Großer Bahnhof für Rad-Ass Laura Stigger

Geschultert von URC-Ötztal-Obmann Charly Riml (r.) und Trainer Rupert Scheiber (l.) wurde Laura in die „Arena“ getragen. RS-Foto: Hirsch

Weltmeisterlicher Empfang der Gemeinde Haiming für eine große Athletin

Vergangenen Donnerstag wurde Rad-Ass Laura Stigger nach einer großartigen Saison in ihrer Heimatgemeinde Haiming empfangen. Gold bei der Mountainbike-EM, Gold bei der Mountainbike-WM, Gold bei der Straßenrad-WM und Silber im Teambewerb bei den Olympischen Jugendspielen – ein Sportlerjahr für Laura, das besser nicht sein könnte. Ihr Sponsor Red Bull erfüllte ihr kurzerhand einen lang gehegten Wunsch und bracht sie in luftige Höhen. Aus 3500 Metern Höhe stürzte das Sportlerass dann im Tandemflug Richtung Haiminger Boden.

Von Friederike Hirsch

Bei 18 Grad Sonnenschein landete Hubschrauberpilot Siegfried Schwarz von den Flying Bulls auf einem Feld hinter dem Altersheim in Haiming. Dort erhielt Laura Stigger von den beiden Skydivern Marko Waltenspiel und Marco Fürst letzte Einweisungen und ab ging es in 3000 Meter Höhe. „Es war ein sensationelles Erlebnis, meine Heimatgemeinde aus der Vogelperspektive zu sehen und dort einzuschweben“, schwärmt Laura auf ihrer Facebook Seite. Dort hatten sich dann am Abend hunderte Festgäste versammelt, um die erfolgreiche Sportlerin so richtig zu feiern. Bürgermeister Josef Leitner: „Wenn in Haiming die Schützen und die Musikkapelle ausrücken, dann muss es ein hoher Feiertag sein. Heute ist ein ganz besonders hoher Feiertag.“ Unter den zahlreichen Gästen, Freunden und Bewundern wurde Sportreferent und Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler ebenso gesichtet, wie Bezirkshauptmann Raimund Waldner, Bürgermeister Josef Leitner mit zahlreichen Gemeinderäten sowie Ex-Radprofi Thomas Rohregger. Als Moderator des Abends agierte Tirols wohl bekannteste Sportstimme, Othmar Peer. Gratulanten und Festredner waren sich einig: „Laura muss als Profi geboren worden sein. Talent kann man nicht trainieren, das hat man oder man hat es nicht.“ Die Leistung ihres Trainers Rupert Scheiber hoben alle ebenso hervor wie die Einstellung von Laura zum Sport.

Vorbild Laura Stigger.

Die 18-jährige Laura besticht durch ihre Bescheidenheit, ihr herzliches Lachen und ihre Dankbarkeit gegenüber ihrer Familie, dem Trainer, dem Verein und allen Menschen im Hintergrund. „Ich möchte einfach nur danke sagen. Danke. Danke. Danke“, strahlt Laura vom Podest. Ihr Opa Franz mit stolz geschwellter Brust: „Also für uns war die Rad-WM in Tirol so richtig unheimlich, weil wir es einfach nicht glauben konnten.“ Ex-Radprofi Thomas Rohregger: „Laura ist ein Vorbild für viele Jungen Menschen und genau das braucht der Sport.“ Vom Präsidenten des Tiroler Radsportverbandes, Harald Baumann, wurde Laura mit dem Goldenen Ehrenzeichen geehrt. Stellvertreter Michael Baumann übergab an sie einen Gold-Dukaten. Beeindruckender aber war die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen, die Laura selbstgemachte Gratulationskarten und kleine Geschenke brachten. Umringt von Fans und Freunden, die alle ein Foto oder ein Selfie haben wollten, klang der Abend aus.

Gibt es noch Ziele?

Druck gibt es nun vorerst in Sachen Schulbank. Dort wartet auf die Innsbrucker Sport-BORG-Schülerin ein geschäftiger Winter – 2020 soll Stigger Matura machen. 2020, da war doch noch was? Stimmt. Die Olympischen Spiele in Tokio, ihr größtes sportliches Ziel. Wenn die Tirolerin so weiter macht, ist sie in Japan eine heiße Kandidatin auf eine Medaille – und das in zwei Disziplinen. Die Voraussetzungen sind perfekt, denn Laura liebt es, bergauf und bergab an ihre Grenzen zu gehen und diese Eigenschaft hält eine große Zukunft für die Tirolerin bereit.

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