Hakko Ryu Ju-Jutsu – eine japanische Kampfsportart

Das Zertifikat weist die Kämpferin auch als Lehrerin aus und Meisterlehrer Luc Struyf übergibt es in völliger Konzentration. RS-Foto: Chauvin

Erste Schwarzgurt-Trägerin kommt aus Bach im Lechtal

Der Selbstverteidigungsclub Yama Lechtal mit seinem lizenzierten Meisterlehrer – mit dem Titel Menkyo Okuden Shihan, Luc Struyf hat eine neue Schwarzgurtträgerin und Lehrerin. 

Von Claudia Chauvin

Die Dame heißt Simone Ulseß, ist 25 Jahre jung und trainiert seit dreieinhalb Jahren im Verein in Häselgehr. Nun hat sie sich in einer kräftezehrenden Prüfung den rund einhundert Angriffen durch den Meister (3. Dan), San-Dan Fabian Walch gestellt. Voll konzentriert hat Go-Dan Struyf den Kampf verfolgt und sich am Ende zu einer Beratung mit den beiden anderen Ausbildern zurückgezogen.
Eine knisternde Spannung war in der Trainingshalle bei allen Anwesenden zu spüren. Dann musste Simone vor die drei Herren treten. Ihr inzwischen gefestigtes Selbstvertrauen wurde auf eine harte Probe gestellt. Doch dann trat das erlösende Lächeln auf das Gesicht von Go-Dan Luc. „Du hast bestanden und ich überreiche Dir die Urkunde und das Lehrerzertifikat“. Der schwarze Gürtel wurde ihr von ihrem Herausforderer, genannt Uke, übergeben und angelegt. Was ist nun Hakka Ryu? Es ist eine japanische Kampfkunst, die den Aiki, beziehungsweise Ju-Jutsu Stilen zugeordnet wird. Besonders in Japan hat sich Hakko Ryu weit verbreitet. Auch außerhalb des Ursprungslandes formieren sich immer mehr Vereine, die diesen Stil bevorzugen.

Die Anspannung ist abgefallen und schlägt in große Erleichterung um – es ist geschafft! RS-Foto: Chauvin

Hakko Ryu zählt zu den traditionellen Kampfkünsten und lehrt neben klassischen Selbstverteidigungstechniken, die sich vorwiegend auf Hebeltechniken, Würfe und Druckpunkte beziehen, auch klassisches Kobudo (Waffenkampfkünste) und Shiatsu (japanische Manualtherapie). Im Vordergrund steht die Ausführung der Techniken ohne Kraftaufwand und den Angreifer durch Hebeltechniken zu kontrollieren, um somit, ohne diesen zwingend verletzen zu müssen, kampfunfähig zu machen. Aus diesem Grund zählt Hakko Ryu zur Grundausbildung der japanischen Polizei. Doch ein Grundsatz lautet:   „Der beste Kampf ist jener, welcher nicht geführt wurde.“ Die Lehren des Hakko Ryu stützen sich auf eine Reihe von Prinzipien, die den Schülern vermittelt werden. Und Simone Ulseß sieht es so: „Ich habe Spaß, finde Ausgleich in diesem Sport, lernte Selbstvertrauen und es tut einfach gut – für Körper, Geist und Seele.“
Informationen zu dem Verein in Häselgehr gibt es unter www.yama-lechtal. at

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