Gondelbahn auf Telfer Hausberg

Mit der „Hohe-Munde-Bahn“ auf den Telfer Hausberg. In ein paar Jahren sollen auch unerfahrene Alpinisten den Gipfel stürmen können. RS-Symbolfoto: Schnöll

Deutscher Investor will auf 2.662 Metern einen „Hohe-Munde-Touristpark“ eröffnen

Das ist ein Kracher! Ein deutscher Investor und ein russischer Liftbetreiber wollen sich am Ostersonntag gemeinsam von  einem Helikopter aus ein Bild von den geografischen Gegebenheiten auf dem Telfer Hausberg „Hohe Munde“ machen. Die beiden Geschäftsmänner planen offenbar, auf 2.662 Metern Seehöhe einen „Touristpark“ zu eröffnen, der ein Millionenpublikum anziehen soll.

Viele Klein- und Mittelbetriebe bringen der Marktgemeinde Telfs satte Einnahmen aus Kommunalabgaben. Geht es nach dem deutschen Investor Gregor Haase und dem russischen Liftbetreiber Igor Gregoritsch, soll in Telfs schon demnächst das Tourismusgeschäft zu blühen beginnen und den Gemeindesäckel ordentlich füllen. Rund 50 Millionen Euro wollen die beiden Geschäftsmänner in das Projekt „Hohe-Munde-Touristpark“ investieren. Und so sehen die Pläne aus, die der RUNDSCHAU seit Mittwoch vergangener Woche vorliegen: Vom Birkenberg aus soll eine Gondelbahn zur „Hohen Munde“ gebaut werden. Die Talstation ist im Bereich des Tennisplatzes geplant, die Bergstation, von Telfs aus gut sichtbar, am Gipfel des Telfer Hausberges. Die beiden Gondeln werden die Besucher direkt  in die erste Ebene des dreistöckigen Gebäudes bringen, in welchem neben der Gondelbahnstation auch ein Restaurant, eine Wellnesswelt mit Blick ins Inntal, ein Zoo mit typischen Alpentieren und ein Kinderhort untergebracht werden sollen. Und an der Südwand ist, ähnlich der „Treppe ins Nichts“ am Dachstein, eine „Treppe ins Ungewisse“ geplant. Investor Haase kann sich vorstellen, dass es in fernerer Zukunft auch eine direkte Verbindung von der „Hohen Munde“ zur „Niederen Munde“ geben könnte. „Wir werden die beiden Gipfel entweder mit einem Sessellift oder einer Hängebrücke verbinden. Touristen und Einheimische jeden Alters sollen sich am herrlichen Bergpanorama erfreuen können“, meinte der Investor beim RS-Telefonat.

UNGLAUBLICH! INVESTOR NENNT „HOHE MUNDE“ EINEN HÜGEL! Gemeinsam mit dem russischen Liftbetreiber will Haase am Ostersonntag (Anm.: an diesem Tag beginnt der Monat April) gegen Mittag von einem Hubschrauber aus das Bergmassiv hoch über Telfs erkunden. „Wenn das Land Tirol und die Gemeinde Telfs hinter dem Projekt stehen, könnte der Baubeginn bereits 2020, spätestens aber 2021 sein!“ Geplante Bauzeit: drei Jahre. Auf die Frage, ob er  keinen Aufstand der Grünen erwartet, antwortet der Deutsche: „Wenn die auf die Palme kraxeln, ist das ihre Sache. In der ‚Hohen Munde‘ sehe ich jedenfalls keinen Berg, sondern einen größeren Hügel mitten in Tirol. Und auf einen solchen wird man doch noch eine Seilbahn bauen dürfen! Oder?“

HELIKOPTER STARTET IN BAYERN. Im Landhaus und im Marktgemeindeamt wusste man bei Redaktionsschluss von den Plänen der beiden Geschäftsmänner noch nichts. „Mein Geschäftspartner und ich werden erst nach dem Sichtungsflug bei Landeshauptmann Günther Platter und dem Telfer Bürgermeister Christian Härting vorstellig. Da werden wir mal tüchtig auf den Bürotisch hauen und denen sagen, wie wichtig dieses Zukunftsprojekt für  das Bundesland Tirol und  vor allem für die Marktgemeinde  Telfs ist“, erklärt Gregor Haase. Geplant war vorerst, dass der Helikopter am Ostersonntag bei der Landesfeuerwehrschule zum Sichtungsflug abhebt. Das wird nun aber doch nicht der Fall sein. „Mein Privathubschrauber muss in Bayern starten. Ein Start in Telfs wäre aus Sicht der Flugsicherheitsbehörde zu riskant. Projektgegner könnten den Start eventuell noch in letzter Sekunde mit allen erdenklichen Mitteln verhindern“, so Haase abschließend.

Die „Treppe ins Nichts“ am Dachstein. An der Südwand der „Hohen Munde“ soll schon bald eine „Treppe ins Ungewisse“ die Touristen faszinieren. RS-Symbolfoto: Schnöll