Gemeindechefs trafen sich zum Asylgespräch

EU Forum Alpach-Präsident Franz Fischler

Rund 50 Bürgermeister aus Tirol, Salzburg und Vorarlberg trafen sich im „B4“ in Zirl zum Erfahrungsaustausch

Mehr als 50 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus Tirol, Vorarlberg und Salzburg haben sich vergangenen Mittwoch auf Einladung des „EU Forum Alpach“ und des „Österreichischen Gemeindebundes“ im Kultur- und Veranstaltungszentrum „B4“ in Zirl zu einem Erfahrungsaustausch getroffen. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Bewältigung der gegenwärtigen Flüchtlingssituation.

Zum Treffen haben Franz Fischler, der Präsident des „EU Forum Alpach“, Christian Kondrad, der Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, und Helmut Mödlhammer, der Präsident des „Österreichischen Gemeindebundes“, geladen. Ziel war es, mit Erfahrungsberichten von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, in deren Gemeinden bereits Flüchtlinge leben, andere Dorfchefs zu bewegen, Menschen auf der Flucht eine Unterkunft zu geben. „90.000 Asylanträge gab es im vergangenen Jahr in Österreich, 750.000 Flüchtlinge haben unseren Staat durchquert. Heuer sind es bereits 40.000 Flüchtlinge, die in Österreich angekommen sind. Viele Freiwillige und Hilfsorganisationen haben sich spontan humanitär gezeigt und geholfen, den Strom an Asylsuchenden zu bewältigen. Man sollte die Flüchtlinge nicht als Gefahr, sondern als Chance sehen“, appellierte Flüchtlingskoodinator Konrad. Eine Lösung bei der Unterbringung der Flüchtlinge könnten seiner Ansicht nach eine „Wohnen auf Zeit“-Siedlung für 40 bis 70 Flüchtlinge in jeder Gemeinde sein.

lösungsmodelle. Helmut Mödlhammer betonte, dass es mit der Unterbringung alleine nicht getan ist. „Es braucht auch für die Integration der Flüchtlinge Lösungsmodelle. Daher ist es wichtig, dass aus diesem Treffen Erfahrungsberichte mit hinaus in die Gemeinde genommen werden. Integration muss gelebt werden: Asylwerber sind Menschen und keine Nummern!“ Franz Fischler stellte die Frage, zu wie viel Solidarität die Gesellschaft noch bereit ist? „Eine Antwort ist nicht einfach. Wenn man es nicht richtig macht, kann man sich aber Probleme schaffen!“ Sieben Bürgermeister, in deren Gemeinden Flüchtlinge leben, gaben ihre positiven und auch negativen Erfahrungsberichte weiter. Auch Zirls Dorfchef Josef Kreiser und die Scharnitzer Bürgermeisterin Isabella Blaha, berichteten über ihre Erfahrungen mit Asylsuchenden. „Unsere Gemeinde ist eines von vielen Beispielen für positive Integration von Menschen auf der Flucht. Bereits 2002 wurde ein ehemaliges Firmengebäude adaptiert, seitdem leben dort zwischen 90 und 110 Kriegsflüchtlinge“, berichtete Kreiser. Ähnliche Bürgermeister-Treffen wie in in Zirl gab es vorher schon in Wieselburg (Niederösterreich) und in Hartmannsdorf (Steiermark).