVESTITIONEN. Im Bezirk werden von der Tinetz zudem verschiedene Netzverstärkungen im Mittel- und Niederspannungsnetz stattfinden, etwa Verkabelungen im Paznaun und im Kaunertal oder neue Netzstationen in Pfunds, Zams und Nauders. „Ebenso werden wir Betriebsmittel im Umspannwerk St. Jakob ertüchtigen“, sagt Rieder. Am Reschen wird sich wohl noch nicht viel tun: Die Tinetz ist mit Austrian Power Grid (APG) wegen deren Projekt in Kontakt und hat sich hier das Recht gesichert, aus dem künftigen APG-Umspannwerk Nauders eine zusätzliche Verteilernetz-Abstützung für das Mittelspannungsnetz für den Raum Nauders zu errichten. Die Tinetz hat den Zeitpunkt für die nach Errichtung mögliche Abspannung in ihr Mittelspannungsnetz noch nicht fixiert und prüft auch Alternativen – die Umsetzung hängt vom Leis-tungsbedarf und der Versorgungssituation in der Region ab. „Zum gegebenen Zeitpunkt wird sich Tinetz mit allen betroffenen Partnern und Stakeholdern … dazu abstimmen“, kündigt der Tinetz-Geschäftsführer an.