„Haiming, liebe Heimat“

Die Musikkapelle Haiming führte den Festzug von der Kirche bis zum Festplatz allen anderen Vereinen voran an. RS-Foto: Burger

Eine Gemeinde feiert 750-Jahre-Jubiläum

Rund um das 750-Jahre-Jubiläum der Gemeinde Haiming warten im Herbst mehrere Veranstaltungen. Den Höhepunkt und Beginn machte das Dorffest, das mit einem starken Programm aufwartete und vielen Ehrengästen von nah und fern eine Plattform für Ansprachen und Glückwünsche bot. Kurz nach Mittag wurden die Ehrengäste begrüßt und man zog gemeinsam zur Kirche, um am Festgottesdienst teilzunehmen.

Von Mel Burger

Sonnenschein und bestes Wetter waren schon seit den Morgenstunden gesichert für den besonderen Samstag in Haiming am vergangenen Wochenende. Geologische Funde weisen darauf hin, dass es Haiming mit Sicherheit schon länger als 750 Jahre gibt, jedoch setzt man die offizielle Geburtsstunde mit der ersten öffentlichen Erwähnung in einer Urkunde aus dem Jahr 1269 fest. Anlässlich des runden Jubiläums feierten die Haiminger am 14. September ein großes Dorffest und luden Freunde, Nachbargemeinden und viele Ehrengäste ein, um mit ihnen zu feiern, aber auch eine Abordnung aus der Partnergemeinde Pozuzo in Peru ließ es sich nicht nehmen, ihre Glückwünsche zu überbringen.

Geschichte

Chronist Manfred Wegleitner bekam den Auftrag von Bürgermeister Josef Leitner, den ersten Teil der Festreden zu übernehmen und allen eine kleine Zusammenfassung von der Geschichte des Dorfes zu bieten. Wegleitner begann mit der Erklärung, wie man nun die 750 Jahre feiert, obwohl es Beweise – wie ein Urnengrab – für Ansiedlungen in Haiming bis 800 Jahre vor Christi Geburt gibt. Ebenso erzählte er von der klimatischen und wirtschaftlichen Entwicklung und berichtete von vielen positiven wie auch dramatischen Geschehnissen, wie zum Beispiel den zwei großen Jahrhundert-Bränden, die 1761 über 36 Häuser und 1897 über 47 Häuser sowie viele geschichtliche Aufzeichnungen vernichteten. Besonders das Klima ist immer ein sehr wichtiges Thema für die Gemeinde gewesen, so prägen doch ihre Anbauten von Äpfeln und Gemüsen das Ortsbild und sind eine regionale Geldeinnahme für viele.

Ansprachen

Mit dem Gedicht der ehemaligen Volksschullehrerin Johanna Haßlwanter „Haiming, liebe Heimat“ beendete er seinen Rückblick und übergab an die anderen Redner. Es folgten Bürgermeister Josef Leitner, Bezirkshauptmann Raimund Waldner und Landeshauptmann Günther Platter, aber auch die Abgesandten von der Partnergemeinde Pozuzo überbrachten ihre Glückwünsche und ein kleines Geschenk aus Peru, das nach der Auswanderung 1869 zur neuen Heimat wurde. Nach allen Ansprachen und musikalischen Einlagen der Musikkapelle Haiming übernahm Chronist Wegleitner die besondere Ehre, alle Einwohner und Besucher des besonderen Jubiläums für die erste anschließende Stunde im Namen des Bürgermeisters auf Freigetränke einzuladen. Der gemütliche und bestens organisierte Ausklang bei alten Geschichten, Erinnerungen, Getränken und auch kulinarischen Schmankerln dauerte noch lang bis in die späten Stunden des lauen Herbstabends an.

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