Große Panik nach Blanik

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Politikern wird gerne unterstellt, sie würden für viel Geld wenig Leistung bringen. Das stimmt nur bedingt. Denn die wichtigste Position bei einer Partei, die des Vorsitzenden, ist ein Ehrenamt. Und so kommt es, dass die Halbwertszeiten von Parteichefs immer kürzer werden. Ganz krass war dies zuletzt bei den Sozialdemokraten. Die einstige Großpartei hat im Sog des allgemeinen Rechtsrucks an Sympathie und Wählern eingebüßt. Der einstige Kampfspruch „Rot bis in den Tod“ verkehrte sich beinahe in den Reim „Die toten Roten“. Bundesweit aus der Regierung gefallen geriet die SPÖ in inhaltliche wie personelle Nöte. In den Ländern schaut es meist noch trüber aus. Tirol hatte nach dem Langzeit-Vorsitzenden Hannes Gschwenter mit Gerhard Reheis, Ingo Mayr und Elisabeth Blanik durchwegs Parteispitzen, die nach knapp zwei Jahren die Segel streichen mussten oder eben selbst das Handtuch warfen. Während Reheis und Mayr vorwiegend an den eigenen Genossen scheiterten, konnte Blanik zumindest den totalen Absturz verhindern, bei Wahlen sogar ein leichtes Plus verzeichnen und viele Sesselkleber loswerden. Die von ihr eingeleitete Verjüngung sollte jetzt ihre Krönung finden, in dem der 35-jährige Georg Dornauer die Partei übernimmt. Der trat aber bereits kurz nach seiner Inthronisierung in einen Fettnapf. Ein flapsiger Spruch im Landtag brachte den smarten Skilehrertyp mit akademischen Weihen in arge Bedrängnis. Während die Tiroler Politik Dornauers Entschuldigung für seinen Ausrutscher annahm, reagierten die Wiener Damen aus der eigenen Partei gnadenlos. Pamela Rendi-Wagner will den designierten Tiroler Parteichef nicht in Bundesgremien dulden, Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek forderte gar den Rücktritt des Sellrainer Sozis aus allen Funktionen. Bei #meToo gibt es keine erste Verwarnung. Hier fordern Frauen sofort die politische Todesstrafe. Schorschis Stuhl steht unter Strom!

Meinhard Eiter

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