Gesattelte Giraffen

Liebe Freunde der Nutztiere!

Seit das subjektive Sicherheitsempfinden der Leute sich tendenziell in Richtung Angst bewegt, suchen wir Hilfe bei Tieren. Schutzhunde wie Rottweiler, Schäfer, Dobermänner oder Riesenschnauzer erhielten zuletzt politische Unterstützung durch Pferde. Diesbezüglich las ich unlängst einen Leserbrief, der mich sehr erheiterte. Da das Innenministerium für die berittene Polizei offensichtlich nur vier brauchbare Gäule aufgetrieben hatte, machte ein Wutbürger mit Mut und Witz einen alternativen Vorschlag: Man solle Esel nehmen, womit man auch gleich auf Augenhöhe mit dem Volke wäre.Diese Idee brachte meine Fantasie in Wallung. Jetzt, wo nicht nur Menschen ungefragt die Grenzen überschreiten, sondern auch Wölfe und Bären uns massiv bedrohen, steigt die Sehnsucht nach Spezialeinheiten wie Cobra und Puma, wie die neue Grenzschutztruppe heißt. Mein Vorschlag wäre, Giraffen zu satteln. Die Giraffe ist riesig, mächtig, furchterregend und vor allem weiblich. Langbeinig, grazil, muskulös und auf Dauer unschlagbar. Entlang eingezäunter Grenzen sogar in der Lage, hinterfotzig in Nachbars Garten hinüberzuspechteln. Die Giraffe ist sozusagen die Gendervariante zum tollpatschigen, machomäßig zum Trampeln neigenden Elefanten. Falls es auch darum geht, Kosten zu sparen, kämen noch Dromedare in Frage. Im Gegensatz zu anderen Sicherheitskräften neigen die nicht zum übermäßigen Saufen! Sollten all diese Fantasien nach Realisierung und Praxiserprobung noch nicht den gewünschten Effekt erreichen und die Schusswaffen doch bei Fuß bleiben, hätte ich noch ein Schäuflein nachzulegen. Die Dienstschlange, sicher im Zwingerkorb verstaut, könnte im bedrohlichsten aller Ernstfälle von der Leine gelassen werden. Je nach Feind in zwei Varianten: Einmal die Anakonda zum Würgen. Und zum Zweiten die grüne Mamba für den tödlichen Biss. Solcherart gewappnet, schau’ ma mal, wer aller noch zu uns rein will…

Meinhard Eiter

 

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