Geborgen im „BASIS“-lager

Claudia Henn-Meßmer und Evelyn Mages (v.l.), Hemma Meßner und Gabriele Schick (nicht am Bild), sind die BASIS, die mit Rat und Tat zu Seite steht. RS-Foto: Schretter

Frauenservice und Familienberatung im Außerfern

Nicht immer ist das Leben einfach. Es kann sich manchmal von einem auf den anderen Augenblick vieles ändern. Betroffene stehen dann vor großen Herausforderungen. Bei BASIS in Reutte finden sie Gehör und anonyme, vertrauliche Beratung und Hilfe.

BASIS entstand 1996 aus dem EU-Projekt EMMA, dem ersten Westösterreichs, das sich mit der beruflichen Orientierung, der Beschäftigung und Existenzgründung für Frauen im Tiroler Oberland beschäftigte. In den vergangenen 20 Jahren konnte BASIS vieles bewegen. Seit dem Jahr 2000 ist BASIS auch anerkannte Familienberatungsstelle – somit für Frauen und Männer gleichermaßen Ansprechpartner in schwierigen Situationen. In den 20 Jahren fanden ca. 20000 Beratungen statt.

Breites Spekturm. BASIS  berät in unterschiedlichen Bildungs- und Berufsfragen. Dabei wird auf die persönliche Entwicklung und Lebensplanung der Ratsuchenden eingegangen und eine mögliche berufliche Orientierung aus verschiedenen Blickwinkeln aufgezeigt. Über Aus- und Weiterbildung wird ebenso informiert wie über Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wer Probleme am Arbeitsplatz oder in seinem Beruf hat, ist bei BASIS an der richtigen Adresse. Bei einer sogenannten „Laufbahnberatung“ wird versucht, die aktuelle Situation zu klären. Auf die Fragen „Wo stehe ich gerade?“ und „Wo will ich hin?“ werden im Beratungsgespräch gemeinsam Antworten und Lösungen  gesucht.  Wenn ein Wiedereinstieg, eine berufliche Veränderung oder ein Neuanfang anstehen, erhalten Ratsuchende Unterstützung beim Verfassen eines Lebenslaufs und von Bewerbungsschreiben. Sie werden ermutigt, ihre Möglichkeiten auszuloten, ihre Perspektive zu erweitern und die Chancen, die sich bieten, kennenzulernen und zu nutzen.
Familien im Fokus. Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt von BASIS liegt in der Beratung von Familien. Mittlerweile sind etwa ein Drittel der Klienten Männer, die familiäre Probleme aufarbeiten wollen.
Claudia Henn-Meßmer, psychologische Beraterin bei BASIS in Reutte erklärt dazu: „Wir haben es nicht immer nur mit Endzeitstimmungen zu tun. Sehr viele Ratsuchende kommen nicht erst, wenn ein Konflikt schon überbordet. Sie suchen unsere Hilfe dann, wenn ein Konflikt schwelt und sie daran arbeiten möchten, aus dieser Situation wieder rauszukommen.“
BASIS berät bei Problemen in der Familie, der Ehe oder der Partnerschaft. Ein ganz wesentlicher Aspekt ist die Rechtsberatung, die oft vonnöten ist, wenn Scheidung oder Trennung anstehen, Klärung bei der Obsorge und/oder der Vermögensaufteilung benötigt wird oder Fragen des Erbrechts behandelt werden müssen.
Bei BASIS kann in einem anonymen und vertraulichen Gespräch gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. BASIS fungiert hier als wichtige Informationsdrehscheibe. Im Außerfern verfügt man über ein breites Informations- und Beratungsangebot. BASIS klärt über diese Möglichkeiten auf. Wer Rat sucht, wird vor Ort betreut oder an die entsprechenden regionalen oder überregional zuständigen Institutionen weitergeleitet.
Alle Beratungen bei BASIS sind kostenfrei. Die einzige Ausnahme  bildet hier die verpflichtende Beratung vor einer einvernehmlichen Scheidung. Eltern, die vor einer einvernehmlichen Scheidung stehen, müssen laut §95 Abs. 1a AußStrG. den Nachweis über eine verpflichtende Beratung erbringen. BASIS bietet hierzu Einzel- und Paarberatungen an. Evelyn Mages, Gschäftsführerin, Koordinatorin und Erstberaterin bei BASIS in Reutte unterstreicht: „Die Bereitschaft, in heiklen Situationen Rat zu suchen, ist sehr groß. Es gibt dabei keine Altersabhängigkeit und es kommen auch immer mehr Männer zu uns. Hilfe wird nicht erst dann gesucht, wenn es schon beinahe zu spät ist. Oft ist schon viel damit getan, ein offenes Ohr zu zeigen und Schwierigkeiten aus einer neutralen Position zu beleuchten.“

Gesellschaftlicher Auftrag. BASIS orientiert sich immer an aktuellen Strömungen und Trends. Ein wichtiger Punkt ist die Öffentlichkeitsarbeit. Bei Veranstaltungen soll für gesellschaftliche, soziale und kulturpolitische Prozesse sensibilisiert werden.

Seilakt. Am Freitag, dem 6. Oktober, findet im Pfarrhaus in Wängle der „Seilakt? Frauenleben in der Region“ statt.  Dies ist die Auftaktveranstaltung zum Interregprojekt „Frauen. Forum. Zukunft.“ Auf die Besucher wartet ein ungewöhnlicher Abend mit der Vorstellung des Projekts – bezogen auf Frauen in der Region – und einem Bühnenstück, das Frauenleben im Außerfern und im Landkreis Garmisch-Partenkirchen künstlerisch beleuchtet. In einem Impulsvortrag wird das Thema „Frauen in der Region“ beleuchtet. „Pleite in Sichtweite? Frauenarmut in Österreich“ folgt als künstlerische Aufarbeitung und Darstellung. Die Künstlerin Sarah Pfeifer ist ausgebildete Bühnenakrobatin und verbindet verschiedene darstellende Künste. Am Vertikalseil drückt sie aus, was Frauen mit Blick auf ihre Ausbildung, ihre Weiterbildung und ihren Verdienst bewegt. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Basis in Reutte. BASIS in Reutte – das sind vier Mitarbeiterinnen, die regional verankert, kompetent und vertrauenswürdig beraten und helfen. Geschäftsführerin Evelyn Mages ist auch Erstberaterin und Koordinatorin. Claudia Henn-Meßmer steht Ratsuchenden als psychologische Beraterin, Bildungswissenschaftlerin und Lebens- und Spezialberaterin zur Seite. Fachfrau für juristische Fragen, Mediatorin, Ehe-, Familien- und Lebensberaterin Hemma Meßner steht ebenso für Rat- und Hilfesuchende zur Verfügung. Zum Team zählt auch Gabriele Schick, Psychotherapeutin, Lebens- und Sozialberaterin und ausgebildete Erziehungswissenschafterin. BASIS wird über den Bund, die Länder und Gemeinden finanziert.