Grenzen der Freiheit

Liebe Freunde des Wohlstandes!

Alles, was der Mensch tut, um sein Leben zu verbessern, hat auch Kehrseiten. Die so erfreuliche Mobilität erweitert unseren Wirkungskreis. Kann aber auch zu Belastungen führen. Das spüren wir Tiroler am Beispiel Transit. Noch vor Wochen haben wir uns massiv geärgert über die aus Rumänen stammende, für den Verkehr zuständige EU-Kommissarin. Für sie ist der freie Warenverkehr ein hohes Gut. Die Gesundheit der durch Schadstoffe belasteten Bevölkerung scheint ihr wurscht zu sein. Inzwischen ist Frau Adina Valean, wie die neoliberale Politikerin aus dem einstigen Ostblock heißt, gänzlich aus den negativen Schlagzeilen verschwunden. Das Coronavirus hat ihr den Rang abgelaufen. Weil es mittlerweile nicht einmal mehr einen freien Menschenverkehr gibt. So schnell kann das gehen. Ausnahmsweise ist es mit Schuldzuweisungen an die jeweils Anderen nicht abgetan. Nicht nur Chinesen oder Italiener verbreiten Krankheitserreger. Auch wir Österreicher. Wir Tiroler. Ganz akut Leute im Paznauntal. In der Tourismushochburg Ischgl haben es ein paar Party-Tiger mit dem freizügigen Verkehr wohl zu wörtlich genommen. Intime Kontakte sind im konkreten Fall noch ansteckender als ein freundlicher Handschlag oder mancher Huster. Aber: Wir sollten nicht nach Schuldigen suchen. Nicht bewerten. Und schon gar nicht verurteilen. Jetzt gilt es, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Auch zum Schutz kränklicher älterer Leute. Jeder von uns könnte bereits infiziert sein. Und damit die eigene Oma und den eigenen Opa gefährden. Die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Verbreitung schränken unsere Freiheit ein. Aber Freiheit hatte schon immer dort ihre Grenzen, wo sie die Freiheit anderer gefährdet!

Meinhard Eiter