Großangelegte Übung „Beben 2019“

Familie Dengg stellte das „Zugspitzrestaurant“ als Übungsobjekt zur Verfügung. RS-Fotos: Weber

In Ehrwald wurde für den Ernstfall geprobt

Am 23. März wurden ins Zugspitzresort an der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn, mehr als 200 Männer und Frauen verschiedenster Blaulichtorganisationen zum Übungsszenario gerufen. Übungsannahme war ein Beben mit Epizentrum im Thörlegebiet – ein durchziehendes Unwetter am Vorabend erschwerte durch Stromausfall und Vermurungen den Einsatz.

Von Michaela Weber

Den Abriss eines Gebäudes des Zugspitzresorts nutzte die Feuerwehr Ehrwald, um für den Ernstfall zu proben. Mehrere Szenarien wurden vom Leitungszelt aus koordiniert. Es galt, mehrere Übungsszenarien abzuarbeiten. Neben den Feuerwehren aus dem Zwischentoren waren die Wehren aus Reutte, Lechaschau, Höfen, Garmisch und die Feuerwehrbesatzung aus Mühlau zum Übungseinsatz gekommen. Bergrettung, Rotes Kreuz und Polizei nahmen an der Katastrophenübung ebenfalls teil. Auch drei Kameraden der Jungfeuerwehr Lechaschau beteiligten sich am Großereignis.

Annahmen.
Die Bergrettung Ehrwald führte die Bergung aus der Gondel mittels Flaschenzugtechnik durch.

Der Sturm der letzten Nacht hinterließ teils schwere Schäden. Bezirksweit stehen bereits einige Feuerwehren im Dauereinsatz und beseitigen Sturm und Wasserschäden. Das Straßennetz im Bezirk Reutte ist nur bedingt befahrbar, Überflutungen, Vermurungen und Windwürfe behindern den Verkehr. Zu Beginn der Übung sind immer noch einige Straßen gesperrt oder nicht befahrbar. Auch das teilweise unterbrochene Stromnetz im Bezirk sorgt für merkliche Einschränkungen. Im Obermoos/Zugspitzresort steigt dichter Rauch aus einem Gebäude. Der Flüssiggastank am Campingplatz dürfte ebenfalls beschädigt sein, Gasgeruch ist feststellbar. Ein Gebäude droht einzustürzen. Es gibt mehrere Verletzte und eingeschlossene Personen. Bauarbeiter werden verletzt, unter Trümmern eingeklemmt oder sind im Gebäude eingeschlossen. Das Strom- und Wassernetz im Haupteinsatzgebiet ist zusammengebrochen.

Schallortung.

Die FFW Mühlau wurde ins Übungsgebiet angefordert, da sie über Schallortungsgeräte verfügen. Weiters setzten die Mühlauer eine Trümmersuchkamera ein, die dank schwenkbarer Kamera Bilder aus einem Schacht lieferte.

Gondelbergung.

Die Bergrettung Ehrwald holte mittels spezieller Abseiltechnik die eingeschlossenen, teils verletzten Personen aus der stehengebliebenen Gondel. Die Helfer des Roten Kreuz standen bei mehreren Szenarien im Einsatz.

Fazit.

Bei der anschließenden Pressekonferenz waren sich die Verantwortlichen von Feuerwehr, Bergrettung, Rettung, Polizei und auch die Bürgermeister einig, dass die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen sehr gut funktioniert hat. BFI Konrad Müller sagte: „Es war eine gelungene Übung, es wurde sehr gut gearbeitet, man kann sich auf Euch verlassen!“

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