Große Freude über historischen Fund

Wie stolze Jäger mit ihrer Beute zeigten sich die Mitglieder des Grabungsteams stolz über ihren Erfolg: Valentin Huter, Katja Tinkhauser, Daniel Lueger und Lukas Gundolf (v.l.) am Rande des Brandopferplatzes. RS-Foto: Krismer

Archäologische Grabungen in Tarrenz-Dollinger befriedigend abgeschlossen

Das Vorhaben „Archäologische Grabungen im Rahmen des Interreg-Projektes Hereditas Via Claudia Augusta ITAT 2007“ ist mit der erfolgreichen Freilegung antiker Spuren im Tarrenzer Weiler Dollinger Lager nunmehr um eine Facette reicher. Das dort vermutete Heiligtum in Form eines Brandopferplatzes kam tatsächlich zum Vorschein. Aber auch andere Fundstücke aus drei Zeitepochen erfreuten die Archäologen vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck.

Von Ewald Krismer

Die Freude darüber, das Vermutete gefunden zu haben, war den Mitgliedern des Grabungsteams sichtlich anzusehen. Drei Wochen lang gruben sie unter schwerster körperlicher Anstrengung nach Spuren der Vergangenheit. Und mit dem Auffinden des eisenzeitlichen Brandopferplatzes wurden sie reichlich belohnt. Auf der Suche danach traten neben weiteren Relikten aus der Eisenzeit (800 bis 15 v. Chr.) auch welche aus der Bronzezeit (2200 bis 800 v. Chr.) und der Römerzeit (15 v. Chr. bis 600 n. Chr.) zutage. Der ständige Wassereintritt während der Grabungsarbeiten ließ anfänglich auch auf ein sogenanntes Quellheiligtum schließen. Diese Überlegung war vom Forscherteam vorerst aber wieder verworfen worden, um am Ende der archäologischen Arbeiten dann doch die Bestätigung des Vorhandengewesenseins zu haben. Ausschlaggebend dafür war letztlich das Auffinden vieler – Wasserkrügen zuzuordnender – Keramikscherben. Von diesem Wasser wurden auch Proben genommen, um es auf Schwefelgehalt zu untersuchen, was bei eventuellem Vorkommen auf eine Heilquelle hindeuten und die These des Quellheiligtums zusätzlich untermauern würde. Vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck untersucht und wissenschaftlich ausgewertet werden neben den zahlreichen Fundstücken auch die Daten der von den Grabungsleitern durchgeführten Vermessungen der Fundstätte, was – falls wieder Geld vorhanden ist – für spätere, keinesfalls auszuschließende Grabungen wichtig sein kann. Was mit den interessanten antiken Stücken nach der Auswertung schlussendlich geschieht, steht noch nicht fest. Hoffentlich verstauben sie danach nicht in irgendwelchen Archiven, so wie jene römischen Relikte, die 1938 an derselben Stelle gefundenen wurden (die RUNDSCHAU berichtete in Ausgabe 40/2018). Diese verharren zwar seit damals im Tiroler Landesmuseum, sind aber nicht zu bestaunen. Besser wäre es wohl, dass alles bisher ans Tageslicht gebrachte der Öffentlichkeit gezeigt wird – und das in Tarrenz, wo es gefunden wurde und schlussendlich hingehört. Denn schließlich liegt die Gurgltalgemeinde an der touristisch beworbenen „Via Claudia Augusta“ und nicht die Landeshauptstadt Innsbruck. Immerhin fördert der Europäische Fond für regionale Entwicklung, „Interreg V-A Italien-Österreich 2014 – 2020“ und das Land Tirol die Projekt-Ziele: Forschen, erlebbar machen, Bevölkerung und Gäste bewegen.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.