Gemeindevordach teurer als geplant

Erste Sitzung im neuen Sitzungssaal der Gemeinde Haiming. RS-Fotos: Dorn

Haiminger Gemeinderat bewilligt Mehrkosten von rund 100.000 Euro netto

Das Vordach auf dem Vorplatz vom Gemeindehaus wird nun bald trotz höherer Kosten gebaut, die Verkehrssituation in der Siedlungsstraße durch die Errichtung einer Begegnungszone entschärft. Auch die Mietverträge für Arzt, Physiotherapeut und Raika wurden bei der letzten Gemeinderatssitzung abgesegnet. Außerdem wurden Raumordnungskonzeptänderungen für einige Bauparzellen an der Alten Bundesstraße sowie in der Schlierenzau in die Wege geleitet, sowie der Verkauf zweier Grundstücke in der Wiesrainstraße genehmigt. Die 300 Quadratmeter großen Grundstücke sind wider Erwarten mancher Gemeinderäte ziemlich begehrt.

von Agnes Dorn

Damit hatte wohl keiner gerechnet, dass gerade der letzte Baustein auf dem Weg zu einem neuen Gemeindehaus wesentlich teurer käme, als vom Architekten geplant. Doch die bisher angenommenen 220.000 Euro Errichtungskosten für das Vordach am Gemeindevorplatz erwiesen sich bei der Angebotseinholung als viel zu niedrig kalkuliert. Denn der Bau der in der Diagonale zwanzig Meter langen Dachkonstruktion gestaltet sich anscheinend wesentlich aufwendiger als anfangs angenommen. Von den fünf Firmen, die eigentlich zugesagt hatten, ein Angebot zu stellen, sprangen gleich drei vorher ab: „Es traut sich nicht jeder drüber“, erklärte Vize-Bürgermeister Christian Köfler die Absagen. Und die beiden Firmen, die trotz der schwierigen Statik ein Angebot stellten, kamen mit ihrem Kostenvoranschlag weit über die ursprünglich kalkulierte Summe von 220.000 Euro hinaus: 390.000 beziehungsweise 440.000 Euro als Baukosten errechneten sich die Firmen Holzbau Saurer aus dem Außerfern sowie Franz Thurner aus Oetz. Nach „Gesprächen, um Kosten runterzubringen“, kam Saurers letztes Angebot in der Höhe von 315.000 Euro netto. Dass mit diesen Mehrkosten keiner der Gemeinderäte glücklich ist, zeigten die Wortmeldungen der Mandatare bei der letzten Gemeinderatssitzung. Ob man sich nicht doch um ein weiteres Angebot bemühen sollte oder ob man nicht doch den Architektenplan noch einmal überarbeiten sollte, um die Problematik der Statik zu beseitigen, waren dabei recht kurzdiskutierte Einwände. Auch Bürgermeister Josef Leitner zeigte sich nicht begeistert vom finanziellen Mehraufwand, wollte jedoch vom Plan nicht abweichen: „Ich werde dem zähneknirschend zustimmen, weil sonst bleibt uns nichts anderes übrig“, meinte er abschließend. Schlussendlich wurden die Mehrkosten mit elf Ja-Stimmen mehrheitlich beschlossen, wobei laut Köfler die Gesamtkosten des Gemeindehauses insgesamt trotzdem „mehr oder weniger im Rahmen“ bleiben werden.

Verkehr und Hausbau.

Auch für die Verkehrssituation um das Gemeindehaus herum wurden nun die Weichen gestellt: Der Bereich ab der Kreuzung der Ötztaler-, Kreuz- und Siedlungsstraße  soll dabei in alle vier Richtungen zu einer Begegnungszone gestaltet werden, wozu nun der einstimmige Grundsatzbeschluss getroffen werden konnte. Ob nun in dem mittels 20km/h-Geschwindigkeitsbegrenzung entschleunigten Straßenbereichs Gehsteige und Zebrastreifen noch nötig sind und wie der Bereich optisch hervorgehoben werden kann, wird nun geprüft werden. Mehr Stoff für Diskussionen boten dagegen die zum Beschluss aufgelegenen Verträge für die Mieter des Gemeindehauses: Ob acht Euro pro Quadratmeter für Arzt, Physiotherapeut und Raika nicht zu wenig seien in Anbetracht der niedrigen Energiekosten und ob nicht die Baukosten innerhalb von 20 bis 25 Jahren durch die Miete gedeckt sein sollten, wurde gefragt. Der Mietpreis sei nicht niedriger als im Gewerbegebiet und das obwohl Handelsflächen eigentlich generell teurer wären. Und Kosten innerhalb von 25 Jahren zu decken, davon sei man heutzutage immer „himmelweit entfernt“, so der Dorfchef. Auch bei den neuen Bauplätzen in der Wiesrainstraße tut sich was: So wurde nun der Verkauf von zwei Grundstücken beschlossen, für einige weitere haben sich bereits Interessenten angekündigt: „Alle Tage melden sich Leute, die da hinwollen“, so Leitner. Dass die Parzellen trotz ihrer vergleichsweise geringen Größe von rund 300 Quadratmetern sehr begehrt sind, habe sich nun gezeigt, freute sich Leitner über den gelungenen Versuch, kleinere Grundstücke zu vermitteln. In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde der von der Gemeinde einbehaltene Prozentsatz des Erschließungsbeitrags der Gemeinde von 2,5 auf 1,15 Prozent erniedrigt, wodurch der Endbetrag für die Häuslbauer trotz der Satzerhöhung durch das Land gleich bleibt.

Die genaue Planung für die Begegnungszone kann nun angegangen werden.

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