Geschobener Kredit

Der Voranschlag 2020 wurde vom Roppener Gemeinderat einstimmig beschlossen. RS-Foto: Dorn

Gemeinderat Roppen: Sparkurs folgt auf Investitionen

In Roppen wurden in den vergangenen Jahren einige Großprojekte umgesetzt. Nach dem Bau des Kindergartens und dem Trinkwasserkraftwerk muss die Gemeinde nun den Sparstift ansetzen und Vorhaben reduzieren oder verkleinern. Der für die dritte Baustufe aufgenommen Kredit in der Höhe von 700.000 Euro kann nicht, wie eigentlich geplant, durch die ersten Verkäufe an Gewerbeflächen bedient werden, sondern muss geschoben werden.

Von Agnes Dorn

In den letzten Jahren machte der außerordentliche Haushalt der Gemeinde Roppen 7,2 Millionen Euro aus, rechnet Bürgermeister Ingo Mayr vor. Davon, dass man nun sparen müsse, zeigt sich auch sein Vize Günter Neururer überzeugt. Zum großen Teil kommen nämlich die Förderungen, die man für den Neubau des Kindergartens oder das Trinkwasserkraftwerk erhalten wird, erst 2021. So kann man zwar aus dem Verkauf der neuen Gewerbeflächen 450.000 Euro an Einnahmen budgetieren, zur Rückzahlung des für den Kauf der Flächen aufgenommenen Kredits in der Höhe von 700.000 Euro können diese aber nicht, wie ursprünglich geplant, verwendet werden. Anstelle nun heuer und im nächsten Jahr jeweils 350.000 Euro zurückzuzahlen, sollte man sich stattdessen überlegen, die Laufzeit zu verlängern, so der Dorfchef.

Die ersten Flächen der dritten Ausbaustufe im Gewerbepark werden nun verkauft. RS-Foto: Dorn
Gedecktes Minus

Heuer müssen die Voranschläge erstmals in einer neuen Bilanzierung vorgelegt werden, in dem kein außerordentlicher Haushalt mehr vorkommt. Ebenso werden Kassenstände wie jener in Roppen in der Höhe von 495.000 Euro nicht mehr berücksichtigt. Und so musste die Gemeinde Roppen ein Minus von rund 634.000 Euro beschließen. Dieses sei aber sowohl durch den positiven Kontostand als auch eine geplante Kreditaufnahme in der Höhe von 300.000 Euro für den geförderten Ausbau des LWL-Netzes gedeckt, erklärt der Dorfchef. Für zwei Gewerbeflächen der Ausbaustufe 3 wurden nun vom Gemeinderat die Verkäufe beschlossen: So werden nun rund 5000 Quadratmeter an „Silo Melmer“, weitere 2680 Quadratmeter an das Busunternehmen „Artists-Delight“ verkauft. Zum Kaufpreis von 60 Euro (künftig 70 Euro) kommt ein Infrastrukturbeitrag von 35 Euro hinzu, für den die Gemeinde keine Steuern entrichten muss und der sich aus den Kosten für Umwidmung, landschaftliche Begleitmaßnahmen und Erdarbeiten zusammensetzt. Vertraglich gesichert wird beim Verkauf, dass mindestens 35 vollbeschäftigte, kommunalsteuerpflichtige Dienstnehmer für die größere Gewerbefläche, mindestens acht für die kleinere angestellt werden müssen. Dadurch sichert sich die Gemeinde laufende Einnahmen durch Kommunalsteuer.

Sozialsprengel

Aus dem ehemaligen Verein des Sozialsprengels mittleres Oberinntal der Gemeinden Silz, Roppen und Haiming hat sich nun eine Gesellschaft gebildet. „Für den Obmann eines Vereins ist es nicht mehr zeitgemäß, die Verantwortung für 40 Angestellte zu übernehmen“, erläuterte Mayr die Umwandlung. Der Vertrag wurde letzte Woche von den drei Bürgermeistern sowie jeweils zwei Gemeinderäten unterzeichnet.