Großes Zittern um Leutascher Hochmooslift

Die Verhandlungen über den Kauf des Hochmoosliftes mit der Pletzer-Gruppe sind gescheitert, nun wird ein neuer Käufer gesucht. Foto: Bernhard Rangger

Sommernutzung als Verkaufsargument • Unterländer Pletzer Gruppe hat sich aus dem Bieterrennen zurückgezogen

Die Zukunft des Hochmoosliftes in Leutasch beschäftigte vergangene Woche auch den Leutascher Gemeinderat. Obwohl dieser sich angesichts der angespannten Finanzlage außerstande sieht, selbst in das Bieterrennen einzugreifen, versucht man Liftbetreiber Robert Krismer bei den Verkaufsgesprächen zu unterstützen. Der zuletzt immer wieder als potentieller Käufer kolportierte Anton Pletzer aus Oberndorf zog jedenfalls sein Kaufangebot zurück.

Auf Anfrage von Rainer Außerladscheider berichtete Vizebürgermeister Stefan Obermeir über das Aus der Verhandlungen mit der Pletzer-Gruppe: „Die Aussichten auf einen Weiterbestand des Hochmooslifts ist keineswegs rosig. Liftbetreiber Robert Krismer war zuletzt bei Landeshauptmann Günther Platter, der ihm zusicherte,  die Betriebsgenehmigung aufrecht zu erhalten, wenn sich ein Investor findet. „Es gibt noch zwei potentielle Kandidaten. Diese verlangen aber ein schlüssiges Konzept für eine Sommernutzung. Da ein Streichelzoo bei der Hochmoosalm aus veterinärer Sicht keine Chance hat, will Krismer einen Wildtierpark und den Neubau einer Sommerrodelbahn wie in Imst oder in Mieders vorschlagen!“

GEMEINDEAUFSICHT PRÜFTE. Bürgermeister Jorgo Chrysochoidis berichtete, dass alle drei Zustiege zur Leutascher Geisterklamm saniert wurden. Schon zwei Monate nach seinem Amtsantritt führte die Gemeindeaufsicht der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck eine Kassaprüfung durch und stellte nur geringfügige Mängel fest. Zahlreiche Änderungsvorschläge erbrachte hingegen eine BH-Überprüfung der in Leutasch installierten Verkehrsschilder. Da der Austausch bzw. die Neuverordnung der Tafeln zu hohen Kosten führen würde, wies der Gemeinderat das Amt an, die Schilder anlassbezogen zu ersetzen.  Die Debatte über die Situierung des Gehsteigs beim Tourismusverband in Weidach ergab, dass man diesen besser beleuchten werde. Da eine Frequenzzählung ergab, dass in diesem Bereich wegen des nahen Spielplatzes und einer neuen Siedlung mehr Leute nördlich der Kreuzung die Straße queren, wurde auch eine Verlegung vorgeschlagen. Wegen der Kreuzungsnähe hielt man aber am bisherigen Standort fest. In einem weiteren Tagesordnungspunkt setzte sich der Gemeinderat mit der Sanierung der Leutascher Wasserversorgung auseinander. Bereits vor zwei Jahren hatte man das Innsbrucker Ingenieurbüro Passer & Partner mit einer Wasserverlustanalyse beauftragt und in der Folge alle undichten Rohre repariert. „Seither ist der Wasserverbrauch um fast 200 Kubikmeter gesunken“, berichtete der Gemeindechef. „In der Folge hat man uns einen Reinvestitionsplan präsentiert, der in drei Prioritätsstufen eine vollständige Sanierung der zwischen 1928 und 1990 errichteten Bauten und Leitungen vorsieht. Die Investitionskosten betragen 6,8 Mio. Euro und sind von der Gemeinde alleine nicht zu stemmen.“ Man beschloss dennoch, das Gesamtprojekt zu verhandeln. 2019 möchte man dann mit der ersten Baustufe starten. Den Auftakt machen die Sanierung des Hochbehälters und der Versorgungsleitung in Kirchplatzl. Man erwartet erhebliche Zuschüsse von Bund und Land.

BREITBANDAUSBAU. Sehr weit fortgeschritten sind die Arbeiten am Ausbau der Breitbandversorgung. Chrysochoidis: „Die Erdbauarbeiten sind fertig. Der Bauhof ist dabei, die Verteilerkästen zu setzen. Bevor wir aber die Glasfaserleitungen einblasen, muss sichergestellt sein, dass alle interessierten Provider gleichzeitig den Kunden ihre Angebote unterbreiten. Wenn wir einem einen Vorteil geben, wird der sich in Leutasch eine Vormachtstellung sichern und das kann nicht im Interesse der Gemeinde sein!“ Der Ortschef möchte auch gemeinsam mit der Tigas die Grabungsarbeiten nach Unterleutasch fortsetzen: „Die Tigas ziert sich wegen der hohen Kosten. Wir müssen sie überzeugen, dass dieses Projekt eine Gelegenheit ist, sonst ist die Chance, Erdgas in die weiterverzweigten Weiler des unteren Talabschnitts zu bringen, wohl endgültig gestorben!“

LEINENZWANG. Schließlich einigte man sich auch darauf, die Hundeleinenverordnung der Gemeinde dahingehend zu adaptieren, dass im Bereich des südlichen Wegs zwischen den Parkplätzen Salzach und Stupfer am Eingang des Gaistals eine leinenfreie Zone ausgewiesen wird. Dies war nötig, damit die Verordnung von der Aufsichtsbehörde genehmigt wird. Diese ist nämlich in Leutasch sonst sehr restriktiv und sieht sogar einen Maulkorbzwang im Bereich von Volksschule, Kindergarten und den Spielplätzen vor. Mit dem Tourismusverband soll verhandelt werden, dass die Zone beschildert und mit ausreichend Gassi-Säckchen ausgestattet wird.

DORFBUS. TVB-Geschäftsführer Elias Walser wurde schließlich auch mit der statistischen Auswertung des Leutascher Dorfbusses konfrontiert. „Obwohl im Winter 11.000 Fahrgäste den Bus benutzt haben, hat er den Sommerfahrplan abgelehnt. Im kommenden Winter wird der Bus aber wieder fahren“, informierte der Gemeindechef. „Nach der WM gibt es auch neue Verhandlungen mit dem VVT. Wir hoffen, dass dort der Wunsch nach einem ganzjährigen Bus, der alle Ortsteile von Leutasch verbindet, in die Tat umgesetzt wird!“

Von Bernhard Rangger

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