Günther Platter nützt den Heimvorteil

LH Günther Platter holt in seinem Heimatbezirk das beste Ergebnis tirolweit. Foto: Blickfang

Toni Mattle (VP) und Benedikt Lentsch (SP) ziehen in den Landtag ein

 

Fast 20 Prozentpunkte mehr als im Landesschnitt schafft die ÖVP in Günther Platters Heimatbezirk Landeck. Die FPÖ ist neben den „Schwarzen“ die einzige Partei, die in Landeck Zuwächse verzeichnen kann. Toni Mattle von der ÖVP hat das Direktmandat natürlich klar geschafft. Mit SP-Bezirksobmann Benedikt Lentsch gibt’s bald auch wieder einen Sozialdemokraten im Landesparlament. Wahlbeteiligung: nicht einmal 62 Prozent.

 

Von Daniel Haueis

 

Die ÖVP hat im Bezirk Landeck am meisten zugelegt (+ 8,02 %): Mit knapp 64 Prozent ist Landeck schwarzes Kerngebiet: In keinem anderen Tiroler Bezirk hat die Partei des Landeshauptmannes aus Zams einen Sechser vorne stehen. Für Bezirksobmann Landtagsvizepräsident Bgm. Toni Mattle war dies ein „Ergebnis fern jeder Erwartung“, er sieht darin aber wohl zurecht auch ein Zeichen dafür, dass in den vergangenen fünf Jahren solide Arbeit geleistet wurde. Mattle bleibt jedenfalls Landtagsabgeordneter – der Galtürer Bürgermeister hat sich bereits 15 Jahre lang für den Bezirk eingesetzt. LH Günther Platter aus Zams (er hatte mit den 44 Prozent tirolweit „eine ganz große Freude“) kann sich den Regierungspartner aussuchen: Theoretisch kommen alle übrigen fünf Landtagsparteien in Frage. Prognose: LR Bernhard Tilg aus Landeck ist als Gesundheits-/Pflege-/Wissenschafts-Landesrat nicht nur mitten in der Arbeit, sondern mit Sicherheit auch nicht leicht zu ersetzen.

 

SP-LENTSCH IM LANDTAG. Die SPÖ musste im Bezirk ein Minus hinnehmen: 13,41 % sind minus 1,48 Prozentpunkte. Es überwiegt aber natürlich die Freude darüber, dass Bezirksobmann Benedikt Lentsch in den Landtag einzieht: „Ich bin höchst zufrieden mit dem Ergebnis … Es ist sich ausgegangen für den Bezirk Landeck“, so der Zammer. Einsetzen will er sich für Kinderbetreuungsplätze im Bezirk, mehr qualifizierte Arbeitsplätze und geförderten Wohnbau, auch am Bahnhofsparkplatz will er eine Lösung. Bemerkenswert: In Fließ hat sich die SPÖ auf 17,7 % fast halbiert – der Grund: Bürgermeister Hans-Peter Bock stand vor fünf Jahren noch zur Wahl.

 

FPÖ LEGT ZU. Die zweite Partei im Bezirk Landeck, die zugelegt hat, ist die FPÖ (+ 3,86 %). Bezirksobmann Mathais Venier ist mit den 9,41 % „soweit zufrieden“. Im Heimatbezirk des Landeshauptmannes habe die FPÖ nicht die Materialschlacht mitmachen können. Seine Rückreihung auf der Landesliste von Platz 7 auf 20, sieht Venier unaufgeregt: „Das Mandat wäre es auch so nicht geworden.“

 

GRÜNE VERLIEREN. Die Grünen haben im Bezirk Landeck weniger verloren als tirolweit: – 0,78 %. Die erreichten 5,42 % sind allerdings nicht gerade berauschend, was wohl auch damit zu tun hat, dass LA Ahmet Demir keine Chance auf den Wiedereinzug in den Landtag hatte – was bereits nach der Reihungsversammlung der Grünen klar war.

 

FRITZ UNTERDURCHSCHNITTLICH. Ginge es nach den Landeckern, wäre die Liste Fritz nicht mehr im Landtag: 2,59 % sind ein Minus von 1,73 Prozentpunkten. Bemerkenswert das Pianner Ergebnis, woher Peter Rauchegger stammt, der 2013 noch für „Fritz“ angetreten ist, heuer aber nicht: – 18,23 %.

 

NEOS LASSEN AUFHORCHEN. Die Neos, die mit Johannes Tilg einen quirligen Bezirkskoordinator haben, erreichen 4,83 %, etwa weniger als tirolweit. In St. Anton sind sie mit 8,28 % sogar zweitstärkste Partei hinter der ÖVP. Tilg ist „sehr zufrieden“, er will mit den Neos „neue, mutige, innovative Politik“ machen und kündigt mehr Neos-Veranstaltungen in Landeck an. Auch Tilg selbst will sich in „Innsbruck“ einbringen – er ist auch Landesvorsitzender der Junos (Junge Neos).

Family (0,63 %) und Impuls (0,16 %) schneiden schlechter als in Tirol ab und nehmen in keiner der 30 Gemeinden des Bezirkes die 4-Prozent-Hürde.

Toni Mattle: „Es wird honoriert, wenn man was weiterbringt.“ RS-Foto: Archiv
Benedikt Lentsch: „Es ist sich ausgegangen für den Bezirk Landeck.“ RS-Foto: Archiv