Größte Straßenmeisterei Tirols eröffnet

Höhepunkt der Feierlichkeiten war die offizielle Schlüsselübergabe an den neuen Hausherren: Straßenmeister: Michael Strigl (l.) und LH-Stv. Josef Geisler. RS-Fotos: Suitner

Standort auf Ötztaler Höhe setzt neue Maßstäbe in der Straßenbetreuung

Großer Andrang herrschte beim Tag der offenen Tür anlässlich der offiziellen Eröffnung der neuen Straßenmeisterei in Haiming, die als Basis für die Betreuung eines 185 Kilometer langen Straßennetzes dient.

Die bisherigen Standorte Umhausen und Nassereith werden aufgelöst und auf der Ötztaler Höhe zusammengelegt. Das gesamte Ötztal wird künftig von Haiming aus versorgt, sodass hier die größte Straßenmeisterei Tirols entsteht. Neben einem beeindruckenden Fuhrpark mit LKW, Unimog, Traktor, Radlader, Pritschenwagen und einem Brückeninspektionsgerät kann das Straßenzentrum auch mit einem regelrechten „Arsenal“ an Verkehrsschildern aufwarten. Gerätehallen und Werkstätten, eine Waschanlage und eine eigene Tischlerei ergänzen die umfassende Ausstattung.Straßenmeis-
ter Michael Strigl, der mit seinem Team von 34 MitarbeiterInnen in der hochfunktionellen Anlage einen neuen Dienstort gefunden hat, konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, die der offiziellen Einladung zur Eröffnung gefolgt waren. Pfarrer Volodymyr Voloshyn segnete die neue Betriebsstätte, LH-Stv. Josef Geisler übergab in einem formellen Akt einen goldenen Schlüssel an den neuen Hausherren Strigl, die Landtagsabgeordneten Bgm. Jakob Wolf und Gerhard Reheis, Gemeindeverbandspräsident Bgm. Ernst Schöpf, Bezirkshauptmann Raimund Waldner und die Bürgermeister Fredi Köll und Helmut Dablander nutzten wie viele Besucher die Gelegenheit für einen persönlichen Lokalaugenschein. Der Chef der Abteilung für Straße und Verkehr des Landes Tirol Christian Molzer, Ötztal-Tourismus-Obmann Bernhard Riml und Haimings Bürgermeister Josef Leitner komplettierten mit prominenten Abordnungen der Polizei, der Feuerwehr und der Rettung die illustre Gästeschar.

STRAßEN ALS VISITENKARTE DES LANDES. Hochinteressante Einblicke und Details zur neuen Straßenmeisterei lieferte der Leiter der Abteilung für Straßenerhaltung Bernd Stigger, gleichzeitig ein „Mastermind“ des Projekts. „Wir freuen uns, dass die Kostenschätzung in Höhe von 5,6 Millionen Euro auch exakt eingehalten und nicht überschritten wurde“, so Stigger, der allen am Bau und an der Planung beteiligten Personen und Unternehmen für die vorbildliche Zusammenarbeit dankt. „Gepflegte und gewartete Straßen sind die Visitenkarte des Landes Tirol. Durch die zentrale Lage des neuen Standortes sind wir im Stande, in kurzer Zeit alle Punkte unseres Betreuungsnetzes zu erreichen“, erklärte Stigger und verwies auf die Wichtigkeit einer funktionierenden Kooperation mit allen Institutionen: „Straßendienst ist Teamwork!“
„BIG POINT“ FÜR GEMEINDE HAIMING. Josef Leitner, Bürgermeister der Standortgemeinde Haiming, lobte ebenfalls die konstruktive Zusammenarbeit bei der Abwicklung der erforderlichen behördlichen Genehmigungsverfahren. Mit dem Verweis auf „Abteilungen, die meinen, ein Naturschutzgebiet zwischen zwei Kreisverkehren ausweisen zu müssen“, sprach Leitner die nicht ganz problemfreie Suche nach einem geeigneten Bauplatz an und hatte die Lacher auf seiner Seite. „Aus kommunalsteuerlicher Sicht ist die Straßenmeisterei nicht unbedingt ein „Big Point“, sehr wohl aber in Hinblick auf die Sicherheit der Straßen“, war Leitner auf den Standort Haiming auch aus gesamttiroler Sicht stolz und betonte „das auch sonst immer angenehme Gesprächsklima mit den Baubezirksämtern und Straßenverantwortlichen.“
„GELD FÜR SICHERHEIT AUF STRAßEN IST GUT ANGELEGT.“ Tirols Straßenreferent LH-Stv. Josef Geisler hob die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und die vorbildliche Holzbauweise der neuen Anlage hervor, die größtenteils von ortsansässigen Firmen mit „einheimischen Stoffen“ errichtet wurde. „Der neue Stützpunkt für unsere orange Flotte ist ein sichtbares Aushängeschild unseres Landes. Über 1000 Tonnen Müll sind pro Jahr von den Straßen zu entfernen, was einen enormen Arbeitsaufwand nach sich zieht. Auch im Winter startet der Morgenverkehr bereits um sechs Uhr, daher müssen schon zuvor die Straßen geräumt und befahrbar gemacht werden. Das funktioniert nur mit vielseitig ausgebildeten und fleißigen MitarbeiterInnen, die sich auch technisch anspruchsvollen Aufgaben wie der schwierigen Felsräumung stellen müssen“, brach Geisler eine Lanze für die vielen Straßenbediensteten. „Das in die Sicherheit der Straßen investierte Geld ist hervorragend angelegt“, so Geisler, der den MitarbeiterInnen am neuen Standort „alles Gute für ihre zukünftige Tätigkeit zum Wohle aller VerkehrsteilnehmerInnen wünscht.“

WUNDERWERKE DER MODERNEN TECHNIK. „Schon immer waren Straßen der entscheidende Faktor, um neue Gebiete zu erschließen und sind aus Sicht der Menschen nicht wegzudenken“, machte Pfarrer Volodymyr Voloshyn auf die geschichtliche Bedeutung der Straßen aufmerksam: „Auch wenn moderne Straßen als Wunderwerke der Technik bezeichnet werden können, so bergen sie doch auch Gefahren, weshalb technisch beste Voraussetzungen für ihre Betreuung geschaffen werden müssen“, so Voloshyn, ehe er die Segnung des Areals vornahm.
Der Festakt wurde von der Musikkapelle Haiming festlich umrahmt und fand seinen Höhepunkt in der Übergabe eines symbolischen, goldenen Schlüssels durch LH-Stv. Josef Geisler an den Chef der neuen Straßenmeisterei, Michael Strigl, bevor alle BesucherInnen die Gerätschaften und Hallen eingehender besichtigen und sich von der zur Schau gestellten Technik beeindrucken lassen konnten.

Von Wolfgang Suitner

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