Gut fünf Hektar

Thomas Danzl (2. v. r.; mit Markus Federspiel von der Wasserwirtschaft, LH-Stv. Josef Geisler und Hannes Schirmern vom Landeskulturfonds): Ausgleichsflächen in Prutz oder Nauders Foto: Land Tirol/Entstrasser-Müller

Landeskulturfonds bietet Ausgleichsflächen im Bezirk an

 

Der Landeskulturfonds ist gesetzlich damit beauftragt, landwirtschaftliche Grundstücke als Tausch- und Ersatzflächen zu erwerben. Er bietet aber auch Ausgleichsflächen an – im Bezirk Landeck sind es fünf bis sieben Hektar.

 

Von Daniel Haueis

 

Ob Schutzmaßnahmen an Wildbächen oder Flüssen, Straßenbauvorhaben oder andere Infrastrukturmaßnahmen im öffentlichen Interesse – kaum ein Projekt lässt sich ohne die Inanspruchnahme von Grund und Boden verwirklichen. Damit sie nicht zu Lasten der Landwirtschaft gehen und möglichst zügig realisiert werden können, bietet der Landeskulturfonds aktiven bäuerlichen Betrieben einen Flächenersatz. Derzeit verfügt der Landesfonds über mehr als 100 Hektar Ersatzflächen. „Speziell in den Gunstlagen wie dem Inntal ist der Nutzungsdruck auf landwirtschaftliche Flächen groß. Wir wollen den Fortbestand der produzierenden Landwirtschaft in diesen Gebieten sichern und gleichzeitig eine geordnete Entwicklung unseres Landes ermöglichen. In diesem Spannungsfeld spielt der Landeskulturfonds als Flächenmanager eine immer bedeutendere Rolle“, betont LH-Stv. Josef Geisler und spricht Vorhaben wie Hochwasserschutzbauten, Straßen, Radwege oder Wohngebiete an. „Der Landeskulturfonds ist eine Drehscheibe im Flächenmanagement. Wir sehen uns sowohl als Partner der Landwirtschaft als auch der ländlichen Gemeinden und sind ein seriöser Ansprechpartner für Grundeigentümer mit Verkaufsabsicht“, sagt Thomas Danzl, Geschäftsführer des Landeskulturfonds. Der Landeskulturfonds spekuliere nicht, er agiere im öffentlichen Interesse und ohne Gewinnabsicht.

 

AUSGLEICHSFLÄCHEN IM OBERLAND. Seit drei Jahren kauft der Landeskulturfonds aber auch Flächen an, die als Ausgleichsflächen Verwendung finden. Werden bei Infrastrukturvorhaben nämlich ökologisch wertvolle Flächen berührt, sieht das Tiroler Naturschutzgesetz Ausgleichsmaßnahmen vor: Es kann z.B. eine Ersatzaufforstung vorgeschrieben werden, wenn etwa für einen Pistenbau ein Wald geschlägert werden muss; ähnliches gilt für Feuchtgebiete, die z.B. für eine Betriebserweiterung in Anspruch genommen werden und deshalb andernorts hergestellt werden müssen. Auch hierfür hält der Landeskulturfonds Ausgleichsflächen von mehr als 20 Hektar, vornehmlich im Oberland vor. Thomas Danzl, Geschäftsführer des Landeskulturfonds, berichtet von Grundstücken in Prutz oder Nauders, der Großteil befinde sich im Außerfern. Im Bezirk Landeck verfügt der Landeskulturfonds über fünf bis sieben Hektar Ausgleichsflächen. Sie seien eher verstreut und nicht unbedingt die hochwertigsten Flächen, vom Ertrag her eher grenzwertig – sie sind ja für Aufforstung, Feuchtgebiet u.ä. vorgesehen. Die Gründe sind in Besitz des Landeskulturfonds und werden verpachtet, bis sie benötigt werden. „Eine konkrete Verwendung gibt es noch nicht“, sagt Danzl, aber Projektanten wie Tiwag oder Seilbahnen benötigen immer wieder solche Flächen. In diesem Fall wird das Grundstück dann verkauft, oder der Landeskulturfonds bleibt Besitzer, während der Interessent auffors-tet und den Entgang des Ertrages u.ä. entschädigt. Von Vorteil ist, dass Ausgleichsflächen nicht mehr in unmittelbarer Nachbarschaft zum Grund für die Vorschreibung einer Ausgleichsmaßnahme sein müssen – mit anderen Worten: Das vorgeschriebene neue Moor muss nicht direkt an das zerstörte angrenzen.