Grän errichtet sechs Plätze für Tagespflege

Nördlich des Gräner Gemeindehauses wird ein Arzthaus mit sechs Tagespflegeplätzen gebaut. Foto: Gemeinde Grän

In der Nachbargemeinde Nesselwängle entsteht ein modernes Mehrzweckgebäude

Dass das Thema „Pflege“ ein sehr umfassendes ist, ist hinreichend bekannt. Dass dieses Thema auch in den kommenden Jahren immer brennender wird, auch. In Grän entstehen ein Arzthaus und sechs Tagespflegebetten. In Nesselwängle wird ein modernes Mehrzweckgebäude errichtet, das einem zeitgemäßen Miteinander in der Gemeinde dient.

Bis zum Jahr 2022 ist ein verstärkter Anstieg der Nachfrage nach öffentlichen Pflegedienstleistungen in allen Bereichen prognostiziert. Ein dem Bedarf gerechter Ausbau muss auf die budgetären Möglichkeiten der Gemeinden abgestimmt sein. In diesem Zusammenhang hat die Tiroler Landesregierung einen „Strukturplan Pflege“ (2012 bis 2022) erarbeitet.

Arzthaus.

Schon vor einiger Zeit wurde bekannt, dass Sprengelarzt Dr. Erwin Pfefferkorn mit dem Ruhestand liebäugelt und seine Stelle über kurz oder lang nachzubesetzen sein wird. Eine Tatsache, die durchaus als Initialzündung gewertet werden kann.
Vor fünf Jahren erwarb die Gemeinde Grän ein Grundstück, das nördlich des Gemeindehauses liegt. Dort soll ein modernes Arzthaus entstehen. Neben einer neuen Arztpraxis bietet das Gebäude auch Raum für sechs Tagespflegeplätze für den Planungsverband 1-Tannheimer Tal und nach momentanem Stand sechs Wohnungen.

Tagespflege wesentlich.

„Im Wesentlichen geht es hier vor allem um die Tagespflege. Wir orientieren uns hier am Ehrwalder Modell – so, wie es im Strukturplan des Landes vorgesehen ist,“ erklärt Bgm. Martin Schädle im Gespräch mit der RUNDSCHAU.
Im vergangenen September wurde in Ehrwald die Tagespflege des SGS (Sozial- und Gesundheitssprengel Außerfern) eröffnet. Zum Eröffnungstermin waren auch einige Vertreter des Tannheimer Tals ins Zugspitzdorf gekommen und zeigten sich vom gelungenen Projekt überzeugt.
Noch in diesem Jahr wird nun in Grän mit dem Bau begonnen. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant.
Die sechs Tagespflegeplätze (ingesamt 150m2) werden vom SGS betreut.
Im Gebäude finden zusätzlich noch vier betreubare Wohnungen Platz, die barreirefrei ausgestattet sind. Bei Bedarf kann neben der Arztpraxis auch eine Wohnung für der Nachfolger von Dr. Pfefferkorn gestellt werden. Eine weitere Wohnung steht zur Verfügung.
„Wir haben für dieses Objekt 3,5 Mio. Euro im Budget veranschlagt. Im Moment sind sechs Wohnungen verhandelt. Es ist aber ein zweiter Bauabschnitt, das heißt ein zweites Stockwerk mit Wohnungen, durchaus denkbar. Dann würden sich die Kosten erhöhen,“ so Bgm. Schädle. Das Gräner Arzthaus hat in bewährter Manier Architekt Peter Gladbach geplant.

Stelle ausgeschrieben.

Der beliebte Dr. Pfefferkorn könnte schon seinen Ruhestand genießen. Noch ist er aber im Dienst und setzt sich sehr für eine geregelte Nachfolge ein. Derzeit ist die Stelle bei der Ärztekammer ausgeschrieben. Die Voraussetzungen sind bestens. Es stehen neue, moderne Praxixräume und eine Wohnung zur Verfügung – alles in einer Region mit hoher Lebens- und Freizeitqualität.

Nesselwängle.
In Nesselwängle befindet sich ein Mehrzweckhaus im Bau. Nicht nur das Gemeindeamt und der Tourismusverband werden dort einziehen, auch für andere Einrichtungen wird Platz geschaffen. Foto: Günter Pass

Auch in der Nachbargemeinde Nesselwängle wird fleißig gebaut. Hier wurde das alte Gemeindehaus abgerissen. An dieser Stelle entsteht ein modernes Mehrzweckhaus. Der Plan dafür stammt vom Innsbrucker Architekten Alois Ortner. Im Nesselwängler Mehrzweckhaus finden Gemeindeamt und Tourismusverband eine neue Heimat. Zusätzlich wird Platz für ein Sitzungszimmer, einen Multifunktions- und einen Jugendraum geschaffen. Auch ein Kinderhort wird im Mehrzweckhaus untergebracht werden.
Die Bauarbeiten in Nesselwängle gehen zügig voran, die Gesamtfertigstellung ist für Mitte Oktober (KW41) geplant.

Positives Signal.

Seit einiger Zeit wird diskutiert, das Angebot an Pflegebetten im Bezirk auszuweiten. Nun konnte Bgm. Helmut Schönherr bei der letzten Gemeinderatssitzung in Pflach berichten, dass die Zeichen für die sogenannte „Großlösung“ gar nicht so schlecht stehen. Eine Abordnung von sechs Außerferner Bürgermeistern sprach kürzlich in Innsbruck beim Land vor. „Die Aussichten für die große Lösung mit 60 zusätzlichen Pflegebetten sind gut. Es gibt auch bereits zwei mögliche Standorte. Zum einen in der Dr.-Machenschalk-Straße in Reutte oder am Areal des Bezirkskrankenhauses in Ehenbichl“, führt Schönherr aus. Die Großlösung mit 60 Betten wäre im Sinne der Mehrheit der Entscheidungsträger. Die zweite Variante, eine abgespeckte Lösung mit 25 Pflegebetten, wäre nicht zukunftsweisend.
Ein Baubeginn ist noch nicht fixiert. Wenn dieser Termin steht, soll die Planung aber zügig vonstatten- gehen.