Geduldsprobe auf Außerferner Straßen

Noch ohne Verkehr - auf diesem Streckenabschnitt der B 198 findet der Hauptfelsabtrag statt. Damit rückt die Straße vom Lechufer ab. Foto: BBA Reutte

Sperren, Ampelregelungen und Sanierungsarbeiten – seit Montag an der Tagesordnung

Mit dem Frühjahr beginnt auch wieder die Straßenbausaison im Bezirk Reutte. Dafür stehen dem Baubezirks-amt – unter der Leitung von Wolfgang Haas – in diesem Jahr ca. zehn Millionen Euro zur Verfügung. Diese fließen in Neubauten, bauliche und betriebliche Erhaltungen, Löhne sowie Brückensanierungen und sogenannte Katastrophen-Maßnahmen.

Drei große Neubauprojekte hat Wolfgang Haas in diesem Jahr auf seiner To-Do-Liste stehen. Zum einen wird die Lechtalerstraße ausgebaut, die Lussbachbrücke in Lermoos neu gebaut und in Bichlbach wird der Lärmschutz ausgebaut und in diesem Zuge eine neue Zoozufahrt entstehen.

Lechtalerstraße. Diesen Montag haben die Baumaßnahmen auf der B 198 Lechtalerstraße begonnen. Der kurvenreiche Straßenabschnitt im Gemeindegebiet von Elmen – kurz nach der Abfahrt zur Martinauer Lechbrücke – wird bis über den Kapellenbach auf einer Gesamtlänge von 800 Metern zeitgemäß ausgebaut. Im Zuge dessen werden die Kurven aufgeweitet, die Straße – wo es geht – begradigt und die Fahrbahnbreite auf 6,5 Meter erweitert. Dazu rückt die neue Straßenachse vom Bestand bei der Martinauer Lechbrücke bis zur Kapellenbachbrücke vom Lechufer ab. „Dabei werden bergseitig rund 12000 Kubikmeter Fels abgetragen, die neuen Felsböschungen gesichert, die bestehenden Entwässerungseinrichtungen an den Stand der Technik angepasst, der neue Straßenoberbau hergestellt und das Tragwerk der Kapellenbachbrücke erneuert“, führt Wolfgang Haas aus.

Sperre mit örtlicher Umleitung. Für die Dauer des Felsabtrags muss die Lechtalerstraße im Bauabschnitt für ca. sechs Wochen (seit Montag, dem 4. April) gesperrt werden – dafür wurde eine örtliche Umleitung eingerichtet. Der Verkehr wird mittels Ampelregelung einspurig über die L 264 Hornbacher Straße und die L 265 Martinauer Straße geführt. Angestrebt wird eine Intervallschaltung der Ampeln mit einer fünfminütigen Grünphase Richtung Reutte, beginnend mit der vollen Stunde. Nach einer fünfminütigen Räumphase soll die Ampel Richtung Steeg auf grün geschaltet werden. Es folgt wiederum eine fünfminütige Räumphase. „Mit dieser Regelung wollen wir vor allem der einheimischen Bevölkerung die Möglichkeit geben, sich auf die Ampelschaltungen einzustellen. Allerdings wird dies aufgrund der Länge der Strecke nur mit gewissen Abweichungen möglich sein“, so Haas. Die Gesamtkosten für dieses Projekt betragen 1,45 Millionen Euro. Im September sollen dann die Hauptarbeiten abgeschlossen werden – Restarbeiten im Oktober.

Neue Lussbachbrücke in Lermoos. Im Ortsgebiet von Lermoos wird auf der B 187 Ehrwalder Straße die Lussbachbrücke neu errichtet. Auch für diese Bauarbeiten, die ebenfalls am Montag starteten, wird eine lokale Umleitung – über den Parkplatz der Liftgesellschaft – mit Ampelregelung eingerichtet. Die im Jahr 1935 errichtete Brücke – wie auch die von der Gemeinde nachträglich begleitend errichtete Fußgängerbrücke – werden abgetragen. Die neue Brücke über den Lussbach wird Ende Juli (die Hauptarbeiten finden im Juni statt) fertig sein und steht FußgängerInnen und Kraftfahrzeugen zur Verfügung. Die Kosten belaufen sich auf 400.000 Euro.

Lärmschutz Bichlbach. Im Mai beginnt eine weitere Baustelle im Bezirk. Der Lärmschutz in Bichlbach wird verlängert und im Zuge dessen wird auch einen neue Zoozufahrt (ca. auf Höhe der Fischfarm) errichtet werden.
Im Laufe des Sommers werden auch auf einigen Bundes- und Landesstraßen wieder Belagsarbeiten durchgeführt, wo es hin und wieder zu Verzögerungen kommen kann. So auch im Reuttener Obermarkt – Informationen folgen, sobald bekannt.

Vollsperre auf deutscher seite. Weiters ist seit Montag die St. 2060 auf deutscher Seite im Abschnitt zw. Schloss Linderhof und der Landesgrenze zu Österreich wegen Brückenbauarbeiten bis Mitte Juni für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt großräumig über Garmisch-Partenkirchen bzw. Steingaden. Die Zufahrt bis Graswang und zum Schloss sei für die Dauer der Bauzeit jederzeit möglich.