Hauptverdächtiger sitzt in U-Haft und schweigt

Jugendliche drücken mit Kerzen und Blumen ihren Schmerz über den Tod des jungen Vorarlbergers aus. Keshava H. wurde am Freitag zu Grabe getragen. Das Mitgefühl gilt seinen Eltern und seinem Bruder. RS-Foto: Schnöll

Noch kein Geständnis und Motiv nach Streit in Imst, der für 17-jährigen Burschen mit tödlichem Stich ins Herz endete

Es steht noch immer nicht genau fest, warum es am vorletzten Sonntag auf dem Parkplatz des Sportzentrums in Imst zur verhängnisvollen Auseinandersetzung kam, bei der ein 17-jähriger Vorarlberger durch einen Messerstich in die Brust getötet wurde. Der Hauptverdächtige, ein 19-jähriger türkischstämmiger Imster, sitzt zwar wegen Mordverdachts in der Justizanstalt Innsbruck in U-Haft, bisher gab es von ihm aber weder ein Geständnis noch eine Aussage über das Motiv. Das Opfer, der Tischlerlehrling Keshava H., wurde vergangenen Freitag unter großer Anteilnahme in seiner Heimatgemeinde Lustenau zu Grabe getragen.

Von Gebi G. Schnöll

Die bisher getätigten Aussagen der sechs Personen, die am tödlichen Streit beteiligt waren, sind nur vage. „Wir wissen über das Motiv, das zur Bluttat führte, so gut wie nichts“, sagt LKA-Ermittlerin Katja Tersch. Der türkischstämmige Imster, der Keshava H. die Klinge eines Klappmessers in die Brust gerammt haben soll, sitzt in U-Haft und schweigt sich aus. „Sein gutes Recht“, sagt Hansjörg Mayr, der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Innsbruck. Er bestätigt gegenüber der RUNDSCHAU, dass der Hauptverdächtige wegen des Verdachts auf Mord hinter Gittern sitzt. In Imst brodelt indessen die Gerüchteküche. Das Motiv für die tödliche Auseinandersetzung soll ein Mädchen gewesen sein, auf das sowohl der Hauptverdächtige als auch das Opfer ein Auge geworfen hätten. Sogar von Schächtung ist die Rede. Fakt ist: Bei der Obduktion des Leichnams am Montag letzter Woche wurden zwei Stichverletzungen festgestellt. Einer in den Beckenbereich und einer in den Brustkorb, durch den der 17-jährige Tischlerlehrling ums Leben gekommen ist.

Bestürzung.

Der Imster Bürgermeister Stefan Weirather ist von der Bluttat schockiert, betont aber, dass so etwas überall passieren kann. „Wir sind in Imst auf die Sicherheit der Bürger bedacht und werden weiterhin alles tun, damit unsere Stadt sicher bleibt!“ Zum tödlichen Streit zwischen den sieben jungen Männern kam es bekanntlich nach der „Project X-Party“, die in der Nacht auf vorletzten Sonntag in der Glenthofhalle abgehalten wurde. Von Seiten des Veranstalters zeigt man sich über den Vorfall bestürzt, betont aber, dass für die Sicherheit ausreichend gesorgt war. Es waren 20 Securitys im Einsatz, um fünf mehr als vorgeschrieben waren. Und auch vier Polizeibeamte waren bis zum Ende der Veranstaltung um 4 Uhr vor Ort. Zur Bluttat ist es übrigens eineinhalb Stunden nach Partyschluss 150 Meter abseits der Glenthofhalle gekommen. Es gilt die Unschuldsvermutung.