Gemeinden kooperieren

Bgm. Anton Mattle: "In Galtür ist eine Informationsveranstaltung zum Thema Breitbandausbau geplant." RS-Foto: Tiefenbacher

Auch im Paznaun wird Breitbandausbau vorangetrieben

Im Paznaun wird der Breitbandausbau mit Nachdruck vorangetrieben, mit dem ultraschnelles Internet auch in dieser Region des Bezirkes zu einer Selbstverständlichkeit und damit zu einem wesentlichen Standortfaktor für die Bevölkerung, den Tourismus und die Wirtschaft wird.

Im Oberen Gericht läuft die Breitband-Initiative im Rahmen des Gemeindeverbandes „Breitbandvorsorge Oberes Gericht“. Ihm gehören derzeit die Gemeinden Pfunds, Tösens, Ried, Prutz, Fendels, Serfaus, Fiss, Ladis, Kaunertal, Kauns, Faggen, Fließ und Landeck an. Auch im Paznaun handelt es sich um eine Gemeindekooperation, allerdings wurde diese durch eine Gesetzesänderung auf eine andere Schiene gestellt: Die Glasfasertechnologie wird im Rahmen des Planungsverbandes Paznauntal, dem die Gemeinden Galtür, Ischgl, Kappl und See angehören, umgesetzt. Wie im Oberen Gericht erfolgt im Paznaun eine klare Aufgabenteilung: Der Planungsverband Paznauntal ist zuständig für die Errichtung und den Betrieb der Hauptversorgungsleitung. Damit können alle Verbandsgemeinden am großen Internetknoten Landeck – ein wichtiger Datenumschlagplatz – angeschlossen werden. Die Hauptleitung konnte durch die Nutzung bestehender Leerrohre, die die Tigas im Vorjahr bei der Verlegung der Gasleitung mitverlegte, errichtet werden. Die Gesamtkosten für den Planungsverband beliefen sich auf 300.000 Euro. Parallel zur Hauptleitung errichten die vier Gemeinden auf ihren Gebieten die Ortsnetze und passiven Anlagenteile.

GALTÜR UND SEE. Wie weit ist der Ausbau in den einzelnen Gemeinden? In Galtür besteht kein Druck. „Das bestehende Kabelnetz hat eine vernünftige Geschwindigkeit, aber es gibt Nachfrage nach ultraschnellem Breitbandinternet“, erklärte Bgm. Anton Mattle. Galtür wird den Breitbandausbau vorantreiben. Geplant ist vorerst eine Informationsveranstaltung, womit das Wissen um und Verständnis für das Thema Breitband in Galtür erweitert und gefestigt werden soll. In See ist der Ausbau so weit, dass alle Weiler angeschlossen werden können. Bis zum Beginn der Wintersaison bekommen alle Hotels auf Wunsch einen Anschluss an das topmoderne Glasfasernetz. „Und das sind fast alle Hotels in See“, berichtete VBgm. Michael Zangerl. Zudem wünschen ein Dutzend Privatzimmervermieter und 20 Privathaushalte Zugang zum schnellen Breitband-Internet. „Auch sie werden bis zum Saisonstart angeschlossen“, versicherte Zangerl.

KAPPL UND ISCHGL. In Kappl sind 70 bis 75 Prozent des Gemeindegebietes mit der Hauptleitung erschlossen. „Bis Ende des Jahres werden 100 Haushalte von den 600 Kappler Haushalten an das neue Glasfasernetz angeschlossen sein“, informierte Bgm. Helmut Ladner. In Ischgl und Mathon haben derzeit jene Breitbandzugang, die an das Erdgasnetz der Tigas angeschlossen sind – das sind 150 bis 160 Häuser. Ungefähr gleich viele Ischgler haben Interesse an einem Breitbandanschluss. Das Problem ist, dass nicht alle Interessenten Tigas-Kunden sind. Hier ist die Gemeinde gefordert, das gemeindeeigene Netz aufzubauen. Dass jedes Haus einen Breitbandanschluss bekommt, wird aber Jahre dauern. Die Umsetzung startet im kommenden Jahr. Dabei will die Gemeinde Ischgl gezielt vorgehen. Das heißt: In jenen Ortsbereichen, wo die Nachfrage nach ultraschnellen Verbindungen am größten ist, wird der Netzausbau forciert.

Von Herbert Tiefenbacher

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