Grüne konnten die Kurve gerade noch kriegen

Jubel bei Landeshauptmann Günther Platter, der mit seiner ÖVP deutlich zulegen konnte. Nachdenklich Grünen-Chefin Ingrid Felipe, die sich mit ihrer Partei gerade noch über der Zehn-Prozent-Marke halten konnte. Foto: zeitungsfoto.at

Umfragewerte waren weit schlechter, als das Endergebnis – Freude bei der SPÖ, obwohl man deutlich mehr wollte

Im Wahlkreis Innsbruck-Land gab es am Sonntag 10.744 Wahlberechtigte, davon gingen 5.470 tatsächlich zur Urne, 35 Stimmen waren ungültig. Auch in diesem Wahlkreis legte die ÖVP stark zu.  39,78 Prozent (+4,77 Prozent) wählten die ÖVP. An zweiter Stelle die SPÖ mit einem Stimmenanteil von 18,82 Prozent (+5,55 Prozent), die FPÖ mit 16,42 Prozent (+7,63 Prozent), die Grünen mit 11,75 Prozent (-3,24 Prozent), die „Liste Fritz“ mit 6,59 Prozent (-0,53 Prozent) und die NEOS mit 5,46 Prozent). Auffallend: In der Gemeinde Sellrain, wo der stellvertretende SP-Landesparteivorsitzende Georg Dornauer Bürgermeister ist, lag die SPÖ  (41,59 Prozent) zum ersten Mal vor der ÖVP (41,50 Prozent).

Das Ergebnis in seiner Heimatgemeinde Sellrain und auf Bezirks-ebene freute den stellvertretenden SPÖ-Landesparteivorsitzenden Georg Dornauer riesig. Gegenüber der RUNDSCHAU erklärte er kurz nach der ersten Hochrechnung: „Das Ziel, im Bezirk Innsbruck-Land mehr als 15.000 Wählerstimmen zu holen, ist erreicht worden. Das ist sensationell!“  Erhofft haben sich die Roten landesweit ein Ergebnis von 20 Prozent plus. „Das ist uns nicht gelungen, aber der zweite Platz hinter der ÖVP und vor der FPÖ freut uns umso mehr“, so Dornauer. Auf die Einladung von LH Günther Platter zu einem Sondierungsgespräch freue man sich jedenfalls. „Wir haben Platter noch kein konkretes Angebot gemacht, wollen aber in die Regierung, um den Stillstand in der Schwarz-Grün-Koalition zu beenden und um ein Schwarz-Blau-Chaos zu verhindern!“ LH Günther Platter will übrigens Mitte dieser Woche mit den Sondierungsgesprächen beginnen.

SCHWIERIG. Ob die Grünen weiterhin auf der Regierungsbank sitzen, ist fraglich. Bei der Wahl selbst ist man jedenfalls gerade noch mit einem „blauen, pardon, grünen Auge“ davon gekommen. Die zweistellige Prozentmarke konnte geade noch gehalten werden. Grünen-Landessprecher Hubert Weiler-Auer sagt, dass man in den letzten Tagen vor der Wahl unheimlich viel Überzeugungsarbeit geleistet habe. „Die Umfragewerte vor der Wahl waren weit schlechter als das Ergebnis, das wir am Ende erreichen konnten. Leichter macht das die Koalitionsverhandlungen aber nicht!“